Unsäglicher Reha-Streit auf dem Rücken der Kinder: Bayerischer Heilbäder-Verband kritisiert Krankenkassen

Veröffentlicht am 10.03.2014 16:41 von Redaktion RehaNews24

Pressemitteilung des Bayerischen Heilbäder-Verbandes e. V.

  

PRESSEMITTEILUNG 5.3.2014 

Bad Füssing – Der Bayerische Heilbäder-Verband hat das Verhalten der Krankenkassen und der Deutschen Rentenversicherung bei der gesundheitlichen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen scharf kritisiert. „Es gibt einen unsäglichen Streit zwischen den Kostenträgern um Zuständigkeiten“, erklärte der Vorsitzende des Verbandes Klaus Holetschek. „Ausbaden müssen das die Kinder und Jugendlichen, für die immer weniger Reha-Maßnahmen genehmigt werden.“  Nach Holetscheks Angaben schieben die meisten Krankenkassen die Anträge auf eine Reha an die Rentenversicherung weiter, obwohl sie nach den Vorschriften im Sozialgesetzbuch gleichwertige Zuständigkeiten besitzen. „Eigene Formulare für einen Rehaantrag werden von den meisten Kassen schlicht verweigert. Das ist ein Skandal.“

Zudem seien die bürokratischen Hürden bei den Gesetzlichen Krankenkassen sehr hoch. „Man glaubt es kaum: es ist tatsächlich so, dass man hier erst einen Antrag auf ein Antragsformular stellen muss. Dieses Verfahren sollte im Sinne der Kinder und Jugendlichen entbürokratisiert werden.“

 Auf Kritik stößt beim Bayerischen Heilbäder-Verband auch die Tatsache, dass die Begleitung der Eltern bei einer Reha oft verweigert wird. „Bei Mutter-Kind-Kuren ist der Stichtag für die Genehmigung der Begleitperson der zwölfte Geburtstag des Kindes. Bei einer Reha ist es der achte Geburtstag. Das ist nicht nachvollziehbar. Die Folge ist, dass sich Eltern von Kindern im Alter zwischen 8 und 12 Jahre die Begleitung erstreiten müssen. In den meisten Fällen wird die Begleitung im Widerspruchsverfahren abgelehnt.“

Die Folge dieser Missstände ist, dass bei der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen die Anträge und die Genehmigungen drastisch zurückgehen .Seit 2008 ging die Zahl der Reha-Anträge bei Kindern  und Jugendlichen bei der Deutschen Rentenversicherung kontinuierlich von rund 82.000 auf rund 67.000 im Jahr 2012 zurück.  Negativ wirkt sich das Ganze auch auf die Kliniklandschaft aus. Da die Kliniken der Deutschen Rentenversicherung Belegungsgarantien haben, verstärkt sich der finanzielle Druck auf die Kliniken in freier Trägerschaft. „Das führt zu einem Kliniksterben“, kritisierte Holetschek. Er forderte die Politik in Bund und Land auf, einzugreifen und die Voraussetzungen für eine Kinder- und Jugendreha zu ändern.

„Außerdem brauchen wir eine breit angelegte Informationskampagne. Wenn das Verfahren einfacher ist, und auch mehr genehmigt wird, sind die Ärzte und Betroffenen wieder eher bereit,  Anträge zu stellen. Bei den Mutter-Vater-Kind-Kuren haben wir das erlebt: hier werden inzwischen 90 Prozent der Anträge genehmigt.“

 Außerdem müsse die Altersgrenze bei der Begleitung durch einen Elternteil auf 12 Jahre angehoben werden. Die Vierjahresfrist im Bereich Kinder- und Jugendreha sollte nach Ansicht des Bayerischen Heilbäder-Verbandes auch abgeschafft werden. Gerade chronisch kranke Kinder benötigen unter Umständen öfter eine Reha.

Mehr Freiheit für die Betroffenen wünscht sich der Verband auch bei der Wahl der Klinik. Hier sollte das Wunsch- und Wahlrecht gestärkt werden, um die Marktchancen der Kliniken in freier Trägerschaft zu verbessern.

 

Kontakt:

Bayerischer Heilbäder-Verband e. V.

1. Vorsitzender Klaus Holetschek

Rathausstr. 6-8, 94072 Bad Füssing

Telefon: 08531/975590

Telefax: 08531/21367

E-Mail: info@gesundes-bayern.de

Internet: www.gesundes-bayern.de

Für weitere Presseinformationen:

Rosi Raab

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Landwehrstraße 3, 83022 Rosenheim

Telefon: 08031/2200670

E-Mail: info@rosi-raab.de

Internet: www.rosi-raab.de

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