Montag, März 9th, 2015

 

Expertentagung über Erfolgsfaktoren und Herausforderungen in der Pflege – Symposium Pflegemanagement des Rehabilitationszentrums Bad Driburg der Deutschen Rentenversicherung

Bad Driburg. „Neu Perspektiven in der Pflege“ hieß das Motto des Symposiums Pflegemanagement am 5. März 2015. Erstmals veranstalteten das Rehabilitationszentrum Bad Driburg der Deutschen Rentenversicherung, eine Kooperation der Klinik Berlin, Knappschafts-Klinik und Klinik Rosenberg, ein gemeinsames Symposium für Pflegedirektoren und Pflegedienstleitungen aus Einrichtungen des Gesundheitswesens. Rund 70 Teilnehmer aus vornehmlich zuweisenden Krankenhäusern nahmen an der Veranstaltung teil.
Unter dem Leitthema Pflegemanagement bot die Veranstaltung in der Knappschafts-Klinik Bad Driburg mit aktuellen Themen wie Arbeitsplatzkultur, Arbeitgeberattraktivität („Employer Branding“), generationsgerechte Führung, klinikübergreifende Kooperationen und Fachkräftemangel einen interessanten Mix an Herausforderungen, die Führungskräfte in der Pflege zu bewältigen haben.

Die Begrüßung im Namen der Klinikleitungen der drei Reha-Kliniken übernahm Verwaltungsleiter Alexander Schunicht. Nach der Vorstellung des Leistungsangebotes der drei eng kooperierenden Einrichtungen für medizinische Rehabilitation durch die stellvertretende Pflegedienstleitung Margret Tegethoff von der Klinik Rosenberg führte Pflegedienstleitung Annette Baacke von der Knappschafts-Klinik durch das Programm.
Als Referenten und Diskussionspartner informierten namhafte Experten mit praxisnahen Vorträgen.

Welchen Stellenwert die Gestaltung einer mitarbeiterorientierten Arbeitsplatzkultur hat, zeigte Marcel Görtz (Institut Great Place to Work) auf und stellte Best Practice Lösungen vor.  Das Gütesiegel „Deutschlands Bester Arbeitgeber“ wird von Great Place to Work jährlich auch für Gesundheitseinrichtungen vergeben. Unternehmen erhalten die Auszeichnung, wenn sie sich in besonderer Weise für gute und attraktive Arbeitsbedingungen stark machen und eine besonders vertrauensvolle und begeisternde Zusammenarbeit mit den Beschäftigten pflegen. Die teilnehmenden Einrichtungen müssen ein zweiteiliges Bewerbungsverfahren aus einer standardisierten Mitarbeiterbefragung und einer Maßnahmenevaluation durch Experten bestehen.

Eine auf Anerkennung und Wertschätzung basierende Arbeitsplatzkultur stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stellte Berater Marcel Görtz fest und sorgt für eine hohe Zufriedenheit der Beschäftigten. Determinanten für eine ausgezeichnete Arbeitsplatzkultur sind Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist.

Professor Dr. Manfred Haubrock von der Hochschule Osnabrück informierte über Handlungsstrategien, wie das Pflegemanagement zukünftigen Herausforderungen in der stationären Pflege begegnen kann. Die bessere Positionierung der Pflege in der Öffentlichkeit und als „Marke“ ist ihm ein Anliegen, so setzte er sich für die Einrichtung einer Pflegekammer ein. Auch sollte die Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland vertreten sein.

Als attraktiver Arbeitgeber zukünftig jüngere und ältere Mitarbeiter finden, lautete der Vortrag von Professorin Dr. Anja Lüthy, Fachhochschule Brandenburg. In Zeiten der Überalterung der Gesellschaft bzw. des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels sollten Unternehmen eine altersübergreifende Unternehmenskultur aufbauen und die Arbeitsplätze altersgerecht gestalten. Innovativ war ihr Ansatz die Einarbeitung neuer Mitarbeiter anstatt klassischer Checkliste in einem sogenannten „Onboarding Prozess“ zu gestalten. Onboarding beschreibt Professorin Lüthy als ganzheitlichen und zentralen Prozess, neue Mitarbeiter auch als Menschen in das Unternehmen zu integrieren und somit die Leistungsfähigkeit einer Organi-stion langfristig zu heben und sicherzustellen. Auf die Mitarbeiterförderung ist ein besonderer Fokus zu legen, dazu gehören u.a. regelmäßige Personalgespräche, strukturierte Fort- und Weiterbildungen, regelmäßiges Feedback zwischen Fachvorgesetzten und Mitarbeitern, auf Wunsch schriftliche Beurteilungen, Vorschlags- und Verbesserungswesen mit Prämiensystem.

