TK fordert generelle Tests auf Klinikkeime bei der Krankenhausaufnahme von Risikogruppen

Veröffentlicht am 25.03.2015 11:57 von redaktion

Hamburg (ots) – Im Kampf gegen gefährliche multiresistente Klinikkeime hat die Techniker Krankenkasse (TK) einen generellen Test von Risikogruppen bei der Krankenhausaufnahme gefordert. „Bei planbaren Operationen können die Patienten dann vor der Aufnahme getestet und die Keime vor dem Krankenhausaufenthalt beseitigt werden“, sagt Bernd Beyrle, Leiter der Krankenhausversorgung bei der TK. „Die Kliniken müssen die Keime beseitigen, bevor sie den Betroffenen und weitere Patienten infiziert haben. Wir dürfen mit der Bekämpfung von multiresistenten Erregern nicht erst nach der Operation beginnen, wenn die Erreger in den Körper eingedrungen sind und die Wunde nicht heilt.“ Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will mit einem heute vorgestellten 10-Punkte-Plan gegen die auch als Klinikkeime bezeichneten multiresistenten Erreger (MRE) vorgehen.

Zu den MRE-Risikogruppen zählen beispielsweise Menschen mit einem Krankenhausaufenthalt im vergangenen Jahr, Menschen mit Kontakten zu Schweinemast-Betrieben, chronischer Pflegebedürftigkeit oder Kathetern sowie Dialysepatienten. Bei Notfällen müssen diese Patienten laut TK noch in der Notaufnahme auf die Keime kontrolliert und bei Bedarf isoliert werden. „Einige Kliniken haben bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Keime damit wirkungsvoll eindämmen konnten“, so Beyrle. „Natürlich kosten diese Tests zusätzliches Geld. Sie ersparen den Betroffenen allerdings Tausendfach unnötiges Leid und gleichzeitig teure Notfallbehandlungen.“

Über die Zahl der Infektionen streiten sich angesichts einer enormen Dunkelziffer die Experten. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass in Deutschland jährlich etwa 400.000 bis 600.000 Patienten an MRE erkranken und bis zu 15.000 Menschen daran sterben. Beyrle: „Wir brauchen dringend mehr Transparenz und eine genauere Dokumentation von solchen Infektionen.“ Unter anderem müssten die Kliniken die Fälle in Zukunft zuverlässig und einheitlich melden. Bisher gebe es dabei einen zu großen Ermessensspielraum.

Außerdem müssten die Krankenhäuser genauer erfassen, welche Art von Erregern den Patienten befallen habe und wenn möglich, wo er mit ihm in Kontakt gekommen sei und auf welchem Weg er in den Körper des Patienten gelangt sei. „Ganz entscheidend ist auch die Information, ob der Patient den MRE bereits mit ins Krankenhaus gebracht hat oder ob er sich erst im Krankenhaus angesteckt hat“, sagt Beyrle. Außerdem sollten Kliniken, Pflegeheime, niedergelassene Ärzten und anderen ambulanten Leistungserbringer ihre Informationen über MRE-Infektionen austauschen.

Das komplette Positionspapier der Techniker Krankenkasse „Mehr Patientensicherheit durch verbesserte Hygiene im Krankenhaus“ gibt es auf www.tk.de unter dem Webcode 698404.

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