Dezember, 2014

 

TK-Chef Dr. Jens Baas verlangt von den Ländern mehr Krankenhausinvestitionen

TK PressefotoHamburg  – Angesichts eines enormen Investitionsstaus in den deutschen Krankenhäusern hat die Techniker Krankenkasse (TK) die Bundesländer zu mehr Engagement für die Kliniken aufgefordert. “Seit Jahren stellen die Länder nur rund fünf Prozent der Krankenhaus-Betriebskosten für Investitionen zur Verfügung”, sagt der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas. Eigentlich müsste es etwa doppelt so viel sein. Die Folge sei ein Investitionsstau von 30 bis 50 Milliarden Euro.

“Die Kliniken müssen deshalb aus den laufenden Einnahmen für Operationen und Behandlungen Gelder für die notwendigen Investitionen abzweigen”, so Baas. Für die wirtschaftliche Lage der Kliniken sei das ein Problem. Viele Häuser würden deshalb ihre Behandlungszahlen steigern, was nicht im Interesse der Patienten sei. Dagegen helfe nur eins: “Die Bundesländer müssen dringend mehr Geld für Investitionen in moderne Krankenhäuser und Behandlungsstrukturen bereitstellen.”

Angesichts knapper Kassen und der Schuldenbremse in den Ländern befürchtet der TK-Chef, dass der Investitionsstau nicht so schnell aufzulösen ist. “Ohne eine direkte oder indirekte Beteiligung des Bundes sehe ich keine Lösung für die Finanznöte der Krankenhäuser”, so Baas. Bei einer indirekten Bundesbeteiligung, also falls die Politik die Krankenkassen stärker für die Klinikinvestitionen in die Verantwortung nehmen sollte, verlangt er mehr Gestaltungsrechte für die Selbstverwaltung bei der Krankenhausplanung.

 

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Pflegewohngruppen: Zwölf Personen sind nach Gesetzesänderung erlaubt

Einsehen mit Pflegewohngruppen, die nach Landesrecht erlaubt und durch Bundesrecht untersagt werden sollten

bpa-bundesverband-privater-anbieter-sozialer-dienste-e-vBerlin – Das Pflegezeitgesetz wird genutzt, um vor Inkrafttreten des ersten Pflegestärkungsgesetzes ein Problem zu beseitigen: Der Familienausschuss des Bundestages hat am heutigen 3. Dezember 2014 in letzter Sekunde einen Fehler behoben, der sich in die geplante Änderung von § 38 a SGB XI eingeschlichen hatte. Nach der Neuregelung hätten Pflegebedürftige zwar weiterhin Anspruch auf einen monatlichen Zuschlag gehabt, wenn sie in ambulant betreuten Wohngruppen leben – allerdings sollte die Zahlung der zukünftig 205 Euro monatlich nur noch erfolgen, wenn nicht mehr als zehn Personen in einer WG wohnen. In den meisten Bundesländern liegt die bisherige rechtliche Obergrenze aber bei zwölf Bewohnern, und dementsprechend sind in letzter Zeit auch zahlreiche Zwölfer-WGs entstanden.

Die geplante Einschränkung hätte für viele Wohngruppen, die sich nach den Landesvorschriften ausgerichtet haben, eine Existenzgefährdung bedeutet. “In der Umsetzung wären zwei WG-Bewohner weggefallen, um die benötigte Präsenzkraft finanzieren zu können und den anderen das Dach über dem Kopf zu erhalten.” So beschreibt Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), die Konsequenzen, die eine derartige Neuerung gehabt hätte. “Außerdem liegt es auf der Hand, dass auf ein volles Dutzend ausgelegte und kalkulierte Wohngruppen von alten Menschen mit zwei leer stehenden Zimmern nicht mehr wirtschaftlich gewesen wären”, fügt Meurer hinzu.

Der bpa hatte sich seit Bekanntwerden der geplanten Änderung für eine Harmonisierung der Regelungen und die Einführung eines Bestandsschutzes eingesetzt, um die Problematik aufzulösen.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

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Reimann zur Diskussion um flexible Übergänge in Rente

Berlin, 3. Dezember 2014

DRVBund2„Angesichts des demografischen Wandels und des Ziels, Menschen im Alter auch künftig zufriedenstellend zu versorgen, begrüßen wir alle Maßnahmen, die einen längeren Verbleib in einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit fördern, ihnen dies aber auch ermöglichen“, sagte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Dr. Axel Reimann, in seinem Bericht an die heute in Berlin tagende Bundesvertreterversammlung.

