Mittwoch, Februar 27th, 2013

 

DEGEMED: Bernd Petri löst Hartmut Stern an der Verbandsspitze ab

Pressemitteilung Berlin, den 27.02.2013

Prof. Bernd Petri

Hon.-Prof. Bernd Petri

Bei der Neuwahl des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED) tritt Prof. Bernd Petri an die Stelle von Hartmut Stern.

Berlin, 27. Februar 2013: Die DEGEMED stellt die Weichen für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Verbandes in der Zukunft. Die Mitgliederversammlung wählte am 27.02.2013 den Vorstand für die nächste dreijährige Amtsperiode. Prof. Bernd Petri (BG Klinik für Berufskrankheiten, Bad Reichenhall) übernimmt das Amt des Vorsitzenden des Vorstands von Hartmut Stern (Bavaria Klinik, Kreischa). Dr. Constanze Schaal (RehaZentren der DRV Baden-Württemberg) und Volker Behncke (AWO Gesundheitsdienste, Hannover) werden als erste Stellvertreterin bzw. als zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden bestätigt. Dem künftigen Vorstand gehören außerdem Petra Schraml-Dussle (Fachklinik Sonnenhof, Waldachtal), Horst Gollée (Kirchberg Klinik, Bad Lauterberg) und Thomas Bold (Paracelsus Osterberg Klinik, Bad Gandersheim) als Beisitzer an. Hartmut Stern wird sich aber weiter für die DEGEMED engagieren und übernimmt den  Vorsitz in der Mitgliederversammlung. Sein Stellvertreter in diesem Amt ist künftig Hermann Buhlert (Klinik am See, Rüdersdorf).

Prof. Petri, der zugleich Mitglied der Geschäftsführung der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) ist,  würdigte Stern für seine Arbeit als Vorsitzender der DEGEMED in den vergangenen drei Jahren: „Integrität, Kompetenz und Begeisterung für die medizinische Rehabilitation zeichnen Hartmut Stern aus. Das hat er auch in die Arbeit für die DEGEMED eingebracht. Die DEGEMED verdankt ihm viel.“ Stern versprach, die DEGEMED auch weiterhin über sein neues Amt hinaus zu unterstützen: „Viele aktuelle Themen und Entwicklungen in der Rehabilitation müssen kritisch begleitet werden. Die MBOR wird beispielsweise vieles verändern. Hier will ich mit dafür sorgen, dass die DEGEMED dieses Thema immer wieder aufgreift und in der Diskussion mit den Reha-Trägern Position bezieht.“ Petri kündigte an, das inhaltliche Profil der DEGEMED weiter zu schärfen. „Der Verband wird gleichzeitig Interessenvertreter und Innovationstreiber in der medizinischen Rehabilitation sein,“ so Petri.

Prof. Bernd Petri engagiert sich seit langem in unterschiedlichen Funktionen für die Belange der Rehabilitation. Von 2006 bis 2012 war er Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR) in Frankfurt, davor leitete er die Bezirksdirektion der VBG in Dresden. Petri stammt aus Essen und ist Volkswirt.

Die DEGEMED setzt sich seit 1997 als indikationsübergreifender Spitzenverband und als Fachgesellschaft für die konsequente Weiterentwicklung der qualitätsorientierten medizinischen Rehabilitation ein. Sie vertritt dabei stationäre Reha-Kliniken und ambulante Reha-Zentren aller Indikationen mit öffentlichem, privatem und frei-gemeinnützigem Hintergrund.

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Krankenkassen stehen ab sofort bei Leistungsanträgen unter Druck!

Kaum bemerkt wurde mit dem Patientenrechtegesetz am 25. Februar 2013 im Bundesgesetzblatt eine wesentliche Änderung für die Bewilligung von Leistungsanträgen gültig. Nach dem neu eingeführten § 13 Abs. 3a SGB V haben Krankenkassen über einen Antrag auf Leistungen zügig, spätestens bis zum Ablauf von drei Wochen nach Antragseingang oder in Fällen, in denen eine gutachtliche Stellungnahme eingeholt wird, innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang zu entscheiden.

