Tagung zeigt Handlungsbedarf bei Arznei- und Heilmittelversorgung von Menschen mit Behinderung

Veröffentlicht am 09.06.2011 12:15 von redaktion

Berlin, 08.06.2011. „Die Arznei- und Heilmittelversorgung von Menschen mit Behinderung ist verbesserungsbedürftig“, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, anlässlich der gestern zu Ende gegangenen Fachtagung zur „Problematik zwischen Arznei- und Heilmittelversorgung und ärztlichen Verordnungen“ im Berliner Kleisthaus. Menschen mit Behinderungen werden häufig von einem Arzt zum anderen geschickt, bevor sie notwendige Heilmittel erhalten, berichteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dies sei zum einen darin begründet, dass viele Vertragsärztinnen und Vertragsärzte befürchteten, ihr Budget zu überschreiten, andererseits einige aber auch die bürokratischen Hürden scheuten, um den ihnen zustehenden Spielraum zugunsten von Menschen mit Behinderungen auszuschöpfen.

„Von Teilnehmern benannte Verschiebebahnhöfe zwischen Haus- und Fachärzten darf es nicht geben. Ärzte müssen mehr informiert werden über ihre Möglichkeiten und sie müssen diese Möglichkeiten zugunsten von Menschen mit Behinderungen stärker nutzen“, betonte der Behindertenbeauftragte. Diese Handlungsspielräume ergeben sich, wenn Ärztinnen und Ärzte erfolgreich sogenannte „Praxisbesonderheiten“ geltend machen. Des Weiteren stellten Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine sehr restriktive Bewilligungspraxis bei der Anerkennung dieser Praxisbesonderheiten fest.

Die Diskussionen auf der Tagung machten deutlich, dass eine funktionierende, integrierte Versorgung bei Patientinnen und Patienten mit Behinderung, das heißt eine fachübergreifende medizinische Versorgung etwa von Ärzten, Fachärzten, Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, teilweise überhaupt nicht besteht. Insgesamt forderten die Anwesenden eine größere Beteiligung von Menschen mit Behinderung ein, etwa bei der Erarbeitung von Änderungen am Heilmittelkatalog. Der Gemeinsame Bundesausschuss müsse in diesem Zusammenhang seine Aufgaben und Beteiligungsmöglichkeiten bekannter machen, wie auf der Fachtagung deutlich wurde.

Nach der nunmehr vierten Tagung zur Gesundheit für Menschen mit Behinderungen findet die Tagungsreihe ihren Abschluss am 21. September 2011 im Marie-Elisabeth-Lüders Haus in Berlin. Hierbei gehe es vor allem darum, die Gesundheitspolitiker des Deutschen Bundestages einzubeziehen und die Ergebnisse der Gesundheitstagungen vorzustellen, so Hubert Hüppe.

Kontakt:

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Pressestelle
11017 Berlin
E-Mail: presse@behindertenbeauftragter.de
Tel.: 030 18 527 2723
Fax: 030 18 527 1871

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