Reimann ging in seinem Bericht auf die Möglichkeiten des flexiblen Übergangs in Rente ein, die es heute schon gebe. Derzeit erhielten rund 37 Prozent aller Neurentner schon vor Erreichen der Regelaltersgrenze von 65 Jahren und drei Monaten eine Rente und nähmen dafür Rentenabschläge von durchschnittlich 78 Euro pro Monat in Kauf. Hingegen hätten nur gut zwei Prozent der Neurentner den Rentenbeginn noch weiter hinausgeschoben und würden dafür dauerhafte Rentenzuschläge von 0,5 Prozent pro Monat des Aufschiebens erhalten, so Reimann.

Reimann sprach sich gegen Vorschläge aus, die derzeit geltenden Zuschlagssätze umzugestalten. Die heutige Regelung sei versicherungsmathematisch korrekt kalkuliert und könnte bereits erhebliche Rentenvorteile bringen: Ein Standardrentner könne seine monatliche Rente durch die Zuschläge und eine versicherungspflichtige Weiterarbeit um insgesamt mehr als 100 Euro oder 8,4 Prozent erhöhen, wenn er seinen Rentenzugang um ein Jahr aufschiebe, so Reimann.

Reimann ging schließlich auf Forderungen ein, dass eine Weiterarbeit neben der Vollrente anders als heute zusätzliche Rentenanwartschaften begründen
solle. Diese Forderungen seien nachvollziehbar, da der Arbeitgeber heute in diesem Fall zwar seinen Beitragsanteil an die Rentenversicherung entrichte,
daraus aber kein zusätzlicher Rentenanspruch für die Betroffenen entstünde.
Er betonte, dass bei möglichen Änderungen auf das Verhältnis von entstehendem Verwaltungsaufwand und zusätzlichem Rentenanspruch geachtet
werden müsse. Eine Beibehaltung des Status quo sei jedoch auch vertretbar, da das Bundesverfassungsgericht die bestehende Regelung bereits bestätigt
habe, so Reimann.

Der vollständige Bericht ist im Internet unter
www.deutsche-rentenversicherung.de abrufbar.

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Buntenbach zur Finanzsituation in der Rentenversicherung

Die Rentenversicherung werde das Haushaltsjahr 2014 voraussichtlich mit einem Überschuss in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro und einer Nachhaltigkeitsrücklage in Höhe von rund 33,5 Milliarden Euro abschließen, erläuterte Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Bundesvorstandes, in ihrem Bericht an die heute in Berlin tagende Bundesvertreterversammlung.

Vor allem durch die Mehrausgaben des Rentenpaketes und den ab 2015 geltenden niedrigeren Beitragssatz von 18,7 Prozent werde die Nachhaltigkeitsrücklage aber in den nächsten Jahren rasch abschmelzen. Die Folge sei, so Buntenbach, dass der Beitragssatz 2019 auf voraussichtlich 19,1 Prozent angehoben werden müsse.

Buntenbach erklärte, dass die gesetzlichen Grenzen für den Beitragssatz von maximal 22 Prozent und das Rentenniveau von minimal 43 Prozent jeweils in 2030 nach den aktuellen Berechnungen eingehalten würden. In der Zeit danach werde bei unveränderter Rechtslage der Beitragssatz auf über 22 Prozent steigen und das Rentenniveau unter 43 Prozent fallen. Deshalb müsse die Politik den Blick stärker auf die Zeit nach 2030 richten. Da die Alterssicherung einen langfristigen Planungshorizont erfordere, müsse man den Menschen frühzeitig Perspektiven für ihre Alterssicherung aufzeigen.