Die Bundesregierung hat die Gesetzesänderung im Herbst 2012 noch damit begründet, dass diese Beschleunigung der Bewilligungsverfahren bei den Krankenkassen zum einen der schnellen Klärung von Leistungsansprüchen diene, zum anderen erhielten die Versicherten bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen in kurzer Zeit ihre Leistungen. Bei nicht rechtzeitiger Leistungserbringung können Versicherte sich erforderliche Leistungen selbst beschaffen.

Auffallend ist, dass weder das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) noch das Bundesjustizministerium (BMJ) in ihren Veröffentlichungen zum Patientenrechtegesetz in dieser Woche auf diesen Rechtsanspruch der Versicherten hinweisen. Zumindest das Leitbild des BMG sei eigentlich der mündige Patient, der Ärzten und Krankenkassen informiert und aufgeklärt auf Augenhöhe gegenübertreten müsse. In dem BMJ Infoblatt „Patientenrechte im Klartext“ vom 25. Februar 2013 wird § 13 Abs. 3a SGB V nicht erwähnt, weil er offensichtlich nicht in den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums falle, so die zuständige Ministerin. Auch das BMG informiert zwar über Versichertenrechte in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf seiner Internetseite, nicht aber über die Beschleunigung des Bewilligungsverfahrens. In einem gemeinsamen Video der Ministerien auf Youtube wird diese Regelung auch nicht erwähnt, aber das Video wurde bis heute auch nur 1.831 mal aufgerufen und neunmal für gut befunden.

Trotzdem gilt ab sofort, dass Krankenkassen über einen Leistungsantrag innerhalb von drei Wochen nach Antragseingang oder in Fällen, in denen eine gutachtliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wird, innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang entscheiden müssen. Erfolgt keine Entscheidung, müssen die Krankenkassen dies ihren Versicherten mit nachvollziehbarer Begründung schriftlich mitteilen. Wenn Krankenkassen eine gutachtliche Stellungnahme für erforderlich halten, haben sie diese unverzüglich einzuholen und die Leistungsberechtigten hierüber zu unterrichten, damit diese wissen, ob die Drei-Wochen-Frist oder die Fünf-Wochen-Frist gilt.

In der Gesetzesbegründung wurde vorsorglich gleich dargelegt, was eine „nachvollziehbare Begründung“ sei und bestimmt, dass sich Krankenkassen dabei nicht auf Gründe berufen können, die in ihren Verantwortungsbereich fallen wie z. B. Organisationsmängel oder Arbeitsüberlastung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Medizinische Dienste müssen seit 26. Februar 2013 innerhalb von drei Wochen gutachtlich Stellung nehmen. Die Justitiare der Krankenkassen werden daher bemüht sein, die entsprechenden Standardbriefe mit den „nachvollziehbaren Begründungen“ zu entwerfen, denn Krankenkassen werden laut Bundesregierung verpflichtet die im Gesetz genannte Fünf-Wochen-Frist auch dann einzuhalten, wenn der Medizinische Dienst nicht in der für ihn maßgeblichen Drei-Wochen-Frist Stellung nimmt.

Schaffen es die Rechtsanwälte der Krankenkassen nicht „die hinreichenden Gründe“ überzeugend darzulegen, gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt. Beschaffen sich Leistungsberechtigte nach Ablauf der Frist eine erforderliche Leistung selbst, sind die Krankenkassen zur Erstattung der hierdurch entstandenen Kosten verpflichtet.

Da diese Ausnahme vom Sachleistungsprinzip eine Sanktionsmöglichkeit gegen Krankenkassen darstellt, sollten Leistungserbringer bei allen Kostenvoranschlägen einen entsprechenden Hinweis auf die Fristeinhaltung nach § 13 Abs. 3a SGB V einfügen und ihrerseits die Patienten über das Datum eingereichter Leistungsanträge informieren. Vor allem sind die allgemeinen Verordnungsgrundsätze des Gemeinsamen Bundesausschuss und vertragliche Pflichten bei Kostenvoranschlägen von allen Leistungserbringern genauestens zu beachten.

