Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen in Baden-Württemberg: Einrichtungen und Betten erreichen 2013 neuen Tiefststand

Veröffentlicht am 03.09.2014 09:48 von redaktion

Stuttgart, 3. September 2014 – Nr. 301/2014

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Ebenfalls Rückgang der Patientenzahlen

Im Jahr 2013 waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes mit insgesamt 200 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen vier Einrichtungen weniger als noch im Vorjahr in Betrieb, so wenig wie noch nie seit Einführung der bundeseinheitlichen Krankenhausstatistik in den Jahren 1990/91. 1991 gab es mit 239 Einrichtungen rund 16 Prozent mehr Einrichtungen als heutzutage. Auch die Anzahl der aufgestellten Betten hat sich im Vergleich zum Vorjahr verringert, und zwar um ca. 1,1 Prozent auf nun mehr 25 962 Betten. Ähnlich rückläufig hat sich auch die Anzahl der Patienten, die das vollstationäre Angebot dieser Einrichtungen der medizinischen Vor- und Nachsorge wahrgenommen haben, entwickelt: Diese sank um 0,7 Prozent oder um 2 273 auf gut 302 000 Patienten und setzt damit den bereits in den letzten Jahren – mit Ausnahme des Jahres 2012 – zu beobachteten Abwärtstrend fort. Die Anzahl der Pflegetage hat sich im Vergleich zu 2013 um 75 665 auf knapp 7,44 Millionen verringert. Dies kann mit der rückläufigen Patientenanzahl und der ebenfalls zurückgegangenen durchschnittlichen Dauer einer stationären Behandlung auf aktuell 24,6 Tage erklärt werden. Die Bettenauslastung betrug 2013 78,5 Prozent.

Weniger kleine und mittelgroße Einrichtungen

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg berichtete weiterhin, dass der Rückgang bei der Zahl der Einrichtungen, die Leistungen der stationären Vorsorge oder Rehabilitation anbieten, hauptsächlich zu Lasten der kleineren und mittelgroßen Einrichtungen gegangen ist: Gab es im Jahr 1991 noch 170 Einrichtungen mit weniger als 150 Betten, ist die Anzahl im Jahr 2013 auf 122 Einrichtungen zurückgegangen, der Anteil ist damit von 71,1 Prozent auf 61,0 Prozent gesunken. Im Gegenzug dazu verfügten im Jahr 1991 69 Einrichtungen (was einem Anteil von 28,9 Prozent entspricht) der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen über 150 und mehr Betten, wohingegen die Zahl der Einrichtungen im Jahr 2013 auf 78 (d.h. 39,0 Prozent) angestiegen ist.

Im Zeitvergleich: Patientenzahl, Behandlungstage und Bettenauslastung …

Wesentliche Kennzahlen für den Bereich der Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen – insbesondere die Patientenzahl, die Zahl der Behandlungstage sowie die durchschnittliche Bettenauslastung – unterlagen innerhalb der vergangenen 22 Jahre zum Teil deutlichen Schwankungen und weisen heute allesamt ein niedrigeres Niveau auf als noch 1991. Den stärksten Einbruch der Fallzahlen überhaupt seit Einführung der bundeseinheitlichen Krankenhausstatistik in den Jahren 1990/91 gab es 1997, als unter anderem Leistungskürzungen und Zuzahlungserhöhungen bei Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen festgelegt wurden.1)

Die Zahl der Patienten, die damit verbundenen Behandlungstage sowie die durchschnittliche Bettenauslastung hingegen haben sich in den Jahren 1998 bis 2001 deutlich erholt, brechen dann aber – allerdings in einem weitaus geringerem Umfang als noch im Jahr 1997 – in den folgenden fünf Jahren wieder ein. Ab dem Jahr 2007 ist erneut ein kleiner Anstieg der Fallzahlen zu beobachten, der möglicherweise unter anderem einem im Jahr 2007 in Kraft getretenen Gesetz2), in dem Rehabilitationsmaßnahmen als Pflichtleistung verankert wurden, zugeschrieben werden kann. Dieser Aufwärtstrend ist allerdings in den vergangenen vier Jahren teilweise wieder in eine Abwärtsbewegung übergegangen.

… sowie Verweildauer, Anzahl der Einrichtungen und Bettenzahl

Dagegen ist die durchschnittliche Verweildauer seit dem Einbruch 1997 – wohl hauptsächlich wegen der in den Gesetzen verankerten grundsätzlichen maximalen Dauer eines Aufenthalts in einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung – relativ konstant geblieben. Relativ unabhängig von den gesetzlichen Änderungen haben sich die Anzahl der Einrichtungen und die der aufgestellten Betten in diesen Einrichtungen entwickelt. Beide Werte lagen bis zum Jahr 2003 über dem im Jahr 1991 herrschenden Niveau, haben dann aber relativ kontinuierlich abgenommen.

Land entwickelte sich entgegen dem Bundestrend

Bezogen auf das gesamte Bundesgebiet hingegen ist ein gegenläufiger Trend bei einigen Indikatoren zu erkennen: Für Gesamtdeutschland liegt die Zahl der Einrichtungen, die der aufgestellten Betten, die der Patienten und der Behandlungstage im Jahr 20123) allesamt über denen von 1991. So waren im Jahr 2012 insgesamt 31 Einrichtungen mehr als im Jahr 1991 in Betrieb, was einem Plus von 2,6 Prozent entspricht; die Zahl der aufgestellten Betten ist dabei um 17,2 Prozent gestiegen. Bei den Pflegetagen konnte ein Plus von 9,5 Prozent verzeichnet werden und die Anzahl der zu behandelnden Personen ist sogar um ein Drittel angewachsen. Dieser Anstieg ist vor allem auf die nord- und ostdeutschen Bundesländer zurückzuführen, in denen in den vergangenen Jahren das Versorgungsangebot bezüglich Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen deutlich zugenommen hat. Es kann daher vermutet werden, dass durch das in diesen Regionen Deutschlands angestiegene Versorgungsangebot Patienten, die sonst Einrichtungen in Baden-Württemberg aufgesucht haben, durch das verbesserte Angebot auf wohnortnähere oder teilweise auf spezialisiertere Einrichtungen umgestiegen sind und die Fallzahlen in Baden-Württemberg daher eher rückläufig sind.

1) Gesetz zur Umsetzung des Programms für mehr Wachstum und Beschäftigung in den Bereichen der Rentenversicherung und Arbeitsförderung (Wachstums- und Beschäftigungsförderungsgesetz – WFG) vom 25.09.1996, Gesetz zur Entlastung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (Beitragsentlastungsgesetz – BeitrEntlG) vom 01.11.1996.

2) Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz – GKV-WSG) vom 26.03.2007.

3) Für das Jahr 2013 liegen noch keine endgültigen Bundesergebnisse vor.

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