Schweiz beschließt Managed Care – Gesetzentwurf: zukünftig sollen 60 Prozent der Schweizer in der Integrierten Versorgung eingeschrieben sein

Veröffentlicht am 02.05.2012 14:39 von redaktion

Bundesverband Managed Care e.V.,

PRESSEMITTEILUNG

Berlin. Am 17. Juni ist es soweit: die Schweizer Bevölkerung wird darüber abstimmen, ob die Integrierte Versorgung in den nächsten Jahren flächendeckend etabliert wird. So sieht es eine Gesetzesvorlage des Schweizer Parlaments vor. Stimmt die Bevölkerung für die so genannte Managed-Care-Vorlage als Teilreform des Krankenversicherungsgesetzes (KVG), soll sich der Anteil der Versicherten in integrierten Versorgungsmodellen von heute 13 Prozent auf 60 Prozent erhöhen. Der Bundesverband Managed Care e.V. (BMC) begrüßt diesen mutigen Reformschritt.

„Managed Care führt zu besserer Qualität, mehr Sicherheit und geringeren Kosten“, unterstrich Dr. Ignazio Cassis, Mitglied im Schweizer Nationalrat, während seines Besuchs beim BMC Ende April in Berlin. Es bestehe großer Handlungsdruck durch die in den letzten Jahren stark gestiegenen Kosten in der Krankenversicherung, so der Vizepräsident der Schweizer Ärzteschaft (FMH). Der neue Gesetzesentwurf geht einen einfachen, aber wirkungsvollen Weg: Wer sich als Versicherter in die Integrierte Versorgung einschreibt, der muss weniger zahlen. So werden die Out-of-Pocket-Zahlungen im Rahmen der Integrierten Versorgung auf maximal 500 CHF gedeckelt.

Gleichzeitig sinkt der prozentuale Selbstbehalt von heute 15 auf maximal zehn Prozent (darf aber auch weniger sein, bis hin zu null Prozent). Versicherte, die in der traditionellen „ungesteuerten“

Versorgung verbleiben, erhalten hingegen keine Ermäßigung des prozentualen Selbstbehalts und müssen für Out-of-Pocket-Zahlungen bis zu einer Höhe von 1.000 CHF gerade stehen. „Damit setzt die Schweiz einen massiven ökonomischen Anreiz zur Beteiligung an der ‚gesteuerten Versorgung‘, den der BMC hundertprozentig befürwortet“, betonte Prof. Dr. Volker Amelung, Vorsitzender des BMC-Vorstands.

Der Ausgang des Referendums hänge am seidenden Faden und stelle auch die Schweizer Ärzteschaft vor eine Zerreißprobe, so Cassis. Während die ambulant tätigen Grundversorger die Gesetztesinitiative mehrheitlich unterstützten, werde sie von vielen Fachärzten und vor allem von älteren Leistungserbringern abgelehnt. Auch in der Bevölkerung sei das Thema heftig umstritten, da das Konzept des Managed Care schwierig zu erklären und zu vermitteln sei. Umso wichtiger sei es, Überzeugungsarbeit bei den Bürgern zu leisten.

„Angesichts der zunehmenden Komplexität der Medizin müssen Wege gefunden werden, die Patientensicherheit zu verbessern und die Qualität zu steigern“, fordert Cassis. „Die Stärkung der Integrierten Versorgung ist der richtige Weg, denn Zukunftsmedizin ist Teammedizin!“

Der BMC ist ein pluralistischer Verein für innovative Systementwicklung im Gesundheitswesen. Er ist das Forum für zukunftsfähige, qualitätsgesicherte und patientenorientierte Konzeptionen. Der BMC vertraut auf die Kräfte eines freiheitlichen und wettbewerbsorientierten, gleichwohl auch solidarischen Systems. Seine Mitglieder repräsentieren die gesamte Bandbreite aller Akteure des Gesundheitswesens. Der BMC wurde 1997 gegründet und zählt über 150 Mitglieder.

Kontakt:

Dr. Sascha Wolf, Geschäftsführer des BMC e.V.

Friedrichstraße 136

10117 Berlin

Tel.: 030 28 09 44 80

Fax: 030 28 09 44 81

Web: wolf@bmcev.de

http://www.bmcev.de

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