Buntenbach ging auch auf die praktische Umsetzung des Rentenpaketes bei den Rentenversicherungsträgern ein. Nach ihren Worten werde die Mütterrente mittlerweile an nahezu alle rund 9,5 Millionen Bestandsrentner ausgezahlt. Das Ausgabevolumen für die Mütterrente betrage in 2014 insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro, in 2015 rund 6,8 Milliarden Euro. Noch über einen Zeitraum von rund 40 Jahren seien Mehrausgaben durch die Mütterrente zu erwarten. Buntenbach bekräftigte die wiederholt geäußerte Kritik der Rentenversicherung, dass die Finanzierung der Mütterrente überwiegend durch Beiträge statt durch Steuermittel nicht vertretbar sei.

Buntenbach machte auch deutlich, dass die gesetzliche Mindest-Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung von derzeit 0,2 auf 0,4 Monatsausgaben angehoben werden müsse. Diese sei mindestens so hoch festzulegen, dass eine Hilfestellung des Bundes durch ein Vorziehen der Bundeszuschüsse und einen Rückgriff auf Bundesmittel in Zukunft nicht
erforderlich werde. Sonst drohten ab 2019 Liquiditätsengpässe in der Rentenversicherung.

Der vollständige Bericht ist im Internet unter
www.deutsche-rentenversicherung-bund.de abrufbar.

 

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Gute Erfahrungen mit Radon bei Osteoporose

Gute Erfahrungen mit Radon bei Osteoporose
Auf dem 4. Radon-Symposium tauschten Wissenschaftler ihre Erfahrungen mit dem Edelgas aus / Gesundheitsprävention liegt im Trend

Bad Brambach, 03. Dezember 2014Das ortsgebundene natürliche Heilmittel Radon und seine Wirkung auf den Menschen stand vom 27. – 30. November im Mittelpunkt des 4. Radonsymposiums, das die Sächsische Staatsbäder GmbH in Zusammenarbeit mit der Dr. Ebel Fachklinik für Rheumatologie, Orthopädie und Kardiologie in Bad Brambach (Vogtland) veranstaltete. Der Fokus in diesem Jahr lag auf der Radontherapie bei Osteoporose. Vielfach von Vertretern von Selbsthilfegruppen und Patienten wurde die anhaltende Schmerzlinderung durch die Behandlung mit Radon bestätigt.

Der Einladung zum Radonsymposium folgten knapp 100 Teilnehmer, darunter geladene Vertreter von Selbsthilfegruppen und betroffene Patienten, die aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Holland nach Bad Brambach zur weltweit stärksten Radonquelle kamen. Authentischer konnte der Veranstaltungsort für ein Fachsymposium über Radon kaum sein.
Ihre neuesten Erkenntnisse stellten namhafte Referenten, die sich seit Jahrzehnten wissenschaftlich mit der Radon-Therapie beschäftigen, in Fachvorträgen vor. Neben naturwissenschaftlichen Fakten zum ortsgebundenen Heilmittel von Dr. Günther Just, Leiter des Forschungsbüros Radonbalneologie, berichtete der Chefarzt der Abteilung Kardiologie in der Dr. Ebel Fachklinik für Rheumatologie, Orthopädie und Kardiologie in Bad Brambach, Dr. Dieter Enders, über seine Erkenntnisse aus der ambulanten und klinischen Praxis. Prof. Dr. Wolfgang A. Grunewald referierte über die Therapie mit Radon-Kohlensäure-Bädern bei Osteoporose.

