Vom Bundesgrenzschützer zum Finanzwächter

Veröffentlicht am 12.06.2017 10:15 von BFW_Leipzig

Marco Knoche absolviert seit Januar 2017 eine Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten im Rahmen einer beruflichen Rehabilitation; © H. Blumentritt, BFW Leipzig

Marco Knoche absolviert seit Januar 2017 eine Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten im Rahmen einer beruflichen Rehabilitation; © H. Blumentritt, BFW Leipzig

Als Marco Knoche am 17. Januar 2017 seine Umschulung antrat, hatte er ein klares Ziel vor den Augen. Sein neues Berufsziel ist der Verwaltungsfachangestellte. Dort wird er all seine Energie reinsetzen, um das Ziel auch zu erreichen. Es ist sein dritter Anlauf im Berufsleben dauerhaft Fuß zu fassen.

Der 1973 geborene Bernburger begann sein Berufsleben beim Bundesgrenzschutz als Polizeimeister. Ein gutes Rüstzeug für die heute gewählte Laufbahn als Verwaltungsfachangestellter.

Dann fuhr er 10 Jahre als Berufskraftfahrer durch Deutschland. Auch das ein guter Job für den 44-Jährigen.

In der Freizeit bestimmten sein Engagement bei der freiwilligen Feuerwehr und Volleyball sein Leben. Und natürlich ist ihm die Familie sehr wichtig.

Ein fast perfektes Leben für Marco Knoche könnte man meinen. Wenn da nicht die Sache mit dem Herzfehler gewesen wäre, der ihn 1994 zwang, den Dienst beim Bundesgrenzschutz zu quittieren. Die Leistungsanforderungen waren doch zu hoch, um ihnen mit der Erkrankung noch gerecht zu werden. Eine bittere Erkenntnis.

Doch Marco Knoche verlor nicht den Mut und stieg um oder besser auf, auf den LKW als Berufskraftfahrer. Fast zehn Jahre hinterm Lenkrad seines Brummis. Es war eine spannende Zeit. Doch auch hier ereilte ihn ein Schicksalsschlag. Juli 2014. Ein Arbeitsunfall. Erst hoffte er noch auf Heilung. Komplikationen traten ein und so musste ihm im Frühjahr 2015 der rechte Unterschenkel amputiert werden. Fast eineinhalb Jahre Krankschreibung. Vorbei war es mit dem Job als Berufskraftfahrer.

Für den bislang so aktiven Mitvierziger eine lange Zeit des Stillstands. Und dann? Er machte die erste Erfahrung mit einem Berufsförderungswerk. In Staßfurt. Fast in seiner Heimat. Dort durchlief er eine Berufsfindung und Arbeitserprobung. Sein Berufsziel stand fest: Verwaltungsfachangestellter. Dafür fühlte er sich trotz seiner körperlichen Einschränkungen fit.

Für die Umschulung musste Marco Knoche dann doch nach Leipzig ziehen. Nur das hiesige Berufsförderungswerk bot ihm die Chance, seinen Berufswunsch zu verwirklichen. So begann er im BFW Leipzig im Oktober mit einem Rehabilitationsvorbereitungslehrgang, sich auf die Umschulung vorzubereiten. Aus der Schule war er lange Zeit raus und diese Vorbereitung half ihm, wieder ins Lernen einzutauchen. Die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten und ein vollkommen neuer Lebensabschnitt konnten beginnen. Das war im Januar 2017.

Seit her meistert Marco Knoche den Lernstoff mit Bravur. Seine Erfahrungen aus der Zeit als Polizeibeamter helfen ihm zwar, sich im Behördendeutsch zurechtzufinden und doch betrat er mit der Umschulung komplettes Neuland. Die Zeit seit seiner Polizeilaufbahn hat scheinbar die Verwaltungsvorschriften um ein Vielfaches anwachsen lassen. Er will und er wird es schaffen.

In der Klasse wurde er von den Mit-Umschülern gut aufgenommen. Das bringt einen zusätzlichen Schub an Motivation. Und zum Sport hat der Bernburger auch wieder zurückgefunden. Er fährt ein Rollstuhlzuggerät, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. Besser klingt da schon Handbike.

Und noch eine Rückkehr ist geplant. Auch wenn es nur erst einmal für die betriebliche Lernphase heißt: Der Landkreis Bernburg gibt ihm zum praktischen Teil seiner Umschulung einen Praktikumsplatz in der dortigen Kämmerei.

Und vielleicht schließt sich im Januar 2019 hier auch wieder der Kreis. In seinem neuen Job als Verwaltungsfachangestellten und zusammen mit der Familie und den Freunden.

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Erstellt: Michael Lindner

BFW Leipzig

Seit 25 Jahren ist das Berufsförderungswerk Leipzig als Spezialist auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation tätig. Hier werden Menschen ausgebildet und bedarfsorientiert unterstützt, die durch Krankheit oder Unfall aus dem gewohnten Arbeitsleben scheiden mussten. Mit individuellen Erprobungs-, Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen werden neue Möglichkeiten für den Weg zurück in ein erfülltes Arbeitsleben angeboten. Die Angebote als überregionaler Dienstleister auf den Gebieten Beratung, Diagnostik und Assessment, Qualifizierung, Prävention und Rehabilitation stehen neben der Hauptstelle in Leipzig in den Außenstellen in Brand-Erbisdorf, Chemnitz, Döbeln, Plauen und Zwickau zur Verfügung.
Die vielfältigen Leistungen sind ein wichtiger Beitrag nicht nur um Menschen wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, sondern sie tragen auch durch die Orientierung am Arbeitsmarkt zur Lösung des Fachkräftemangels in der Wirtschaft bei. Darüber hinaus werden an der Bildungseinrichtung verschiedene Kurse der beruflichen Weiterbildung angeboten.

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