Video: Vertragsklinik? Die Tricks der Krankenkassen

Veröffentlicht am 29.03.2018 11:48 von Redaktion RehaNews24.de

 

 

Der Weg in die Reha ist für viele Patienten oftmals schwierig. Haben sie sich endlich durch den Antragsdschungel gekämpft, lehnt die Kasse am Ende die Wunschklinik ab. Und das oft mit Begründungen, die wahrheits- und rechtswidrig sind. Der Arbeitskreis Gesundheit e.V. klärt über diese Tricks auf.

 

Leipzig/Köln, März 2018: „Vertragsklinik? Die Tricks der Krankenkassen“ heißt ein Video, das der Arbeitskreis Gesundheit e.V. in Kooperation mit der Dr. Becker Klinikgruppe aktuell produziert und veröffentlicht hat. Der Film dokumentiert den Fall der Patientin Waltraud Ahne. Die Bad Windsheimerin möchte nach einer Halswirbeloperation ihre Reha in der örtlichen Kiliani-Klinik machen. Doch ihre Krankenkasse, die Barmer GEK, lehnt die Wunschklinik ab – mit der Begründung, diese sei keine „Vertragsklinik“.

Evident rechtswidrig

Für Ingo Dörr, Jurist und Geschäftsführer des Arbeitskreis Gesundheit e. V. ist dieses Vorgehen der Krankenkasse evident rechtswidrig. „Das ist ein klassischer Trick der Krankenkassen. Wenn der Kostenträger von einer Vertragsklinik spricht, hat er mit dieser eine besonders günstige Vergütung vereinbart. Das kann dem Patienten aber egal sein. Er hat nach dem Sozialgesetzbuch SGB IX das Recht, sich eine geeignete Rehaklinik auszusuchen. Mit irgendwelchen zusätzlichen Vereinbarungen zwischen Kasse und Klinik hat das gar nichts zu tun“, erklärt Dörr. Im Fall Ahne kontaktiert der Arbeitskreis Gesundheit die Krankenkasse – zunächst erfolglos. Erst als eine vom Verein beauftragte Anwaltskanzlei mit einstweiligem Rechtsschutz droht, gibt die Barmer GEK nach – und Frau Ahnes Wunsch nach einer Reha in der Dr. Becker Kiliani-Klinik statt.

 

Kein Einzelfall

„Einen berechtigten Klinikwunsch mit einem wahrheitswidrigen Hinweis abzulehnen, ist leider bei einigen Kassen an der Tagesordnung. Dagegen wollen wir vorgehen“, zeigt sich Dörr entschlossen. Mehrere hundert Patienten und Sozialdienste beraten er und sein Team jährlich über den Zugang zu Medizinischer Rehabilitation. Der Fall Ahne ist dabei für ihn ein „Klassiker“: „Es kommt leider sehr häufig vor, dass die Krankenkassen Patienten in die Irre führen. Sie behaupten zum Beispiel einfach, es gebe keinen Vertrag mit der Klinik, obwohl grundsätzlich ein Versorgungsvertrag nach § 111 SGB V besteht“, so der Geschäftsführer.

 

Den Kassen Paroli bieten

Für ihn ist wichtig, hier Kante zu zeigen und den Kassen Paroli zu bieten: „Die Krankenkassen müssen sehen, dass es so nicht geht. Patienten haben ein gesetzlich versichertes Wunsch- und Wahlrecht und ein berechtigter Klinikwunsch kann nicht einfach von einer Kasse ausgehebelt werden.“ Deswegen habe er sich gemeinsam mit der Dr. Becker Klinikgruppe entschieden, den Fall Ahne publik zu machen und dabei Ross und Reiter zu nennen. Mit Frau Ahne wiederum habe man eine Patientin gefunden, die sich traute, ihren Fall öffentlich zu schildern. Auch das sei leider keine Selbstverständlichkeit. „Viele Patienten fürchten, dass ihnen Nachteile entstehen, wenn sie sich gegen ihre Kasse zur Wehr setzen. Das ist natürlich nicht so. Auf die weiteren Leistungen hat so ein Widerspruch keinerlei Auswirkungen“, versichert Ingo Dörr.

 

Von mehr Aufklärung profitieren die Patienten

Er will weiter dafür arbeiten, bei Patienten, Angehörigen, Sozialdiensten und niedergelassenen Ärzten ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass man den Rechtsanspruch auf eine geeignete Rehabilitationsbehandlung erfolgreich durchsetzen kann. Von mehr Aufklärung könnten schließlich alle nur profitieren – bis auf diejenigen Krankenkassen, die versuchen, ein paar Euro auf Kosten der Patienten zu sparen. Weitere Filme über die Beratungstätigkeit des Arbeitskreis Gesundheit e. V. und typische Fallgestaltungen seien bereits geplant.

 

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Der Arbeitskreis Gesundheit e.V. ist ein gemeinnütziger Zusammenschluss von Kliniken unterschiedlicher Fachrichtungen, der Informationen über die medizinische Versorgung veröffentlicht. Er unterstützt und berät Patienten und Patienten beratende Stellen wie Sozialdienste kostenfrei, zum Beispiel bei der Reha-Antragsstellung.

arbeitskreis-gesundheit.de | Telefon (kostenfrei aus dem dt. Festnetz): 0800 100 6350.

 

Kontakt:

ARBEITSKREIS GESUNDHEIT e.V.
Geschäftsführer Ingo Dörr
Gustav-Mahler-Str. 2
04109 Leipzig
Telefon: 0341 / 870 5959 0

Freecall: 0800 / 100 63 50
Telefax: 0341 / 870 5959 59
E-Mail: info@arbeitskreis-gesundheit.de
Internet: www.arbeitskreis-gesundheit.de
www.rehaklinik.com

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