Eine fortgeschrittene Osteoporose werde in den meisten Fällen von Schmerzen begleitet. Weil es sich, ähnlich wie bei der Arthrose, um eine leichte chronische Entzündung handele, gebe es bestimmte Behandlungsanalogien, wobei das ortsgebundene Radon einen wichtigen Teil eines Gesamttherapiekonzeptes einnehme.
„Viele Erfahrungen sowie positive und zuverlässige Hinweise belegen die erfolgsversprechende Wirksamkeit der Radontherapie bei an Osteoporose erkrankten Patienten. Universitätsmedizinische Studien über die Wirkung von Radon bei Osteoporose gibt es derzeit aber noch nicht“, erklärt Prof. Dr. Karl Ludwig Resch, Geschäftsführer, Deutsches Institut für Gesundheitsförderung, Bad Elster, der auf dem Symposium die medizinischen Fakten über Radon erörterte.
Radon könne zwar nicht die üblichen Basistherapien wie viel Bewegung an der frischen Luft, Vitamin D und calciumreiche Ernährung ersetzen, wirke sich aber positiv auf den Schmerz aus. „Die schmerzlindernde Therapie in Form von Radonbädern wirkt langanhaltender und schonender als die medikamentöse Therapie, die mit Nebenwirkungen verbunden ist“, sagt Resch. Patienten würden von einer Schmerzlinderung berichten, die bis zu neun Monate anhalte. Das steigere die Lebensqualität enorm, da könne keine Medikament mithalten, so der Professor.
„Viele Symposium-Teilnehmer bestätigten uns, dass die Schmerzlinderung durch Radon sehr lange anhält und den Schmerzmittelkonsum deutlich reduziert“, erklärt auch Silvia Sommer, Leiterin Therapie- und Gesundheitsprävention bei der Sächsischen Staatsbäder GmbH.
Sie resümiert weiterhin: „In den letzten Jahrzehnten ist der Mensch in seiner Gesamtheit immer mehr aus dem Fokus gerückt“. Deshalb stelle sie fest, dass das Thema Kur, Rehabilitation und Prävention im Trend der Zeit liegt, so Sommer. Bad Brambach als sächsisches Staatsbad mit seiner Rehaklinik und dem Therapie- und Wohlfühlzentrum der Sächsischen Staatsbäder GmbH sei ein idealer Ort dafür.

Dass der Aufenthalt im Kurort Erholung und Heilung für eine angeschlagene Gesundheit zu bringen vermag, davon ist auch Prof. Karl Ludwig Resch überzeugt.
„Der menschliche Körper ist nicht passiv, sondern aktiv mit vielen Steuer- und Regelkreisen, die miteinander verbunden sind. Funktioniert nur einer nicht, können auch andere aus dem Ruder laufen“, sagt Resch. Ein Aufenthalt mit medizinischen und therapeutischen Anwendungen im Kurort wie Bad Brambach habe viele positive Einflüsse auf den Körper. Anders als in der Großstadt, in der Patienten z.B. die Physiotherapiepraxis nur kurzzeitig aufsuchen würden, wirke hier ein ganzheitliches Angebot mit heilenden Effekten. Dazu betonte er die Nähe zur Natur und die angenehme Ruhe, aber auch die vielfältigen Angebote und Möglichkeiten, das eigene Wohlbefinden zu steigern.
Davon konnten sich auch die Teilnehmer des Symposiums bei einem Rundgang durch die Klinik Bad Brambach, durch das ortsansässige Therapie- und Wohlfühlzentrum und bei realen Radonbädern überzeugen. Dieses Angebot wurde gut angenommen.
Radon, ein natürliches Edelgas mit heilender Wirkung

Das radioaktive Edelgas wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Heilsame Effekte werden insbesondere bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen, bei Arthrosen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates erzielt.
Die gesundheitsfördernde Wirkung des natürlichen Gases ist auf die energiereichen Alphastrahlen zurückzuführen, die beim Zerfall im Körper entstehen. Dabei regt der milde Strahlungseffekt des Edelgases die Zellen an und stimuliert das Immunsystem. Neben der Aktivierung des Stoffwechsels und der Selbstheilungskräfte erhöht eine Radontherapie unter anderem die Ausschüttung von Endorphinen, die zur deutlichen Schmerzlinderung beitragen.
Die langanhaltende Linderung von Beschwerden, auch Monate nach der Radonbehandlung, ist in mittlerweile mehreren Studien wissenschaftlich nachgewiesen worden.
Das wertvolle Edelgas ist in den Heilquellen im sächsischen Bad Brambach in einer weltweit einzigartigen Konstellation enthalten. Beim Baden oder Trinken von radonhaltigem Mineralheilwasser gelangt das kontrolliert dosierte und dadurch ungefährliche Heilmittel in kleinen, anregenden Mengen in den Organismus. Die Heilquellen in Bad Brambach enthalten gelöstes Radon, Mineralien und Kohlensäure und werden Form von Wannenbädern und als Trinkkuren angewendet. Die Radontherapie, die nur nach ärztlicher Verordnung und Aufklärung erfolgt, ist Teil eines komplexen Reha-Konzeptes, welches in der Rehabilitationsklinik Bad Brambach gezielt die aktiven und passiven Therapien in Kombination anwendet, so beispielsweise die Gymnastik, Ergotherapie und galvanische Bäder.

