Starke Fakten zur Rehabilitation

Veröffentlicht am 15.04.2011 10:00 von Redaktion RehaNews24

PRESSEMITTEILUNG

Wissenschaftler: Potenziale der Reha besser nutzen

Berlin, 15.04.2011  Die medizinische Rehabilitation bewirkt schon heute enorm viel für die einzelnen Menschen und für die deutsche Volkswirtschaft insgesamt. Sie könnte aber noch viel mehr leisten, wenn ihre Potenziale besser genutzt würden – und dies wird sie in einer immer älter werdenden Bevölkerung zukünftig auch müssen. Das ist eine der zentralen Botschaften des „Faktenbuch Medizinische Rehabilitation 2011“ , das erstmals in dieser Form vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, erarbeitet und am 15. April 2011 in Berlin vorgestellt wurde. Auftraggeber der umfangreichen Faktensammlung ist die Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation (AG MedReha), die damit die Zusammenhänge und die Bedeutung des Reha-Sektors für die Fachöffentlichkeit ebenso wie für die Politik und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger verständlicher und überschaubarer machen will.

Derzeit werden rund zwei Millionen Menschen jährlich im Rahmen von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen behandelt, das Umsatzvolumen dieses Versorgungssektors liegt bei acht Milliarden Euro jährlich. Durch diese Investitionen wird beispielsweise erreicht, dass 60 Prozent aller Reha-Patienten im erwerbsfähigen Alter in den ersten fünf Jahren nach einer Rehabilitation im Berufsleben bleiben können. Ebenso wird erreicht, dass dem Arbeitsmarkt jährlich über 150.000 Arbeitskräfte erhalten bleiben, die ohne die medizinische Rehabilitation krankheitsbedingt aus dem Beruf ausscheiden müssten. Diese und zahlreiche weitere aufschlussreiche Einzelheiten zur Wirkung der medizinischen Rehabilitation hat das RWI in seinem „Faktenbuch Medizinische Rehabilitation“ dokumentiert und dazu zahlreiche Studien, Veröffentlichungen und Statistiken aus den vergangenen beiden Dekaden zusammengetragen.

Reha sichert Rente mit 67

Die Informationen und Daten wurden nicht nur gesammelt, sondern auch nach wissenschaftlichen Kriterien geordnet, interpretiert und analysiert, um daraus Schlussfolgerungen für die gegenwärtigen und zukünftigen Rahmenbedingungen der medizinischen Rehabilitation ableiten zu können. Zum Beispiel für ein aktuelles zentrales gesellschaftspolitisches Thema, mit dem die Rehabilitation in engem Zusammenhang steht, die „Rente mit 67“. Denn ein späterer Eintritt in den Ruhestand ist nur für diejenigen möglich, die bis dahin auch gesund – also erwerbsfähig – bleiben. Ohne die medizinische Rehabilitation, das belegen verschiedene im Faktenbuch Reha dokumentierte Studien, wird sich dieses Ziel für einen Großteil der Bevölkerung wohl kaum erreichen lassen. Eine ähnlich wichtige Wirkung hat die medizinische Rehabilitation auch bei der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. Studien zeigen, dass durch rechtzeitige Intervention mit Reha der Weg ins Pflegeheim mindestens hinausgeschoben oder sogar verhindert werden kann, was eine enorme Entlastung für die Pflegekassen bedeutet. Das Faktenbuch zeigt auf, dass die Entfaltung dieser wertvollen Reha-Effekte derzeit durch verschiedene Faktoren unnötig gebremst wird. Dazu gehören verbesserungswürdige gesetzliche Rahmenbedingungen, bürokratische Hemmnisse, Budgetbeschränkungen und die unzureichende Vernetzung der Versorgungssektoren.

Pflichtlektüre für die richtige Weichenstellung

Ziel des Faktenbuches ist es nach Worten seiner Auftraggeber und Verfasser, die richtigen Weichen zu stellen. Sie wünschen sich deshalb, dass ihr Werk bei den verantwortlichen Sozial- und Gesundheitspolitikern ebenso zur „Pflichtlektüre” wird, wie bei den Sozialleistungsträgern und in den eigenen Reihen der Leistungserbringer. Speziell für das gerade in Vorbereitung befindliche Versorgungsgesetz enthalte das Faktenbuch zahlreiche plausible Ansätze und Empfehlungen. Zudem bestätigen die zusammengetragenen Fakten bereits vorliegende Reformvorschläge und bestärken, die von den in der AG MedReha vertretenen Verbänden eingebracht wurden. Beispielswiese werde die Forderung, dem bestehenden und gesetzlich verankerten Grundsatz „Reha vor Pflege“ mehr Geltung zu verschaffen, eindeutig belegt. Gleiches gilt für die Auffassung der Verbände, dass die Budgetierungen der Reha-Ausgaben in der Rentenversicherung aufgehoben oder zumindest an den gestiegenen Bedarf angepasst werden sollten. Auch sollte die frühzeitige Inanspruchnahme einer erforderlichen Rehabilitation gefördert werden, um einer Chronifizierung vorzubeugen. Eine nachhaltige Rehabilitation trägt letztlich dazu bei, gesamtgesellschaftliche Kosten zu reduzieren, so ein wichtiges Ergebnis des Faktenbuchs.

Das Faktenbuch Medizinische Rehabilitation 2011 kann in gedruckter Form bei der Geschäftsstelle der AG MedReha (Friedrichstrasse 60, 10117 Berlin) angefordert oder im Internet (www.agmedreha.de) als Datei herunter geladen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation SGB IX (AG MedReha SGB IX) ist ein Zusammenschluss von maßgeblichen, bundesweit tätigen Spitzenverbänden der Leistungserbringer in der medizinischen Rehabilitation. Die Mitglieder der AGMedReha vertreten die Interessen von rund 800 Rehabilitations-Einrichtungen mit mehr als 80 000 Betten/Behandlungsplätzen.

Kontakt / weitere Informationen:

Antonia Walch
Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation SGB IX GbR
Friedrichstrasse 60
10117 Berlin

Tel: 030-240089-0
Fax: 030-240089-30
info@agmedreha.de
www.agmedreha.de

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