Psychiatrische Institutsambulanzen: keine Black Box, sondern Eckpfeiler der Versorgung

Veröffentlicht am 29.07.2014 09:33 von redaktion

Presseinformation Nr. 18 | 29.07.2014

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Psychiatrische Institutsambulanzen (PIA) sind in Deutschland aus der psychiatrischen Versorgung nicht wegzudenken. Pro Jahr versorgen sie rund eine Million psychisch schwer kranke Menschen. Für die Nachsorge stellen die PIA langjährige Beziehungen her. Zudem erhalten Patienten auch notfallmäßig und zeitnah Behandlungstermine. Dadurch können oft unnötige stationäre Aufnahmen vermieden und Patienten frühzeitig wieder entlassen werden.

Nach mehr als drei Jahrzehnten haben sich die PIA als Versorgungsform für schwer psychisch Kranke etabliert und bewährt. Mit hochgerechnet zwei Millionen Behandlungsfällen sind sie ein Eckpfeiler der psychiatrischen Versorgung in Deutschland. Sie behandeln Menschen, die aufgrund ihrer schweren psychischen Erkrankung auf das multiprofessionelle Versorgungsangebot der PIA am Krankenhaus angewiesen sind. PIA an Fachkrankenhäusern müssen von Gesetzes wegen auch aushelfen, wenn eine wohnortnahe ambulante Versorgung unerreichbar ist.

DGPPN-Präsident Professor Wolfgang Maier unterstreicht die zentrale Bedeutung der PIA in der psychiatrischen Versorgung: „Hier finden rund eine Million Betroffene pro Jahr die notwendige Hilfe. Meist sind es Patienten mit langen oder chronischen Krankheitsverläufen und wiederholten stationären Aufnahmen. Mehr als die Hälfte der Fälle machen funktionelle Psychosen aus, hinzu kommen Persönlichkeitsstörungen oder akute Krisen, psychische Alterskrankheiten oder Störungen bei Kindern und Jugendlichen.“

Auch wenn die PIA wegen länderspezifischer Vertragswerke organisatorische Unterschiede zeigen, erfüllen sie gemeinsam denselben Kernauftrag. Unter fachärztlicher Leitung erbringen Psychologen, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten sowie weitere Fachtherapeuten, Pflegekräfte und Arzthelfer eine bedarfsgerechte Versorgung mit Pharmakotherapie, Case-Management und Psychotherapie. Die rechtliche Grundlage für ihre Tätigkeit bildet § 118 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V). PIA sind keine Black Box: In den bundesweit rund 680 PIA erhalten psychisch schwer Kranke intensive multiprofessionelle Diagnostik und Therapie. Differenzierte statistische Berichtssysteme wie beispielsweise in Bayern schlüsseln diese Leistungsprofile auf. Flächendeckend stehen den Krankenkassen Daten über die Diagnosen und die Fallzahlen zur Verfügung.

„Die PIA nehmen in der sektorenübergreifenden Versorgung eine unverzichtbare Rolle ein“, stellt Professor Maier fest. „Sie arbeiten eng mit den Hausärzten zusammen, von welchen die Hälfte der Überweisungen kommt. Aber auch Notfallärzte, somatische Krankenhäuser, andere Fachärzte, Beratungsstellen, sozialpsychiatrische Dienste und komplementäre Einrichtungen kooperieren eng mit den PIA. Dadurch reduziert sich die Anzahl der stationären Aufnahmen, da PIA ihre Patienten nur selten stationär einweisen. Für die betroffenen Menschen sind die Behandlungsangebote der PIA existenzsichernd.“

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