Reha-Zukunftspreis-Verleihung 2017 auf der IQMG-Jahrestagung in Berlin

Veröffentlicht am 14.12.2017 10:42 von Zapff

Auf der IQMG-Tagung am 29. November in Berlin wurden die diesjährigen Gewinner des Reha-Zukunftspreises geehrt.  Das Institut für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (IQMG) und der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e. V. (BDPK) fördern mit dem „Reha-Zukunftspreis“ nun zum zweiten Mal Best-Practice-Beispiele, die mit ihren Innovationen die rehabilitative Versorgung inspirieren und verbessern.

Viele Verbesserungen der Patientenversorgung entstehen durch Engagement und Kreativität des Reha-Teams direkt in der täglichen Arbeit -. Einzellösungen, die zur Optimierung der rehabilitativen Versorgung beitragen sollen mit dem Reha-Zukunftspreis öffentlich gewürdigt werden. Die drei unterschiedlich dotierten Auszeichnungen wurden im Rahmen der IQMG Jahrestagung am 29. November 2017 vergeben. Zuvor hatte eine Jury aus Vertretern von Kostenträgern, aus Reha-Wissenschaft und -Praxis alle eingereichten Arbeiten bewertet. Zu den Bewertungskriterien gehörten Originalität / Innovation, verbesserte Versorgung / Umsetzbarkeit und effizienter Einsatz von Ressourcen.

Den 1. Platz belegte eine Projektgruppe aus der Mühlenbergklinik-Holsteinische Schweiz für sein Programm zur multimodalen Rehabilitation für Erwachsene mit Marfan-Syndrom. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurden in zwei geschlossenen Gruppen insgesamt 18 Rehabilitanden mit Marfan-Syndrom rehabilitiert. Das Behandlungsprogramm sah aufeinander abgestimmte Therapieangebote durch ein interdisziplinäres Rehabilitationsteam vor. Die Rehabilitationsbehandlung erwies sich als erfolgreich. Das heißt: es traten keine medizinisch unerwünschten Ereignisse auf, die körperliche Fitness und die psychische Befindlichkeit der Rehabilitanden verbesserten sich signifikant. Diese Effekte blieben im 1-Jahres-Follow-up tendenziell erhalten. Das beschriebene Konzept entstand in Kooperation mit der Marfan Hilfe Deutschland e.V. und dem Universitären Herzzentrum in Hamburg und wird aufgrund seiner positiven Effekte fortgesetzt. Die weitere Evaluation sowie eine Optimierung auf der Grundlage der gesammelten Erfahrungen sind vorgesehen.

Die Langzeitevaluation eines interdisziplinären, ambulant-stationären Rehabilitationsprogrammes bei Patienten mit schweren und chronischen Hauterkrankungen wurde mit Platz 2 ausgezeichnet. Die Preisträger sind ein Projektteam vom Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück. Bei schweren, ambulant therapieresistenten berufsbedingten Hauterkrankungen mit drohendem Zwang zur Unterlassung der schädigenden beruflichen Tätigkeit sieht das „Verfahren Haut“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die Durchführung eines Rehabilitationsprogrammes vor. Zu dem dreiwöchigen stationären Aufenthalt in einem berufsdermatologischen Schwerpunktzentrum gehören ein interdisziplinäres medizinisches und pädagogisches Interventionsprogramm und eine engmaschige nachstationäre ambulante hautärztliche Betreuung. Die Maßnahme zählt zur tertiären Individualprävention (TIP) und hat unter der Bezeichnung „TIP-Maßnahme“ Eingang in die Praxis gefunden. Die vorliegenden 5-Jahres-Langzeit-Ergebnisse zeigen die Effektivität des Maßnahmenprogramms. Nur rund ein Viertel der Fälle gab aufgrund der schweren Berufsdermatose in dem untersuchten Zeitraum die berufliche Tätigkeit auf. Auch die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage verringerte sich signifikant bei gleichzeitiger Reduktion von Hauterscheinungen und nebenwirkungsreicher Therapien, begleitet von einer signifikanten Steigerung der Lebensqualität der Patienten.

Den 3. Platz beim Reha-Zukunftspreis 2017 belegte Ann-Christin Weiland und ihr Team vom Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof. Mit dem prämierten Trainingsprogramm „MS- Int@kt“ werden Patienten mit Multipler Sklerose und Fatigue Symptomatik nachhaltig und  internetbasiert unterstützt. Das „e-Training“ ist ein computergestütztes bewegungstherapeutisches Heimtraining, gesteuert und betreut durch Physiotherapeuten. Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass die Effekte der Rehabilitation bezüglich der Fatigue Symptomatik, der Lebensqualität wie auch der Mobilität mit einem dreimonatigen poststationären internetbasierten Trainingsprogramm sechs Monate nachhaltig aufrechterhalten werden kann.

DEU, Deutschland, Berlin, Hotel Golden Tulip, Landgrafenstraße 4, 29.11.2017: „IQMG-Jahrestagung 2017“.
[Foto: Dietmar Gust / IQMG; web: http://www.gustfoto.de]

v.l.n.r.: Prof. Eike Hoberg und Dr. Dieter Benninghoven, Mühlenbergklinik-Holsteinische Schweiz, Prof. Dr. med. Christoph Skudlik, Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, Ann-Christin Weiland, Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof

 

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