Wie ausländische Pflegekräfte fair und langfristig in Zeiten des Fachkräftemangels gewonnen werden können, informierte Marco Markovic von der Bundesagentur für Arbeit mit dem Projekt Triple WIN auf. Der Pflegebereich in Deutschland ist bereits heute von signifikantem Fachkräftemangel betroffen. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und die Dt. Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) vermitteln in einem gemeinsamen Projekt qualifizierte Fachkräfte an Unternehmen nach Deutschland. Interessierte Unternehmen werden von der Bundesagentur für Arbeit passgenaue Vermittlungsvorschläge von qualifizierten ausländischen Fachkräften wie aus Bosnien und Herzegowina unterbreitet. 500 Pflegekräfte konnten in den letzten Jahren bereits erfolgreich nach Deutschland vermittelt werden.

Am Ende des Tages konnten die Teilnehmer viele neue Erkenntnisse für ihren Führungsalltag mit in ihre Gesundheitseinrichtungen nehmen.

Begleitend fand eine Ausstellung mit Dienstleistern aus der Gesundheitsbranche (Buchholz-Fachinformationsdienst, Unternehmensberatung Potthoff+Partner, MTM multitechmed und dem Institut Great Place to Work) statt.
Anlage:
Gruppenbild „Expertentagung in Bad Driburg – Neu Perspektiven in der Pflege“
Veranstalter mit Dozenten (von links)

Marcel Görtz, Berater, Institut Great Place to Work, Köln
Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter, Knappschafts-Klinik
Prof. Dr. Anja Lüthy, Fachhochschule Brandenburg
Reinhild Überall, Pflegedienstleitung, Klinik Rosenberg
Doris Allroggen, Pflegedienstleitung, Klinik Berlin
Annette Baacke, Pflegedienstleitung, Knappschafts-Klinik
Margret Tegethoff, stellv. Pflegedienstleitung, Klinik Rosenberg
Prof. Dr. Manfred Haubrock, Hochschule Osnabrück
Norbert Schäfer, Kaufmännischer Direktor, Klinik Berlin
Marko Markovic, Teamleiter, Bundesagentur für Arbeit, Eschborn

Expertentagung Pflege in Bad Driburg

Symposium Pflegemanagement in Bad Driburg

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Neue ambulante Therapie für Psychosomatik in Essen

 

(Düsseldorf, 6. März 2015) Ende Februar 2015 eröffnete die AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft mit dem AHG Gesundheitszentrum Essen ein neues ambulantes Therapieangebot für Psychosomatische Medizin und Psycho­therapie. Damit wurde eine neue wohnortnahe Rehabilitationsbehandlung am Standort Essen geschaffen.

Psychosomatisch Erkrankte erhalten im AHG Gesundheitszentrum Essen (Laza­rettstr. 15, 45127 Essen) ein umfangreiches ganztägiges Therapieangebot, dass stationären Behandlungen gleichgestellt ist. Der Unterschied ist hierbei, dass Betroffene am Morgen die Rehabilitation im Gesundheitszentrum beginnen und am Abend wieder nach Hause gehen können. Es handelt sich um ein rein ambulantes Angebot.

Die Entstehung der neuen Facheinrichtung geht auf Anregung der AOK Rheinland/Hamburg und der Deutschen Rentenversicherung Rheinland zurück. Die Kostenträger erleben eine seit vielen Jahren anhaltende Zunahme psychosomatischer Erkrankungen. Wohnortnahe Therapieangebote können hierbei dem zunehmenden Bedarf Rechnung tragen und Wartezeiten verkürzen.

Mit „PAULI“ (Psychosomatik, Auffangen, Unterstützen, Leiten, Integrieren) wird erstmals in Essen ein neues Behandlungskonzept vorgestellt. Hierbei handelt es sich um psychosomatische Frühintervention, bei der Betroffene in einem sehr frühen Stadium der Arbeitsunfähigkeit bereits umfassend mehrmals pro Woche psychotherapeutisch begleitet werden. Ziel des neuen Behandlungsangebots ist es unter anderem, die Arbeitsunfähigkeit zu reduzieren und Betroffene frühzeitig wieder in das Berufsleben zu integrieren, sodass langfristig Frühberentungen wegen psychischer Leiden minimiert werden.

 

Informationen zur AHG:

Die AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft als Familienunternehmen mit Sitz in Düsseldorf gehört zu den großen deutschen Therapieanbietern in der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen, Abhängigkeitserkrankter und der Soziotherapie. An 45 Standorten in 11 Bundesländern mit über 2.500 Beschäftigten schaffen vernetzte Behandlungsformen aus Kliniken, Therapie­zentren und Ambulanzen flexible Angebote.

 

Pressekontakt:

 

AHG Gesundheitszentrum Essen
Matthias Gasche
Chefarzt
Lazarettstr. 15 / Lichtstr. 9
45127 Essen
Telf. 02 01.10 26 93 66
E-Mail: mgasche@ahg.de

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