Dienstag, April 29th, 2014

 

DRV Kolloquium Dinner von Softsolution am 11.März 2014 in Karlsruhe – Zusammenfassung von Herrn Staatssekretär a.D. Neithart Neitzel

Kolloquium-Dinner Rehawissenschaftliches Kolloquium

 Die Firma Softsolution veranstaltete anläßlich des Rehawissenschaftlichen Kolloquiums der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Karlsruhe ein Kolloquium-Dinner, in dessen Mittelpunkt zwei Fachvorträge standen.

Den ersten Vortrag hielt Privatdozent Dr. med. Thomas Widmann von der ACURA-Waldklinik Dobel zum Thema „Integration neuer wissenschaftlicher Konzepte in die Rehabilitation am Beispiel „Sport nach Krebs“. Widmann machte das Problem anhand des Darmkrebs-Risikos deutlich: Danach haben Menschen , die Nichtraucher sind, sich mindestens 45 Minuten am Tag bewegen, keinen Diabetes oder keine Adipositas haben und wenig rotes Fleisch essen, kein erhöhtes Darmkrebs-Risiko. Im Umkehrschluß sind alle Menschen, die nicht diese Bedingungen erfüllen, einem erhöhten Risiko ausgesetzt. So verwundert es nicht, daß die Zahl der Darmkrebsfälle von 40.000 in 1980 auf über 70.0000 in 2010 angestiegen ist. Allerdings ist im Vergleichszeitraum die Zahl der Todesfälle gesunken: Während die Spitze 1992 mit 31.000 erreicht wurde, lag der Tiefpunkt 2008 bei knapp 27.000. Diese Absenkung ist im wesentlichen dem medizinischen Fortschritt – u. a. neuen Operationsmethoden und innovativen Medikamenten – zu verdanken.

In der medizinischen Rehabilitation wurde durch „Sport nach Krebs“ eine deutliche Senkung des Rückfallrisikos erreicht – bei Darmkrebs um 47 %, Brustkrebs um 67 % und Prostatakrebs um 57 %. An der ACURA-Klinik Dobel wird auf drei Levels trainiert. Kurzer, später normaler Spaziergang und schließlich Walking. Die Machbarkeit – so Widmann – ist durch wissenschaftliche Studien erwiesen. Auch läßt sich der Sport in die Therapiestandards integrieren und nach Abschluß der Reha durch ein internetgestütztes Training auf der Basis eines Programms der Movival GbR fortsetzen. Der Erfolg der Reha läßt sich – so Widmann abschließend – dadurch nachhaltig sichern.

Den zweiten Fachvortrag hielt in seiner unnachahmlichen Art der Erste Direktor der DRV Baden-Württemberg, Hubert Seiter. Er sprach zum Thema: „Reha nach Kassenlage oder bedarfsgerecht investieren in Gesundheit und berufliche Bildung? Eine Analyse der Koalitionsversprechen“.

Zu Beginn seiner Ausführungen zitierte Seiter Marx: „Mit allen Kräften muß … versucht werden, jenen Menschen, die der … Rehabilitation fähig sind, wieder zum eigenverantwortlichen Unterhaltserwerb zu verhelfen.“ Seiter hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sagte, dieses Wort stamme nicht von Karl Marx, sondern von Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising.

Nach dem Reha-Rating -Report 2009 steigt der Reha-Bedarf bis 2020 um 6,3%, bedingt durch die demographische Entwicklung, den medizinisch-technischen Fortschritt, das Anwachsen von Multimorbidität und den Eintritt der „Baby-Boomer“ in das Alter, wo Reha verstärkt nachgefragt wird. Demgegenüber sind die Ausgaben für Reha bei der DRV gedeckelt: Das Reha-Budget entwickelte sich nur geringfügig durch die Steigerung der Brutto-Löhne, an die es quasi angekoppelt ist. Die Große Koalition plant nun die Steigerung des Rehabudgets bis 2017 um ca. 250 Mio EURO jährlich. Laut Seiter wird zwar die Demographie bei dieser Steigerung berücksichtigt, nicht jedoch ein verändertes Krankheitsspektrum (Anstieg psychischer Erkrankungen), der präventive Auftrag der DRV, der wachsende Bedarf an Anschlußheilbehandlungen und Nachsorge. Seiter schlug vor, den Reha-Deckel ganz abzuschaffen und das Budget durch die Selbstverwaltung der gesetzlichen Rentenversicherung festlegen zu lassen. Nur so könnten Rationalisierung, Priorisierung und Rationierung vermieden werden.

