Reha hat das Nachsehen – keine Berücksichtigung im Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG)

Veröffentlicht am 08.11.2018 09:33 von Redaktion RehaNews24

Nach aktuellem Stand soll für Pflegekräfte in Rehabilitationskliniken kein zusätzliches Geld bereitgestellt werden. Das PpSG beinhaltet bislang ausschließlich Maßnahmen zur Refinanzierung von Pflegekräften in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Rehakliniken werden von der Politik nicht berücksichtigt – obwohl die maßgeblichen Rehabilitationsverbände immer wieder darauf hingewiesen haben, dass dies weder sinnvoll noch sachlich begründbar ist.

Die Arbeiten am PpSG sind so gut wie abgeschlossen. In diesen Tagen finden die letzten Beratungen im Bundestag statt. Änderungen zu einer Gleichstellung der Rehabilitationseinrichtungen zeichnen sich auch jetzt nicht ab. Dies ist umso verwunderlicher, weil alle politischen Akteure die Gefahr sehen, dass Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in großem Umfang Pflegekräfte aus Rehabilitationseinrichtungen abwerben könnten.

Der Bundesverband Geriatrie e.V. (BV Geriatrie) appellierte unter anderem in seiner Stellungnahme vom 22. August 2018 zum Entwurf des Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes (PpSG) an die Politik, Regelungen zur vollständigen Refinanzierung von Tarifsteigerungen beziehungsweise der Refinanzierung der Pflegekosten auch zu Gunsten der Rehabilitation in den Gesetzentwurf mit aufzunehmen. Es ist sachlich nicht erklärbar und versorgungspolitisch höchst bedenklich, dass Rehabilitationseinrichtungen, in denen rund 28.000 Pflegekräfte tätig sind, nicht mit Krankenhäusern beziehungsweise Pflegeinrichtungen finanziell in diesem Bereich gleichgestellt werden. Der „Pflegenotstand“ ist im Bereich der medizinischen Rehabilitation – insbesondere im pflegeintensiven Bereich der geriatrischen Rehabilitation – vergleichbar.

„Es ist eine erneute Benachteiligung der Rehabilitationseinrichtungen durch die Politik. Im angespannten Markt um Pflegefachkräfte ist eine massive Abwerbewelle von Pflegekräften aus Rehaeinrichtungen durch die geförderten Krankenhäuser beziehungsweise Pflegeeinrichtungen zu befürchten“, erklärte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des BV Geriatrie. Es findet somit nicht nur keine Förderung der Pflege in Einrichtungen der medizinischen Rehabilitation statt, vielmehr kommt es zu einer personellen und finanziellen Schwächung in diesem Bereich. Daher fordert der BV Geriatrie die Politik abermals auf, die Rehabilitationseinrichtungen gleichwertig zu behandeln und entsprechende Nachbesserungen am PpSG vorzunehmen.

Die vollständige Stellungnahme des BV Geriatrie zum Entwurf des Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes (PpSG) finden Sie hier:
Stellungnahme des Bundesverbandes Geriatrie zum Entwurf der Bundesregierung zum Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals (Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz – PpSG)

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Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern die rund 370 geriatrische Kliniken beziehungsweise Einrichtungen betreiben und über zirka 23.000 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -Konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes. Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, beziehungsweise soweit wie möglich wiederherzustellen. Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung. Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu GEMIDAS Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt. Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

 

Quelle: Pressemitteilung Bundesverband Geriatrie e.V.

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