Montag, November 24th, 2014

 

Erste „Ermündigungswohnung“ eröffnet

Musterquartier bietet auf 140 Quadratmetern 88 Assistenzsysteme, die das Leben in den eigenen vier Wänden komfortabler und sicherer machen.

Berlin, den 24.11.2014

  Senator Mario Czaja (Gesundheitssenator Berlin), Prof. Birgit Wilkes (Technische Hochschule Wildau), Brigitte Bührlen (WIR! Stiftung) und Tiago da Silva (Geschäftsführer OTBGmbH & Co. KG)

Senator Mario Czaja (Gesundheitssenator Berlin), Prof. Birgit Wilkes (Technische Hochschule Wildau), Brigitte Bührlen (WIR! Stiftung) und Tiago da Silva (Geschäftsführer OTBGmbH & Co. KG)

Die erste „Ermündigungswohnung“, die das Leben in den eigenen vier Wänden komfortabler und sicherer macht, wurde gestern in der Meeraner Straße in Berlin-Marzahn eröffnet. Der auf orthopädische und technische Hilfsmittel spezialisierte Gesundheitsdienstleister OTB errichtete diese einzigartige Musterwohnung in Kooperation mit 44 Partnern aus Forschung, Industrie und Dienstleistung, die in dem Quartier insgesamt 88 den Alltag erleichternde Assistenzsysteme integriert haben.

Auf einer Gesamtwohnfläche von 140 Quadratmetern wird eine klassische Wohnsituation dargestellt – mit Wohn-, Schlaf- und Badezimmer sowie Flur, Küche und WC. Alle dort installierten technischen Komponenten und Funktionen sind bereits auf dem Markt erhältlich.
Den gewählten Begriff „Ermündigungswohnung“ erläutert OTB-Geschäftsführer Geschäftsführer Tiago da Silva, der das Projekt – von der Idee bis zur Fertigstellung – innerhalb von zwölf Monaten mit seinem Team realisierte, wie folgt: „Wir wollen in dieser Wohnung zeigen, wie Menschen durch innovative Technik zu bezahlbaren Preisen in die Lage versetzt werden, ihr Leben gesichtswahrend so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu organisieren. Damit wenden sie eine drohende Entmündigung ab. Insofern sprechen wir hier von der ersten Ermündigungswohnung in Deutschland, die in Berlin-Marzahn entstanden ist.“

Zur Ausstattung der Musterwohnung zählt u. a. ein elektrischer Kleiderlift, der Bekleidung platzsparend hoch oben in Schränken verstaut und auf Knopfdruck herunterfährt. Ähnlich funktioniert ein Gardinenlift, der älteren oder gebrechlichen Menschen die riskante Nutzung der Leiter erspart und die Gardinen, wenn sie gereinigt werden sollen, elektrisch absenkt. Praktisch für Menschen aller Altersgruppen sind beleuchtete Sockelleisten, die mit einem Funkschalter oder Bewegungsmelder gekoppelt sind und nachts beispielsweise den Weg ins Bad ausleuchten. In der Küche wurden u. a. absenkbare Oberschränke und ein automatisch abschaltbarer Herd installiert, der mit einem Bewegungssensor kombiniert ist. Ein hoch innovatives Ausstattungselement ist die Heizung mit selbstlernender Einzelregelung. Über Sensoren „erlernt“ die Heizung das Verhalten des Bewohners in den einzelnen Räumen und passt dementsprechend die Raumtemperatur an. Im Bad wurden neben der barrierefreien Einrichtung auch multifunktionale Fenstergriffe montiert. Diese verfärben sich bei hoher Luftfeuchtigkeit oder geben Signale an einen Pflegdienst, falls ein beispielweise dementer Bewohner über Tage nicht den Raum lüftet. Eine ähnliche Funktion erfüllt ein Wasserflusssensor, der eine Meldung an Angehörige oder die Pflegezentrale auslöst, wenn über einen längeren Zeitraum kein Wasser entnommen wird.

In der Musterwohnung werden neben antizipierten Unterstützungsszenarien auch diesich bietenden Möglichkeiten familiärer und institutioneller Hilfen vorgestellt. Darüber hinaus bietet das Projekt praktische Hilfen an, wie ältere Menschen bei eingetretener Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit eigenverantwortlich Entscheidungen hinsichtlich der Umrüstung ihrer bestehenden Wohnung mit sinnvollen Assistenzsystemen treffen können.

Professor Birgit Wilkes von der Technischen Hochschule Wildau, die die Schirmherrschaft über das Projekt hat, erläuterte bei der gestrigen Eröffnung den Nutzen der Musterwohnung: „Sie ist angelegt wie ein Supermarkt – man findet fast alle Lösungen. Aber am Ende kauft der Kunde genau die Dinge, die für ihn sinnvoll und hilfreich sind. Nahezu alle technischen Lösungen, die hier vorgestellt werden, sind sowohl in Eigenheimen als auch in Geschosswohnungen nachrüstbar, ohne die Wände aufreißen zu müssen.“

Berlins Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja (CDU) würdigte die „Ermündigungswohnung“ in der Meeraner Straße als Leuchtturmprojekt der Berliner Gesundheitswirtschaft: „Hier wird anschaulich demonstriert, wie Menschen vielfältige Hilfe in den eigenen vier Wänden erhalten und damit lange in ihrem privaten Umfeld leben können, auch wenn sie pflegebedürftig werden.“ Derzeit, so Czaja, gebe es in Berlin 100.000 pflegebedürftige Menschen, von denen die Hälfte von eigenen Angehörigen gepflegt würde. Dies sei oft nicht leicht, da 95 Prozent der Wohnungen nicht altersgerecht ausgestattet seien.
Die Musterwohnung in der Meeraner Straße 7 kann von jedermann besichtigt werden.
Öffnungszeiten:
Dienstag 10.00-12.00 Uhr
Donnerstag 15.00-17.00 Uhr
Individuelle Terminvereinbarungen sind per E-Mail (info@ermuendigung.de) möglich.

