Studie: maßgeschneidertes Training erfolgreich gegen Fatigue bei Brustkrebs

Veröffentlicht am 22.05.2017 15:56 von admin

Pressemitteilung                                                                                                  22.05.2017

 

Nicht jedes Sportprogramm hilft Brustkrebs-Patientinnen gleichermaßen gut, um nach der schweren Erkrankung langfristig wieder auf die Beine zu kommen. Gegen die Spätfolge „Fatigue-Syndrom“ wirkt am besten ein maßgeschneidertes,  individuell angepasstes Trainingsprogramm. Wer auf diese Weise zu mehr Bewegung motiviert wird, bleibt zudem länger aktiv als bei einer Standard-Reha und verbessert generell seine Lebensqualität. Das konnte jetzt eine klinische Studie unter der Leitung der Onkologin Prof. Dr. Monika Reuss-Borst nachweisen. Nur personalisiertes Training motiviert Brustkrebs-Patientinnen wirklich langfristig zu einem aktiveren und gesünderen Lebensstil.

 

„Viele Brustkrebs-Patientinnen rutschen nach ihrer Genesung in einen chronischen Erschöpfungszustand, der sie oft noch nach Jahren massiv belastet. Wir wollten mithilfe einer Untersuchung herausfinden, ob sich das durch regelmäßige körperliche Aktivität verhindern oder mildern lässt“, erklärt Prof. Dr. Monika Reuss-Borst, Fachärztin für Innere Medizin und Onkologie am Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet.

Die Studie wurde an zwei Reha-Kliniken in Bayern und Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Sportwissenschaftler Priv.-Doz. Dr. Freerk Baumann von der Sporthochschule Köln durchgeführt. An der Untersuchung, die von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg gefördert wurde, nahmen 194 Frauen mit Brustkrebs teil.

Training nach Maß versus Training „von der Stange“

Die Teilnehmerinnen, die alle zuvor ihre Krebsbehandlung abgeschlossen hatten, wurden in zwei Gruppen analysiert: Eine Gruppe von 111 Frauen erhielt ein individuelles dreiwöchiges Sport- und Bewegungsprogramm in einer Rehabilitationsklinik plus zwei einwöchige Auffrischungsaufenthalte vier bzw. acht Monate nach dem ersten stationären Aufenthalt. Zudem bekamen die Patientinnen ein Übungsprogramm für zuhause, das ganz auf ihre Fähigkeiten und Vorlieben zugeschnitten war und das an ihren Trainingszustand angepasst wurde.

Physiotherapeuten erfragten für jede dieser Patientinnen in persönlichen Gesprächen die individuellen Bewegungs- und Sportgewohnheiten, ebenso die Lebensumstände und die Möglichkeiten am Wohnort, körperlich aktiv zu werden. Zudem wurde die kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit gemessen. Darauf aufbauend entwickelten Sportmediziner jeweils ein individuelles Übungsprogramm, angepasst an die bevorzugte Sportart der Frau. Die Empfehlungen für zuhause enthielten unter anderem Kontaktmöglichkeiten zu lokalen Krebssportgruppen.

Eine zweite Untersuchungsgruppe (Kontrollgruppe) von 83 Frauen absolvierte ebenfalls in einer Reha-Klinik ein dreiwöchiges Sportprogramm, das der gängigen Praxis in Rehabilitationseinrichtungen entsprach. Eine weitere Anleitung oder Betreuung wie bei der ersten Gruppe erhielten diese Patientinnen nicht.

Brustkrebs-Patientinnen profitieren sehr von individuellen Trainingsplänen

Zwei Jahre nach dem Start der Reha zeigte sich, dass die in der Reha-Klinik individuell trainierten Frauen um rund 50 Prozent körperlich aktiver waren und deutlich seltener am Fatigue-Syndrom litten. Ohne individualisiertes Sportprogramm lag der durchschnittliche Aktivitätslevel der untersuchten Frauen nach zwei Jahren ungefähr im gleichen Bereich wie vor dem Start der Reha. Diese hatte also keinerlei Einfluss darauf, ob die Frauen langfristig ein sportlich aktiveres Leben führten. In punkto Lebensqualität waren die individuell Trainierenden jenen Frauen, die kein „maßgeschneidertes“ Sportprogramm erhielten, ebenfalls klar überlegen.

„Ein personalisiertes Sportprogramm ist eindeutig der Schlüssel zum Erfolg, wenn es um die Lebensqualität von Brustkrebs-Patientinnen geht“, erklärt Dr. Reuss-Borst. „Vor allem lässt sich dadurch viel besser verhindern, dass die positiven Effekte einer Reha auf das Bewegungsverhalten nach dem Ende der Behandlung sozusagen wieder verpuffen. Nur wer ein Sportprogramm vermittelt bekommt, das wirklich zu ihm und seinen Bedürfnissen passt, bewegt sich im Schnitt auch langfristig mehr.“ Das deutsche Rehabilitationssystem solle daher unbedingt entsprechend angepasst werden, fasst Prof. Reuss-Borst zusammen.

 

Kliniken Bad Bocklet AG

Frau Prof. Reuss-Borst

Ärztliche Gesamtkoordinatorin

Frankenstr. 36

97708 Bad Bocklet

Tel.: 09708/ 79-3430

Fax: 09708/ 79-3435

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