Pflege muss Demenzbetreuung gestalten

Veröffentlicht am 11.10.2013 10:41 von redaktion

11.10.2013

bpa-Fachtagung NRW bestärkt Führungsrolle der Pflege in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten

   

Düsseldorf.- „Die Pflege muss mit ihrer Erfahrung in der Demenzbetreuung die gestaltende Rolle übernehmen.“ Der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Christof Beckmann sieht die Pflegefachkräfte in der immer wichtiger werdenden Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten als federführende Fachleute. Während in Kliniken und Praxen oftmals noch Unsicherheit bei der Beurteilung von Demenzerkrankungen und dem Umgang mit Betroffenen herrscht, stellten Pflegefachleute auf der bpa-Fachtagung in Essen innovative Ansätze für die pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz vor.

Pflegende, Ärzte und Therapeuten müssten in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, um die Herausforderungen der steigenden Zahl von demenzkranken Menschen meistern zu können, sagte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein Bernd Zimmer: „Demenz beginnt mit kleinen Verhaltensveränderungen, die fallen oft dem Hausarzt auf. Aber: Wir brauchen auch bei der Therapie Ihre Hilfe, weil wir nicht jeden Tag beim Patienten sind.“ Es könne nur gemeinsam gehen, betonte der niedergelassene Allgemeinmediziner aus Wuppertal.

Bei dieser interdisziplinären Zusammenarbeit könnten Pflegefachkräfte ihre jahrelange Erfahrung einbringen, sagte der bpa-Landesvorsitzende Beckmann. „Die Demenz als Erkrankung vieler älterer Menschen beschäftigt uns in der Pflege schon seit vielen Jahren. Es ist gut, wenn unser Sachverstand einfließt bei der Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen.“

Basis einer zeitgemäßen Betreuung von Menschen mit Demenz müsse eine intensive Fallbesprechung werden, um individuelle Bedarfe eines Pflegebedürftigen berücksichtigen und die einzelnen Maßnahmen der verschiedenen an der Behandlung und Pflege beteiligten Fachleute aufeinander abstimmen zu können, sagte der Aachener Pflegewissenschaftler Dr. Manfred Borutta: „Es geht um die Kunst, Autonomie und Fürsorge miteinander zu verbinden.“

Wie intensiv und individuell sich die privaten Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen um ältere Menschen mit Demenz kümmern, zeigten auf der bpa-Fachtagung in der Essener Philharmonie mehrere Praxisbeispiele aus dem Pflegealltag, die für die rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete Anregungen für die weitere Pflege von Demenzkranken gaben.

bpa: Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon fast 1.100 in Nordrhein-Westfalen, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und ca. 18.900 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 19,4 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle NRW, Tel.:
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