Pflegende wissen selbst, was sie gesund erhält

Veröffentlicht am 14.03.2017 10:06 von admin

 

 

LMU, bpa und BHV starten wissenschaftliche Befragung von bayerischen Pflegenden zu Gesundheitsbelastungen und Prävention

 

Bad Füssing/München  – Was Pflegende lange gesund halten und sie bei ihrer alltäglichen Arbeit unterstützen kann, ermittelt die Ludwig-Maximilians-Universität München jetzt in einer wissenschaftlich fundierten Befragung. Die Erhebung ist der erste Schritt des Projektes PFLEGEprevent, das Teil einer groß angelegten Kooperation des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und des Bayerischen Heilbäder-Verbandes (BHV) ist und unter der Schirmherrschaft von Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml steht.  Die Ministerin unterstrich: „Pflegekräfte stoßen bei ihrer Arbeit nicht selten an ihre physischen und psychischen Grenzen. Aber nur wer selbst motiviert und fit ist, kann andere Menschen gut betreuen und pflegen. Genau dafür bietet betriebliche Prävention Lösungen an.“

„Die Gesundheitsförderung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein zentrales Thema, um sie mit ihrer Motivation und ihrem Sachverstand möglichst lange im Beruf zu halten“, erklärt der bayerische bpa-Landesvorsitzende Kai A. Kasri. „Das ist nicht nur im Sinne eines weitblickenden Unternehmertums wichtig, sondern auch eine Notwendigkeit in Zeiten einer alternden Bevölkerung und eines drängenden Fachkräftemangels.“

„Mit diesem Pilotprojekt schaffen wir ein Musterbeispiel für eine effektive betriebliche Gesundheitsförderung“, so der BHV-Vorsitzende Klaus Holetschek. „Wir hoffen, dass dieses Beispiel dann Schule macht und Unternehmen oder Verbände anderer Branchen folgen. Unsere Heilbäder und Kurorte sind dank ihrer medizinischen und therapeutischen Kompetenz in der Lage, flexible Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Unser Partner bpa engagiert sich hier in vorbildlicher Weise für die Gesundheit seiner Mitarbeiter.“

In den Heilbädern und Kurorten des Verbandes werden Pflegende aus Mitgliedseinrichtungen künftig spezielle Programme zur Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit durchlaufen und diese Erfahrungen mit in die tägliche Arbeit in der Pflege nehmen. Konkrete Arbeitsbelastungen und Bedürfnisse der Pflegekräfte werden nun mit einem bundesweit nutzbaren Onlineformular sowie mit Fragebögen ermittelt, die in diesen Tagen an die mehr als 1.100 ambulanten und stationären Mitgliedsunternehmen des bpa in Bayern verschickt wurden.

„Durch die Verdichtung der Arbeitsbelastung sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenpflege großen Belastungen ausgesetzt. Wir ermitteln in diesem Projekt die besten Ansätze für Prävention und Gesundheitsschutz aus Sicht der Pflegenden selbst“, beschreibt der Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle München Joachim Görtz die Herangehensweise.

 

Die Antworten von Pflegefachkräften sowie Hilfs- und Assistenzkräften werden bis Ende Mai gesammelt und anschließend wissenschaftlich ausgewertet. „Damit erhalten wir eine einmalig breite Informationsgrundlage, um die künftigen Präventionsmaßnahmen wirklich an den Bedürfnissen der Altenpflegerinnen und Altenpfleger auszurichten“, erläutert Prof. Dr. Dr. Angela Schuh vom Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung (IBE) der LMU München.

Weitere Informationen sowie die Onlinebefragung sind unter www.pflegeprevent.de zu finden.

Kontakt:

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