„Tinnitus erfordert unser gemeinsames Handeln“ – Gemeinsame Erklärung von DTL und biha

Veröffentlicht am 10.09.2014 09:23 von Sabine Wagner

(Frankfurt/Main) Der Präsident der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL), Volker Albert, und die Vizepräsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha), Gabriele Gromke, haben anlässlich des ersten Tinnitus-Tages der Deutschen Hörakustiker in Frankfurt vereinbart, dass beide Organisationen künftig enger zusammenarbeiten werden. Ziel dieser engen Kooperation ist eine optimale und kompetente Versorgung der Tinnitus-Betroffenen. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Tinnitus kämpfen“ werden sich Selbsthilfeorganisation und Bundesinnung künftig direkt und unmittelbar austauschen sowie gemeinsame Arbeitsgruppen und Veranstaltungen organisieren.

Über 200 interessierte Hörakustiker erschienen am 3. September 2014 zum ersten Tinnitus-Tag der Hörgeräteakustiker, um sich über Tinnitus fort- und weiterzubilden, denn immer mehr Betroffene suchen bei Hörakustikern Hilfe und Rat. Namhafte Referenten wie der ehemalige Chefarzt und Vizepräsident der DTL, Prof. Dr. Gerhard Goebel, oder die Hörakustiker-Meisterin Gabriele Lux-Wellenhof hielten Fachvorträge und diskutierten mit den Teilnehmern.

Volker Albert erklärte, dass der Hörakustiker wichtiger Bestandteil in der Tinnitus-Versorgung ist: „Wir brauchen gut ausgebildete Hörakustiker, die die Sorgen und Probleme des Betroffenen verstehen und qualitativ hochwertig versorgen können“, so Albert. Über 80 Prozent der Tinnitus-Betroffenen sind gleichzeitig hörgeschädigt, viele tragen deshalb ein Hörsystem, weshalb schon daher die fachliche Unterstützung des Hörakustikers sinnvoll ist. Gabriele Gromke erklärte am Rande der Tagung, dass die Tinnitus-Versorgung nur interdisziplinär, also unter Einbindung von Ärzten und anderen Gesundheitsberufen vorgenommen werden sollte: „Wer Tinnitus hat, braucht Unterstützung und Ansprechpartner. Alle Gesundheitsberufe, die bei der Tinnitus-Versorgung einen wichtigen Beitrag leisten können, ob Ärzte, Hörakustiker oder Therapeuten, sollten sich dieser Verantwortung bewusst sein und danach handeln.“ Leider würden immer noch viele Betroffene für nutzlose Therapien Geld aus eigener Tasche zahlen, anstatt auf erfolgreiche Versorgungen und Hilfsmittel wie zum Beispiel Hörgeräte oder wenn notwendig Tinnitus-Masker zu setzen.

„Das ist ein guter Tag für die Tinnitus-Betroffenen“, stellten sowohl Albert wie auch Gromke fest und begrüßten die geplante Vernetzung.

Hintergrund zum Hörgeräteakustiker-Handwerk
Mit 5.500 Hörakustiker-Betrieben und ca. 14.000 Hörakustikern versorgt das Hörgeräteakustiker-Handwerk rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, digitalen Hörsystemen. Darüber hinaus bieten Hörakustiker einen passgenauen Gehörschutz sowie technische Hilfen für Gehörlose an.

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 13.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörgeräteakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 90 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal.

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