Politik darf Recht auf Besuch von Regelschulen nicht verzögern

Veröffentlicht am 17.07.2012 12:39 von Redaktion RehaNews24

Als verantwortungslos und kurzsichtig bezeichnet die Vorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, die Diskussionen um die Finanzierung schulischer Inklusion in Nordrhein-Westfalen und verwies auf die großen gesellschaftlichen Perspektiven, die eine konsequente Inklusionspolitik mit sich bringe:

„Das Vorhaben, Nordrhein-Westfalen zum Vorreiter schulischer Inklusion zu machen und die Anzahl der Modellschulen zu erhöhen, ist löblich, sollte aber nicht ausgebremst werden. Die veranschlagten fünf Millionen Euro zur Weiterbildung der Lehrer werden dem großen Ausbildungsbedarf sicherlich nicht gerecht. Wir müssen mehr Geld in die Hand nehmen, um die gemeinsame Beschulung zu realisieren. Die Debatte zwischen Spitzenverbänden, Kommunen und den Ländern um die Finanzierung der Lehrerausbildung und Infrastruktur der inklusiven Schule darf nicht dazu führen, dass die Umsetzung des großen Projektes auf die lange Bank geschoben wird. Die Finanzierung des gemeinsamen Schulbetriebes ist eine große Herausforderung, weshalb es nötig ist, alle politischen Ebenen an der Finanzierung zu beteiligen und die ganze Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren. Die demografischen Gewinne, die die sinkenden Schülerzahlen mit sich bringen, müssen unmittelbar in den Schulbetrieb reinvestiert werden, um mit dem Inklusionsstandard anderer europäischer Staaten aufzuschließen. Deutschland ist die stärkste Volkswirtschaft Europas. Was in anderen Ländern möglich ist, muss bei uns ebenfalls Standard sein, wenn wir eine glaubwürdige Vorreiterrolle in Europa einnehmen wollen und Eltern von Kindern mit Handicap aus der Rolle von Bittstellern zu befreien.“

Kontakt:

BDH Bundesleitung
V.i.S.d.P.: Ilse Müller
Eifelstr. 7, 53119 Bonn
tel 0228-96984-0 fax 0228-96984-99
mail presse@bdh-bonn.de
www.bdh-reha.de

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten. Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Ortenau in Offenburg.

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