Internetseite: www.ermuendigung.de

Bildmaterial:  Senator Mario Czaja (Gesundheitssenator Berlin), Prof. Birgit Wilkes (Technische Hochschule Wildau), Brigitte Bührlen (WIR! Stiftung) und Tiago da Silva (Geschäftsführer OTBGmbH & Co. KG)

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Reha-Antrag leicht gemacht KJF Rehakliniken starten Initiative für mehr Kinder- und Jugend-Gesundheit

Immer mehr junge Patienten benötigen Hilfe bei chronischen Erkrankungen. Dies belegen unter anderem Studien des Reha-Bündnisses Kinder und Jugendliche. Daher haben die KJF Rehakliniken für Kinder und Jugendliche die Initiative „Reha-Antrag leicht gemacht“ im Internet gestartet. Sie richtet sich vor allem an Kinderärzte und soll sie dabei unterstützen, den komplizierten Reha-Antrag für ihre Patienten leichter auszufüllen.

 

In einem Service-Video auf www.antrag-leichtgemacht.de  gibt Dr. Markus Koch von der Klinik Hochried in Murnau, die wie die Alpenklinik Santa Maria in Oberjoch und die Fachklinik Prinzregent Luitpold in Scheidegg zum größten privaten Träger von Kinder- und Jugendrehabilitation in Deutschland gehört, Tipps zum Ausfüllen des ärztlichen Befundberichts für eine Kinderreha. Missverständliche Fragen des Antragsformulars werden beantwortet, zusätzliche Informationen rund um das Thema Begleitpersonen werden gegeben. Außerdem wird die Reha, die sich an Jungen und Mädchen richtet, von einer Mutter/Vater-Kind-Kur unterschieden.

 

„Es werden zu wenig Reha-Anträge für chronisch erkrankte Kinder und Jugendliche in Deutschland gestellt“, ist Dr. Bernhard Hoch, Medizinischer Direktor der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) überzeugt. „Nicht nur wir mit unserem KJF Gesundheitsnetzwerk könnten helfen, wenn Eltern mehr über die Vorteile der Reha wüssten und Ärzte besser bei der Antragsstellung unterstützt wären. Daher haben wir die Initiative „Antrag leicht gemacht“ gestartet.“ Auf der Website können die Ärzte natürlich auch in einem ICD-10-GM-Verzeichnis das passende Behandlungskonzept der KJF Rehakliniken für ihre jungen Patienten finden. Ein PDF als Download gibt nochmals einen Überblick über alle Hinweise zum Antrag. Nicht zuletzt findet sich auf dem Service-Angebot für Ärzte eine Studie, wie Mediziner und Gesundheitsdienstleister den Antragsprozess für eine Kinder-Reha bewerten.

Dr. Markus Koch von der Klinik Hochried in Murnau erklärt in einem Video-Tutorial, wie der Antrag für eine Reha-Maßnahme für Kinder und Jugendliche leichter auszufüllen ist.

Dr. Markus Koch von der Klinik Hochried in Murnau erklärt in einem Video-Tutorial, wie der Antrag für eine Reha-Maßnahme für Kinder und Jugendliche leichter auszufüllen ist.

Weitere Informationen sowie eine Newsletter-Registrierung gibt es im Internet auf www.antrag-leichtgemacht.de. Über das Angebot der KJF Rehakliniken für Kinder und Jugendliche sind alle Informationen auf www.kjf-rehakliniken.de zusammengestellt. Die Beratungshotline für Ärzte und Eltern ist unter 0821 2412-622 oder per E-Mail an beratung@kjf-rehakliniken.de zu erreichen.

Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF)

Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF) wurde 1911 gegründet. Sie ist ein Gesundheits- und Sozialdienstleister mit rund 80 Einrichtungen und Diensten im Gebiet zwischen Lindau, Neu-Ulm, Nördlingen, Aichach und Murnau. Dazu gehören unter anderem Angebote der Medizin mit mehreren Kliniken, der Berufsbildung für behinderte und nicht behinderte Jugendliche und Erwachsene mit Berufsbildungswerken und Vermittlungsdiensten, der Kinder- und Jugendhilfe mit Wohngruppen, Tagesstätten, Beratungsstellen und mobilen Diensten sowie mehrere Schulen.
Die rund 3.700 Beschäftigten des Verbandes helfen im Jahr 75.000 Kindern, Jugendlichen und Familien bei Schwierigkeiten und Fragen. Vorstandsvorsitzender der KJF ist Markus Mayer, Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Weihbischof em. Josef Grünwald.

Weitere Informationen zur KJF Augsburg finden Sie unter www.kjf-augsburg.de.

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