Schließlich betonte Seiter, daß Reha sich auch rechne: Zwei Jahre nach der medizinischen Reha zahlten über 80 % der Teilnehmer wieder Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung, und – Kosten gegen Ertrag gerechnet – „amortisiere“ sich eine Reha-Maßnahme bereits nach vier Monaten. Seiters Credo: Man müsse nicht an, sondern mit der Reha sparen.

Die Bundesregierung hat inzwischen den Gesetzentwurf zur Änderung des Rentenrechts, in dem auch die Anhebung des Reha-Deckels enthalten ist, in den Deutschen Bundestag eingebracht. Auf der Agenda der Großen Koalition stehen noch das Bundesteilhabegesetz und das Präventionsgesetz. Seiter erwartet eine zügige Umsetzung auch dieser Vorhaben, die für die Rehabilitation in der Rentenversicherung besondere Bedeutung haben.

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Verbändeanhörung am 29.4.2014 zur Stufe Eins der Pflegereform: Ersatzkassen wollen Pflegeleistungen dauerhaft vor Preisverfall schützen – vdek fordert verbindliche Regelung im Gesetz

Berlin, 29.4.2014 – „Mit der ‚Stufe Eins’ der Pflegereform macht die Bundesregierung einen großen Schritt nach vorn, um die Versorgung der Pflegebedürftigen zu verbessern.“ Dies erklärte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), anlässlich der am 29. April 2014 stattfindenden Anhörung der Verbände zum Referentenentwurf eines neuen Gesetzes zur Verbesserung der Leistungen für Pflegebedürftige und zur Errichtung eines Pflegevorsorgefonds.
Insbesondere die Anpassung der Leistungsbeträge – Dynamisierung – um in der Regel 4 Prozent seien notwendig, um dem inflationsbedingten Preisverfall der Leistungen entgegenzuwirken. Hinzu kommen weitere „schnelle Hilfen“ wie Verbesserungen bei den Betreuungsleistungen oder die Einführung von Entlastungsleistungen zur Unterstützung der hauswirtschaftlichen Versorgung, womit vor allem die pflegenden Angehörigen entlastet werden.

Mit Blick auf die Zukunft fordert Elsner die Bundesregierung auf, eine verbindliche Regelung im Gesetz zu verankern, um die Leistungen der Pflege dauerhaft vor einer Entwertung zu schützen. „Die Dynamisierung muss zukünftig regelmäßig und verbindlich erfolgen. Gut wäre es, die Anpassung der Leistungsbeträge an eine wirtschaftliche Kenngröße, wie zum Beispiel die allgemeine Preissteigerung, zu koppeln.“

Elsner unterstrich erneut ihre Forderung, den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff rasch einzuführen. „Die ‚Stufe Zwei’ der Pflegereform muss noch in dieser Legislaturperiode kommen. Das sind wir den Pflegebedürftigen nach fast acht Jahren intensiver Diskussion schuldig“, so Elsner abschließend. Im November 2006 hatte das Bundesministerium für Gesundheit einen Beirat zur Überprüfung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs eingesetzt.