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125 Jahre gesetzliche Rente – Bundeskanzlerin würdigt deutsches Rentenversicherungssystem

Gruppenfoto mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: Bildarchiv DRV Bund / (c) Frank Nürnberger

Berlin, 2. Dezember 2014

Gruppenfoto mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle:   Bildarchiv DRV Bund / (c) Frank Nürnberger

Gruppenfoto mit Bundeskanzlerin Angela Merkel
Quelle:
Bildarchiv DRV Bund / (c) Frank Nürnberger

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat die Rentenversicherung als tragende Säule des Sozialstaats in Deutschland gewürdigt. „Die gesetzliche Rentenversicherung ist und bleibt ein prägendes Zeichen unseres lebendigen Sozialstaats“, sagte sie am Dienstag in einer Feierstunde zum 125-jährigen Bestehen der gesetzlichen Rentenversicherung in Berlin. An dem Festakt im Berliner Abgeordnetenhaus nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil.

Die Kanzlerin zeigte sich überzeugt, dass die Reformen der vergangenen Jahre dazu beigetragen haben, die gesetzliche Rente „auch in Zukunft auf ein solides Fundament zu stellen“. Ziel der schwarz-roten Koalition sei es, bis Ende 2019 die Ost-West- Unterschiede im Rentenrecht zu überwinden sowie finanzielle Nachhaltigkeit und angemessene Rentenleistungen für ein angemessenes Auskommen im Alter gleichermaßen im Blick zu behalten.

Die gesetzliche Rentenversicherung steht nach den Worten der Bundesvorstandsvorsitzenden der Deutschen Rentenversicherung Bund, Annelie Buntenbach, für Kontinuität und Anpassungsfähigkeit gleichermaßen. Sie genieße deshalb „nach wie vor eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung“. Die gesetzliche Rentenversicherung in den vergangenen 125 Jahren hat „den Menschen die Sicherheit gegeben, nach einem langen Arbeitsleben eine ausreichende Versorgung erwarten zu können”. Dies auch für die Zukunft zu sichern, sei eine Daueraufgabe für Politik, Rentenversicherung und Selbstverwaltung.

Der Historiker Professor Dr. Michael Stolleis bezeichnete die Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland als permanentes Ringen um die Balance zwischen sozialer Gerechtigkeit, volkswirtschaftlicher Produktivität und demografischer Entwicklung. Dies erfordere immer wieder neue gesamtgesellschaftliche Lösungen. Wenn es die Rentenversicherung nicht gäbe, müsste sie laut Stolleis „erfunden werden”.

Für die Vorsitzende der Bundesvertreterversammlung, Valerie Holsboer, erwies sich die gesetzliche Rentenversicherung über 125 Jahre bis heute als verlässlicher Garant für die Alterssicherung der Menschen in unserem Land. “Eine Institution, die nicht den Rückhalt ihrer Kunden hat, wird nicht lange bestehen können. Insofern ist die Tatsache, dass die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland nun bereits zwei Jahrhundertwechsel erlebt hat, auch als Beleg für das erfolgreiche Wirken dieser Institution
zu werten.“

125_jahre_logo_320x180Hintergrund:
1889 wurde das vom Reichstag in Berlin verabschiedete „Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz“ als Schlusspunkt eines großen sozialpolitischen
Gesetzespakets verkündet: 1883 wurde die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland eingeführt, 1884 die Unfallversicherung und – zu guter Letzt –
die Invaliditäts- und Altersversicherung.

Heute ist die Deutsche Rentenversicherung mit über 50 Millionen Versicherten und mehr als 20 Millionen Rentnerinnen und Rentnern die wichtigste Säule der Alterssicherung in Deutschland. Sie bietet für über 90 Prozent der aktiven Bevölkerung eine unverzichtbare Absicherung für das Alter, im Fall der Erwerbsminderung oder bei Tod eines Ehegatten oder
Lebenspartners.