Es ist zu erwarten, dass von den Krankenkassen „nachvollziehbare Begründungen“ für die Nichteinhaltung der Fristen bei den Leistungserbringern gesucht und oft auch gefunden werden. Das Versorgungsziel oder der Versorgungsanspruch auf der ärztlichen Verordnung seien nicht hinreichend begründet oder der Kostenvoranschlag des Sanitätshauses weise Unvollständigkeiten und Mängel auf, werden wohl zu den Standardargumenten gehören.

Informationen zum § 13 Abs. 3a SGB V und weiteren gesetzlichen Änderungen

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Krankschreibungen nehmen weiter zu: Mehr als jeder sechste Fehltag psychisch bedingt

Hamburg. Auch 2012 haben Fehlzeiten aufgrund psychischer Diagnosen weiter zugenommen. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) ist der bundesweite Krankenstand 2012 insgesamt nur geringfügig um 1,4 Prozent gestiegen und liegt bei 3,88 Prozent. Bei den psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeiten ist der Anstieg mit 5,7 Prozent jedoch deutlich höher als in allen anderen Diagnosekapiteln.

Im Durchschnitt war jede Erwerbsperson in Deutschland laut TK 2012 14,2 Tage und damit 0,2 Tage mehr als im Jahr zuvor arbeitsunfähig. Fast zweieinhalb Tage davon entfielen auf psychische Erkrankungen.

Gudrun Ahlers, verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung der TK: “Psychisch bedingte Fehlzeiten machen mittlerweile über 17 Prozent aller Fehlzeiten aus, das heißt jeder sechste Krankschreibungstag läuft unter einer psychischen Diagnose.”

Häufigste Einzeldiagnose ist die depressive Episode. Statistisch gesehen war jede Erwerbsperson im vergangenen Jahr 0,8 Tage mit dieser Diagnose krankgeschrieben. “Depressive Episoden, zu denen auch die Erschöpfungsdepression Burnout gehört, stehen damit auf Platz eins der Hauptursachen von Krankschreibungen, noch vor Rückenschmerzen und Erkältungserkrankungen”, so Gudrun Ahlers. “Am Burnout erkrankt man jedoch nicht von heute auf morgen, sondern es ist ein meist langwieriger Prozess, bei dem Stress in dauerhafte Überforderung und schließlich in einen Zustand der völligen Erschöpfung, des Ausgebranntseins mündet.” Deshalb sei wichtig, so die TK, die Anzeichen rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Gudrun Ahlers: “Stress lässt sich in der modernen Arbeitswelt kaum vermeiden. Man kann aber lernen, damit umzugehen und die eigenen Gesundheitsressourcen zu stärken.”

Die TK unterstützt ihre Kunden mit einem individuellen E-coaching. Über ihre Internetseite tk.de können Versicherte der TK und auch anderer Krankenkassen einen siebenwöchigen interaktiven Burnout-Coach nutzen, der sie zu einem ausgeglicheneren Alltag begleitet. Darüber hinaus bietet die Gesundheitskurse zur Burnout-Prophylaxe webcode 135090) und die Broschüre “Burnout vorbeugen – Wege zu gesunder Arbeit” an (webcode 483606).

Hinweis für die Redaktionen:

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der 3,9 Millionen bei der TK versicherten Er-werbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Seit 2013 folgen die Gesundheitsberichte der Krankenkassen einer neuen Standardisierung. Aufgrund dessen ist es nicht möglich, die aktuellen Daten mit den Zahlen der Berichtsjahre vor 2011 zu verglei-chen.

Pressekontakt:

Michaela Hombrecher, TK-Pressestelle
Telefon: 040.6909 2223, E-Mail: michaela.hombrecher@tk.de,
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