Kontakt

Michaela Gottfried
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Altpeter stellt neues Geriatriekonzept vor

Sozialministerin Katrin Altpeter will die geriatrische Versorgung älterer Menschen in Baden-Württemberg weiterentwickeln und verbessern. Gemeinsam mit Experten, Organisationen und Verbänden aus der Geriatrie sowie dem Landesseniorenrat hat das Sozialministerium deshalb das Geriatriekonzept 2014 erarbeitet, das die Ministerin heute vorgestellt hat.  Das neue Geriatriekonzept stellt dar, wie die verschiedenen mit Altersmedizin befassten Bereiche dazu beitragen können, dass alte Menschen auch bei mehrfachen und chronischen Erkrankungen möglichst lange und selbständig in den eigenen vier Wänden leben können.

Ministerin Altpeter: „Die heutige geriatrische Versorgung in Baden-Württemberg ist sehr gut. Unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern stehen überall im Land umfassende Hilfe- und Unterstützungsangebote zur Verfügung. Angesichts der demografischen Entwicklung müssen wir aber schon heute daran arbeiten, eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen. Das gelingt uns mit dem neuen Geriatriekonzept.“ Ein Schwerpunkt des Geriatriekonzepts liegt Ministerin Altpeter zufolge auf dem Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“.

Die Anforderungen an eine moderne und zukunftssichere geriatrische Versorgung sind vielfältig. Sie muss wohnortnah organisiert sein und mehr ambulant als stationär ausgerichtet sein. Die Angebote müssen eng miteinander vernetzt sein und eine durchgängige Versorgung gewährleisten. Zudem müssen präventive Versorgungsstrukturen dabei ebenso miteinbezogen werden wie akutmedizinische, pflegerische, rehabilitative und palliative.

Kassen stehen zu ihrer Verantwortung für geriatrische Reha
Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in denen sich viele Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation seit längerem befinden, zeigte sich Ministerin Altpeter erfreut darüber, dass die Krankenkassen den geriatrischen Reha-Kliniken jetzt eine höhere Leistungsvergütung zugesichert haben. Außerdem wurde vereinbart, das Verfahren, mit dem die Kassen ihre Versicherten an die  geriatrischen Reha-Einrichtungen zuweisen, zu vereinfachen. „Die Krankenkassen bekennen sich damit klar zu ihrer Struktur- und Finanzierungsverantwortung in der Geriatrie“, erklärte die Ministerin. Sie hatte die Verhandlungen zwischen Kassen und Kliniken moderiert, da das Land in dieser Sache keine gesetzlichen Entscheidungsmöglichkeiten hat.

Stärkere Ausrichtung auf alte Menschen in allen Versorgungsbereichen
Neben einem verbesserten Zugang zu geriatrischen Rehabilitationsangeboten sollen auch die Krankenhäuser stärker auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet werden. Zudem sollen auch die ambulanten Versorgungsstrukturen gestärkt werden. Ambulante Angebote sollen weiter ausgebaut und eine lückenlose Versorgungskette gewährleistet werden. Gelingen soll diese u. a. durch geriatrische Institutsambulanzen, die zwischen der ständigen Betreuung durch den Hausarzt und der spezialisierten Versorgung im teilstationären bzw. stationären Sektor angesiedelt sind. Die Einrichtung Geriatrischer Institutsambulanzen und Geriatrischer Versorgungsnetzwerke soll bestehende Angebote besser miteinander vernetzen.
Die Ministerin: „Der Austausch und eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Gesundheitsberufe sind gerade in der Altersmedizin sehr wichtig. Denn hier müssen alle notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit eines Patienten gleichzeitig in einem Gesamtkonzept berücksichtigt werden. Die traditionelle zeitliche Trennung von kurativen, rehabilitativen und flankierenden Maßnahmen hilft dem geriatrischen Patienten nicht.

Geriatriekonzept – Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg (PDF)

Kontakt:

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren
Schellingstraße 15, 70174 Stuttgart
Helmut Zorell
Pressesprecher und Leiter der Pressestelle
Telefon: 0711 123-3549
Mobil: 0170 9104844
E-Mail: helmut.zorell@sm.bwl.de

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