Selbst in Zeiten von Weltkriegen und Währungsreformen stand die Auszahlung der Renten nicht in Frage. Nach der Wiedervereinigung wurden die DDR-Bürger nahtlos in das Rentensystem einbezogen. Dies war auch aus heutiger Sicht – 25 Jahre nach dem Mauerfall – ein gewaltiger Kraftakt.

Zu dem Erfolgsmodell hat nicht zuletzt die soziale Selbstverwaltung als Vertretung von Versicherten und Arbeitgebern – also den Beitragszahlern –
beigetragen: Sie hat den Wandel mitgetragen und mitgestaltet. Angesichts der demografischen und ökonomischen Herausforderungen bleibt sie dafür auch
in Zukunft gefordert und muss weiter gestärkt werden.

 

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Gesundheitsminister stärkt Rehabilitation

 

Ein beeindruckendes Bekenntnis zur Bedeutung der Rehabilitationsmedizin für Patienten gab Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Eröffnung des Herzparks Hardterwald in Mönchengladbach. Ganz im Sinne der BDPK-Forderungen im sich verändernden Gesundheitssystem und aufgrund des medizinischen Fortschritts stellte der Gesundheitsminister fest, dass Reha-Potentiale nicht ausreichend genutzt werden. Er unterstrich die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Schritte Prävention vor Rehabilitation vor Pflege, die in der älter werdenden Gesellschaft von herausragender Bedeutung seien.

Der Gesetzentwurf des Präventionsgesetzes wird voraussichtlich in diesem Jahr noch dem Kabinett vorgelegt, bestätigte der Gesundheitsminister. Je früher Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung einsetzten, umso besser. Die hohe Kompetenz der Ärzte solle nicht nur in der Behandlung von Krankheiten genutzt werden sondern auch in der Prävention. Gesundheitsuntersuchungen sollen ebenfalls präventionsorientiert fortentwickelt werden, um zahlreiche Krankheiten zu vermeiden oder günstig zu beeinflussen, so Gröhe.

Er betonte ebenfalls, dass eine gute Versorgungsqualität nicht allein von der akutmedizinischen Versorgung abhänge sondern dass auch die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation entscheidend sind. Für die Gesellschaft sei es von hohem Interesse, dass Betroffene nach einer Erkrankung bald in ihren normalen Alltag und damit auch ins Erwerbsleben zurückkehren könnten. Die in diesem Fall für die Rehabilitationsleistungen zuständige gesetzliche Rentenversicherung habe das Ziel, die Sicherung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit ihrer Versicherten zu erreichen. Deshalb sei es gut, dass im Gesetz über die Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung das jährliche Budget zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation rückwirkend zum 1. Januar 2014 um aktuell rund 100 Millionen Euro erhöht wurde.

Anders stelle sich die Lage jedoch in der gesetzlichen Krankenversicherung und in der sozialen Pflegeversicherung dar, obwohl Einigkeit darüber herrsche, dass durch Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation Pflegebedürftigkeit vermieden, zumindest aber gemindert werden könne. Daher überrasche die niedrige Zahl von Rehabilitationsempfehlungen bei den Pflegebegutachtungen. Nur ein kleiner Teil der Empfänger von Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalte auch Rehaleistungen.

Es seien neben konkreten Aufträgen an GKV und MDK zur Begutachtungsrichtlinie und Vordrucken auch gesetzgeberische Maßnahmen notwendig, damit Versicherte, bei denen eine Rehabilitation Erfolg verspreche, die Maßnahmen auch bekommen. Im Rahmen der Vorbereitung des 2. Pflegestärkungsgesetzes werde entschieden, ob weitere gesetzliche Maßnahmen zur Verbesserung des Grundsatzes „Rehabilitation vor Pflege“ notwendig sind.

Mit diesen klaren Worten legte Minister Gröhe den Finger in die Wunde und zeigte den bestehenden Handlungsbedarf auf.

 

Kontakt und Nachfragen:

Thomas Bublitz
Hauptgeschäftsführer

Bundesverband
Deutscher Privatkliniken e.V.
Friedrichstr. 60

10117 Berlin
Tel: +49 30 24008990
E-Mail: post@bdpk.de

Herzpark Mönchengladbach

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