Rekordzahlen-Zahlen der DRV zeigen: Ohne veränderte Finanzierung droht Rationierung!

Veröffentlicht am 26.07.2013 14:45 von DEGEMED

Pressemitteilung

Berlin, 26.07.2013

 Die in dieser Woche veröffentlichten Reha-Bewilligungszahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) haben bundesweit ein großes Medienecho ausgelöst. Nach Angaben der DRV wurden 2012 bundesweit 1,1 Millionen Reha-Behandlungen genehmigt – 25 Prozent mehr als im Jahr 2005. Die gleichzeitig um 25 Prozent gestiegenen Antragszahlen belegen, so die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V. (DEGEMED), dass die Regelungen zur Finanzierung dringend angepasst werden müssen. Sonst drohten ein weiteres Absinken der Bewilligungsquote und damit eine Rationierung aus Budgetgründen.

 Berlin. Zahlreiche Politiker und Verbände haben angesichts der in dieser Woche veröffentlichten Antrags- und Bewilligungszahlen der DRV Bund eine schnelle Anhebung des Reha-Deckels und einen Ausbau der Rehabilitation gefordert. Hintergrund ist ein dramatischer Anstieg der Reha-Leistungen um 25 Prozent in nur sieben Jahren. Nach Angaben der DRV Bund  wurden im Vorjahr 2012 bundesweit 2,1 Millionen Reha-Anträge gestellt und 1,4 Millionen Leistungen genehmigt. Im Jahr 2005 waren es noch 1,6 Millionen Anträge und 1,1 Millionen Bewilligungen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Dann kommen die geburtenstarken Jahrgänge der „Babyboomer“ in das reha-intensive Alter.

Rückgänge bei Bewilligungen nicht hinnehmbar
Die Zahlen zeigen nicht nur deutlich den Mehrbedarf an Rehabilitation. Lag die Bewilligungsquote 2005 noch bei rund 70 Prozent, liegt sie 2012 nur noch bei 65 Prozent. Eine Absenkung angesichts des seit Jahren stagnierenden Reha-Budgets, die der Sicherung der Erwerbsfähigkeit und Teilhabe durch Reha als originäre Aufgabe der Rentenversicherung keinesfalls gerecht wird.  „Eine Rationierung der Reha darf nicht stattfinden“, so DEGEMED-Geschäftsführer Christof Lawall, „Niemand würde akzeptieren, wenn die Rente um 5 Prozent gekürzt wird. Im Reha-Bereich zwingen aber starre und unzeitgemäße Budgetgrenzen zur Absenkung der Bewilligungsquote und führen zu Leistungsverkürzungen und Rationierung.“


Bunderegierung muss handeln
Die Finanzierung der Rehabilitation muss vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen dringender denn je neu geregelt werden, fordert die DEGEMED. „Die  Bundesregierung hat in der ablaufenden Legislaturperiode eine hervorragende Chance verpasst, intelligente Sozialpolitik zu betreiben und das Reha-Budget der DRV  bedarfsgerecht auszugestalten“, so Christof Lawall, “Die Einbettung der Rehabilitation in den Rentendialog war von Anfang an falsch.“ Die DEGEMED und zahlreiche Experten fordern jetzt, dass die Bundesregierung das Thema nach der Neuwahl im Herbst erneut auf die Agenda setzt. Die DEGEMED tritt seit 2011 mit ihrer Kampagne „Eine Milliarde MEHR!“ für eine demografiefeste Ausgestaltung des Reha-Budgets ein. Zur Unterstützung hat der Verband die Homepage www.eine-milliarde-mehr.de eingerichtet.

Entwicklung der Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung

Jahr Anträge auf Rehaleistungen1 Bewilligte Anträge Reha-Ausgaben(netto) 1) Gesetzliches Reha-Budget(netto)1)
    Insgesamt Medizinische Reha Teilhabe am Arbeitsleben    
  in Mio. in Mio. in Mio. in Mio. in Mrd. Euro in Mrd. Euro
20052011 1,6362,088 1,0991,359 0,8801,088 0,2200,272 4,6215,475 5,0475,528
 2012  2,097  1,367  1,098  0,269  5,678   5,666

 

Quelle: DRV Bund

Kontakt und Nachfragen:
Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED)
Fasanenstraße 5, 10623 Berlin, Telefon: 030 284496-6 / Telefax : 030 284496-70 
Email : degemed@degemed.de Internet: www.degemed.de und www.eine-milliarde-mehr.de

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