Rehakliniken aus den Landkreisen Ludwigsburg, Calw und Enzkreis wenden sich an Bundestags- und Landtagsabgeordnete

Veröffentlicht am 29.07.2015 09:13 von Redaktion RehaNews24

Rehakliniken aus den Landkreisen Ludwigsburg, Calw und Enzkreis wenden sich an Bundestags- und Landtagsabgeordnete

Kampagne „Umsonst ist keine Reha“ der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft

Die Rehakliniken ORTEMA GmbH Markgröningen, Geriatrische Rehabilitationsklinik Mühlacker, TheraVent aktiv Marbach a. N., Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof Bad Wildbad und Johannesklinik für geriatrische Rehabilitation in Bad Wildbad beteiligen sich an der BWKG-Reha-Kampagne mit dem Motto „Umsonst ist keine Reha“. Mit der Kampagne sollen Öffentlichkeit und Politik für die Bedeutung der Rehabilitation sensibilisiert werden. Ein wesentlicher Bestandteil sind dabei Postkarten, mit denen die Patienten, Mitarbeiter, Angehörige und Besucher deutlich machen, dass sie die Anliegen der Kampagne unterstützen. „Seit Herbst 2014 haben wir gemeinsam mit den anderen Rehakliniken in Baden-Württemberg insgesamt 15919 Postkarten gesammelt, die wir heute symbolisch an den CDU-Bundestagsangeordneten Steffen Bilger, den SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Reusch-Frey und den FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Rülke überreichen“, berichtet Rüdiger Loy, Geschäftsbereichsleiter Rehabilitation der ORTEMA GmbH.

 

Symbolische Übergabe der Kampagnen-Postkarten an die Bundes- und Landtagsabgeordneten (v. l. Dr. Karl-Heinz Müller, Thomas Reusch-Frey, Dr. Albrecht Hendrich, Steffen Bilger, Rüdiger Loy, Dr. Hans-Ulrich Rülke, Dr. Thomas Müller, Katja Gohl, Dr. Sven Schemel, Klaus Gusowski) Foto: RKH GmbH

Symbolische Übergabe der Kampagnen-Postkarten an die Bundes- und Landtagsabgeordneten (v. l. Dr. Karl-Heinz Müller, Thomas Reusch-Frey, Dr. Albrecht Hendrich, Steffen Bilger, Rüdiger Loy, Dr. Hans-Ulrich Rülke, Dr. Thomas Müller, Katja Gohl, Dr. Sven Schemel, Klaus Gusowski) Foto: RKH GmbH

„Wir möchten damit an die Politiker appellieren, sich für die Reha einzusetzen“ macht Margarete Janson, Geschäftsführerin im Quellenhof in Bad Wildbad deutlich und weißt darauf hin, dass noch immer nicht jede notwendige Reha bezahlt werde. „Und dies“, ergänzt Dr. Thomas Müller, Chefarzt der Johannesklinik, „obwohl die positiven Wirkungen einer Reha bekannt sind: In einer guten Reha gewinnen Menschen Kraft, Lebensqualität und Zukunftsperspektiven zurück“. Viele Berufstätige können dank Reha wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. Reha vermeidet oft die Frühverrentung, spart Arbeitgebern und Versicherten Kosten und wirkt dem Fachkräftemangel entgegen. Ältere Menschen können beispielsweise nach einem Sturz so von einer Reha profitieren, dass sie weiter zu Hause leben können.

„Wir fordern von der Politik, dass jede medizinisch notwendige Reha genehmigt und die Leistungen der Rehakliniken auch angemessen vergütet werden“ so Dr. Albrecht Hendrich, leitender Arzt und Inhaber des TheraVent aktiv. Außerdem müsse der Antrags- und Genehmigungsprozess in der Gesetzlichen Krankenversicherung dringend vereinfacht werden, ergänzt Dr. Karl-Heinz Müller, Chefarzt der Geriatrischen Rehabilitation in Mühlacker.

 

„Mit dem Geld, das wir pro Tag für eine Reha bekommen, könnte man keine mittelklassige Hotelübernachtung bezahlen“, so Dr. Sven Schemel, Chefarzt der ORTEMA Reha. Damit müssten aber die komplexen ärztlichen und therapeutischen Leistungen, die moderne medizinisch-technische Ausstattung sowie die Unterkunft und Verpflegung der Patienten bezahlt werden. Viele Kliniken geraten deshalb in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Katja Gohl, Geschäftsführerin für Rehabilitation in der BWKG erläutert, dass nach den Ergebnissen des BWKG-Indikators 1/2015 im Jahr 2014 40,8 % der Reha-Kliniken im Land rote Zahlen geschrieben haben.

 

Obwohl sich Reha für den Einzelnen und die Solidargemeinschaft rechnet, wird nach wie vor zu wenig Geld zur Verfügung gestellt. In der Rentenversicherung, die vor allem für die Rehabilitation von Berufstätigen zuständig ist, gab es zwar eine Anhebung des Budgetdeckels, aufgehoben wurde er aber nicht. Außerdem unterbleiben Rehabilitationen bei älteren, oft multimorbiden Patienten, für die die Krankenversicherung verantwortlich ist. Grund ist, dass die Krankenversicherung eine Reha für ältere Menschen bezahlen muss, während vor allem die Pflegeversicherung profitiert. Folge ist, dass die Ausgaben für die Rehabilitation von Nicht-Erwerbstätigen seit Jahren sinken, obwohl der Bedarf hier steigen müsste. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung stehen in den letzten 10 Jahren nahezu stagnierende Ausgabevolumen für Vorsorge- und Reha-Leistungen im Vergleich zu Ausgabensteigerungen in anderen Leistungsbereichen von über 30 Prozent gegenüber.

 

Seit Herbst 2014 beteiligen sich 91 baden-württembergische Kliniken an der BWKG-Kampagne „Umsonst ist keine Reha.” Die Reha-Kampagne wird als Weckruf an die Politik verstanden. Damit werben BWKG und baden-württembergische Reha-Kliniken für eine konsequente Politik zugunsten der Reha. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die ganz persönlichen Geschichten von Patientinnen und Patienten. Sie machen sich für die Reha stark und zeigen in der Kampagne Gesicht: Auf Postern, Postkarten und im Internet unter www.umsonst-ist-keine-reha.de.

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