Veranstaltung: Klinik-Bewertungsportale – Fluch oder Segen?

Veröffentlicht am 25.08.2011 10:06 von DEGEMED

Bewertungen im Netz sind schnell gemacht.

Von Anfang an waren Bewertungsportale sehr umstritten. Doch unliebsame Beiträge im Web 2.0 sind schnell verbreitet. Das Internet schafft nicht nur neue Rechtsrealitäten. Denn viele Rechtsschutzoptionen stammen aus einer analogen Welt. Die Geburtsjahre der Landespressegesetze sind die 1960er. Damals waren Unterlassungsansprüche, Widerruf und Gegendarstellung wirksame Instrumente, um ungewollte Aufmerksamkeit zu unterbinden. Heute herrscht eine spezifische Kommunikationsdynamik: hat der Rechtsschutz  gerade das Ziel, Aufmerksamkeit zu unterbinden – etwa durch Abgabe einer Unterlassungserklärung, können juristische Maßnahmen einen gegenteiligen Effekt haben.

Im Jahr 2008 nahmen Gesundheitsmanager der Universität Nürnberg-Erlangen alle gängigen Arztbewertungsportale unter die Lupe. Ihr Fazit: Kein Portal sei in der Lage, Nutzern eine angemessene Hilfestellung bei der Suche nach dem richtigen Arzt zu geben. Ähnlich urteilte auch die Stiftung Warentest im März 2011. Ihr Testergebnis: Die Portale weisen viele grundsätzliche Schwächen auf. Vor allem mangelt es ihnen noch an Arztbewertungen, wie eine Stichprobe ergab. Und das ist der eigentliche Knackpunkt – es gibt die Möglichkeit der Arztbewertung, aber kaum einer geht hin. Der erste Schritt wäre also, Patienten überhaupt zum Mitmachen zu motivieren. Die fleißigsten Arztgänger sind aber ältere Menschen und die tummeln sich wiederum oft nicht im Internet.

Aus Unternehmensperspektive sind daher neue Handlungsstrategien im Ungang mit Bewertungsportalen erforderlich. Doch muss man sich als Klinikbetreiber jeden Eintrag gefallen lassen? Ist es zulässig, gegen schlechte Bewertungen vorzugehen? Wie umgehen mit Schmähkritik und unwahren Tatsachenbehauptungen, welche rechtliche Handhabe gibt es? Wie werden „gefakte“ Einträge identifiziert? Welchen rechtlichen Beschränkungen unterliegen Bewertungsportale? Genügen Bewertungsportale dem Recht auf Meinungsfreiheit gemäß Art. 5 des Grundgesetzes? Wie finanzieren sich private Bewertungsportale überhaupt? Welche Rolle spielen Klinikbewertungsportale fürs Qualitätsmanagement? Oder sollte man dieser „virtuellen Bewertungskultur“ generell eine Absage erteilen? Wann kommt der Qualitätskatalog für Klinikbewertungsportale? Besteht politischer Handlungsbedarf? Müssen solche Portale zukünftig „öffentlich-rechtlich“ verantwortet werden?

Die Veranstaltung richtet sich an Vorstände, Geschäftsführer, Pressesprecher, IT-Beauftragte und Verantwortliche in der Unternehmenskommunikation von Rehakliniken und Akutkrankenhäusern gleichermaßen und greift aktuelle Herausforderungen der Branche in Vorträgen mit abschließender Diskussionsrunde auf. Ziel der Veranstaltung ist es, neue Impulse und mehr Sicherheit und Transparenz im Umgang mit Klinikbewertungsportalen zu setzen sowie Möglichkeiten des Issue Management praxisnah zu vermitteln.

Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung

oder direkt bei der DEGEMED e.V., Ansprechpartnerin ist Frau Lucie Hamann

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