Präventionsgesetz: psychische Gesundheit erhält mehr Gewicht

Veröffentlicht am 17.06.2015 15:09 von Redaktion RehaNews24

Pressemitteilung Nr. 24 | 17.06.2015
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Morgen stimmt der Bundestag über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz) ab. Dazu erklärt DGPPN-Präsidentin Dr. Iris Hauth: „Mit dem Präventionsgesetz will die Bundesregierung die Krankheitslast in Deutschland verringern. Ziel ist es, Krankheiten zu vermeiden, bevor diese überhaupt entstehen. Dass dabei auch explizit Kernbereiche der psychischen Gesundheit im Vordergrund stehen, ist nur folgerichtig. Denn psychische Erkrankungen gehören schon heute bundesweit zu den schwerwiegendsten Gesundheitsproblemen. Die definierten Gesundheitsziele unterstreichen nun insbesondere den wichtigen Stellenwert der Depressions-, Demenz- und Suchtprävention. Dies zeigt, dass sich die Bundesregierung der enormen Bedeutung psychischer Erkrankungen für die Menschen, die Gesellschaft und die Gesundheitsversorgung bewusst ist.
Die im Präventionsgesetz vorgesehene ärztliche Gesundheitsuntersuchung eröffnet erstmals den Weg zur gezielten Früherkennung und -behandlung psychischer Erkrankungen: Um Betroffene in Frühstadien untersuchen, beraten und behandeln zu können, ist aus Sicht der DGPPN jedoch ein Ausbau der gemeindenahen Versorgungsstrukturen dringend notwendig. Gleichzeitig gilt es, Präventiv- und Früherkennungszentren als niederschwelliges und vorwiegend ambulant konzipiertes Angebot für psychische Erkrankungen zu etablieren. Der Einbezug von uns Fachärztinnen und Fachärzten ist dabei unverzichtbar.
Zu Recht sieht das Präventionsgesetz vor, diese Gesundheitsziele im Rahmen einer nationalen Präventionsstrategie umzusetzen. Die nationale Präventionskonferenz wird dabei durch ein Präventionsforum beraten. Aufgrund der gesellschaftlichen Relevanz psychischer Erkrankungen gilt es bei der Besetzung dieses Forums, die psychiatrisch-psychotherapeutische Expertise unbedingt zu berücksichtigen und die wissenschaftlichen Fachgesellschaften einzubinden. Die DGPPN bietet hier der mit der Durchführung des Forums beauftragten Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. ihre fachliche Unterstützung an.“

Kontakt
DGPPN-Pressestelle
Reinhardtstraße 27 B
10117 Berlin
Tel.: 030.2404 772-11
E-Mail: pressestelle[at]dgppn.de

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