Studie belegt: Alkoholabhängige leiden häufig an ADHS

Veröffentlicht am 27.04.2018 14:26 von Redaktion RehaNews24

Pressemitteilung

  1. April 2018

Eine wissenschaftliche Studie der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim belegt erstmals ein sehr häufiges Vorkommen einer im Vorfeld unerkannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei alkoholabhängigen Patienten in der stationären Entwöhnung. Das Team um Chefarzt Dr. Tillmann Weber lässt die Studienergebnisse direkt in den Klinikalltag einfließen und arbeitet nun erfolgreich mit einer standardisierten ADHS-Diagnostik sowie einer integrierten Therapie.

Umgangssprachlich heißt sie „Zappelphilipp-Leiden“: die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Sie beschreibt ein Syndrom, das mit Störungen der Aufmerksamkeit sowie mit Impulsivität und Hyperaktivität einhergeht. An der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim nahm man sich vor zwei Jahren in einer von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg unterstützten Studie dieses Krankheitsbildes an und untersuchte, ob alkoholabhängige Menschen von ADHS betroffen sind. Von Februar bis November 2016 analysierten Priv.-Doz. Dr. med. Tillmann Weber, Chefarzt der Klinik und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und sein Team die Daten von 415 alkoholabhängigen Patienten, die in die Klinik zur stationären Entwöhnung aufgenommen worden waren. Das Ergebnis, welches bereits in der internationalen Fachzeitschrift „Journal of Attention Disorders“ veröffentlicht wurde, zeigt nun: rund 20 Prozent dieser Patienten weisen eine ADHS-Diagnose auf, jedoch nur bei rund sechs Prozent war die Erkrankung bereits im Vorfeld bekannt.

Therapie berücksichtigt ADHS-Erkrankung
ADHS ist keine reine Kinderkrankheit. Bei ungefähr der Hälfte besteht das ADHS im Erwachsenenalter fort. Die Zahl der Erwachsenen, bei denen ein ADHS vorliegt, liegt bei rund 2,5 Prozent in der Allgemeinbevölkerung. Mit den in der Studie aufgezeigten 20 Prozent bei Alkoholabhängigen liegt die Quote damit weit über dem Durchschnitt. „Eine unbehandelte ADHS-Erkrankung erhöht das Risiko, alkoholabhängig zu werden. ADHS beeinträchtigt darüber hinaus den Behandlungserfolg. „Zum Beispiel brechen Alkoholabhängige, die an ADHS leiden,  ihre Therapien häufiger ab”, erklärt Dr. Weber. Die Studienergebnisse zeigen darüber hinaus, dass Menschen mit ADHS viel früher mit ihrem problematischen Alkoholkonsum beginnen, eine deutlich schwerere Alkoholabhängigkeit entwickeln und häufiger zusätzlich illegale Drogen einnehmen. Umso wichtiger ist eine Therapie, die die ADHS berücksichtigt. „Die Ergebnisse der Studie haben in der MEDIAN Klinik Wilhelmsheim dazu geführt, dass bei allen Patienten bereits zu Beginn untersucht wird, ob eine ADHS-Erkrankung vorliegt. Wenn dies der Fall ist, wird der Patient – falls dies gewünscht ist – sowohl mit Medikamenten als auch psychotherapeutisch behandelt. „Durch diese integrierte Therapie wird nicht nur die ADHS-Symptomatik gebessert, sondern wir hoffen auch, dass dies den Erfolg der Alkoholbehandlung positiv beeinflusst“ berichtet Dr. Weber.

 

Die MEDIAN Klinik Wilhelmsheim
Die MEDIAN Klinik Wilhelmsheim ist eine Fachklinik zur Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen wie Alkoholabhängigkeit, Medikamentenabhängigkeit oder pathologischem Glücksspielen. Sie bietet in Oppenweiler (ca. 40 km von Stuttgart entfernt) 212 stationäre Behandlungsplätze für suchtkranke Frauen und Männer ab 18 Jahren an. Neben den stationären Angeboten steht in der Stuttgarter Innenstadt eine Tagesklinik mit 22 Plätzen im MEDIAN AGZ zur Verfügung.

 

Über MEDIAN
MEDIAN ist ein Gesundheitsunternehmen mit ca. 120 Rehabilitationskliniken, Akutkrankenhäusern, Therapiezentren, Ambulanzen und Wiedereingliederungseinrichtungen in 14 Bundesländern. Als größter privater Betreiber von Rehabilitationseinrichtungen mit 18.000 Betten und Behandlungsplätzen und ca. 15.000 Beschäftigten besitzt MEDIAN eine besondere Kompetenz in allen Therapiemaßnahmen zur Erhaltung der Teilhabe und gestaltet die Entwicklung der medizinischen Rehabilitation in Deutschland aktiv mit.


Kontakt und Nachfragen:

MEDIAN Klinik Wilhelmsheim
Kaufmännischer Leiter
Bernd Götze
Wilhelmsheim 11
71570 Oppenweiler
Tel. +49 7193 52-216
E-Mail: bernd.goetze@median-kliniken.de
Web: www.median-kliniken.de

 

Fachliche Nachfragen:
Priv.-Doz. Dr. med. Tillmann Weber
Chefarzt
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Tel. +49 7193 52-215
E-Mail: tillmann.weber@median-kliniken.de

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