Spahns Sofortprogramm bedroht Versorgung neurologischer Reha-Patienten in NRW

Veröffentlicht am 08.08.2018 17:18 von Redaktion RehaNews24

Die Landesarbeitsgemeinschaft Neurorehabilitation NRW sieht durch das Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege des Bundesgesundheitsministeriums die pflegerische Versorgung von Rehapatienten in NRW gefährdet.

Köln, 08.08.2018 – Wer sich wie Michael Schumacher bei einem Unfall eine schwere Kopfverletzung zuzieht oder wie Gaby Köster einen Schlaganfall erleidet, der ist – im Anschluss an seine Akutversorgung im Krankenhaus – auf eine neurologische Anschlussrehabilitation angewiesen. Diese spezifische medizinische Betreuung in speziell dafür ausgestatteten Rehakliniken ist wichtig, auch um zum Teil bleibende Folgeschäden bei den Betroffenen zu verhindern. In Deutschland gibt es rund 200 stationäre Einrichtungen für neurologische Rehabilitation, 30 davon in NRW. Diese Kliniken sehen sich derzeit von zwei Vorhaben des Gesetzgebers massiv bedroht.

Rehakliniken vom Sofortprogramm vergessen

„Das Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege des Bundesgesundheitsministeriums beinhaltet bislang ausschließlich Maßnahmen und Finanzmittel für Akutkrankenhäuser und Pflegeheime. Rehakliniken werden von der Politik zurzeit schlichtweg vergessen“, äußert sich Dr. Ursula Becker, Sprecherin und Gründungsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Neurorehabilitation NRW (LAG) besorgt. Ihre Befürchtung: „Wenn das Gesetzesvorhaben so umgesetzt wird, werden Pflegekräfte massiv aus den Einrichtungen für Rehabilitation abwandern. Dann müssen einzelne Abteilungen oder sogar ganze Kliniken schließen.“ Für die Patienten in NRW seien die Folgen gar nicht abzuschätzen. Im Namen der LAG fordert Becker deshalb von Berlin, die Maßnahmen des Sofortprogrammes umgehend auf die Kliniken für Rehabilitation in Deutschland auszuweiten.

Pflegeberufegesetz um Ausbildungsstätte Rehabilitationsklinik erweitern

Außerdem macht sie sich dafür stark, dass Rehabilitationskliniken Pflegeberufe ausbilden dürfen – denn das ist bislang im neuen Pflegeberufegesetz vom 17. Juli 2017 nicht vorgesehen. „Viele Pflegeschülerinnen und -schüler haben die Rehabilitation als Arbeitsfeld gar nicht auf dem Schirm, einfach, weil wir in der Ausbildung nicht vorkommen. Dabei ist die Reha ein äußerst attraktiver Arbeitsplatz mit spannenden Verläufen und planbaren Schichten. Das weiß nur keiner“, ärgert sich Becker. Rehakliniken seien hier klar im Nachteil gegenüber Akuthäusern und Altenheimen im Kampf um qualifiziertes Personal. Für sie ist es deshalb unerlässlich, dass das Pflegeberufegesetz zwingend um die Ausbildungsstätte Rehabilitationsklinik erweitert wird. „Rehakliniken erfüllen insgesamt einen wichtigen Versorgungsauftrag in unserem Land. Durch den derzeitigen Fachkräftemangel sind sie massiv bedroht und das Sofortprogramm aus Berlin verschärft so, wie es derzeit ausgelegt ist, die Situation nur noch. „Unsere jahrelangen Anstrengungen, die Versorgung für neurologische Patienten in NRW zu verbessern, sind zunichte gemacht, wenn die Rehabilitation wegen abwandernder Pflegekräfte zusammenbricht.“

Die Landesarbeitsgemeinschaft Neurorehabilitation NRW

Mitglieder: Asklepios Weserbergland-Klinik, Celenus- Klinik für Neurologie Hilchenbach, Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen, Fachklinik Rhein/Ruhr f. Herz-/Kreislauf- u. Bewegungssystem, Gräfliche Kliniken, Marcus Klinik, Helios Klinik Hagen- Ambrock, Helios Klinik Hattingen, Helios Odebornklinik, Hospital zum Heiligen Geist Kempen, Johanniter-Ordenshäuser Bad Oeynhausen, Klinik Maria Frieden Telgte, MATERNUS-Klinik für Rehabilitation, Neurologisches Rehabilitationszentrum Godeshöhe e.V., REHANOVA Köln Neurologische/ Neurochirurgische Rehabilitationsklinik GmbH, St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch

Vorstand: Dr. Ursula Becker (Sprecherin), Prof. Dr. Dr. Paul W. Schönle (Sprecher), Dr. Thomas Brand, Prof. Dr. Stefan Knecht, Michael Frank

Weitere Informationen unter: www.neuroreha-nrw.de

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