NRW muss Inklusion an Schulen als Chance nutzen

Veröffentlicht am 15.07.2010 11:03 von Redaktion RehaNews24.de

NRW muss Inklusion an Schulen als Chance nutzen

Bonn, 15. Juli 2010. Nie war die Gelegenheit günstiger, zukunftsgerechte und zugleich integrationsfördernde Bildungspolitik umzusetzen, als nach der Wahl in NRW. Die Bereitschaft der Politik, haushaltspolitische Akzente zu setzen und der Bildungspolitik einen höheren Stellenwert zuzugestehen, zeigt der Haushalt des Landes Nordrhein-Westfalen im laufenden Jahr. NRW investiert etwa 40 % seiner Ausgaben in die Bildungspolitik.

Die Bundesvorsitzende des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, regt dabei verstärkte Bemühungen um eine inklusive Bildungspolitik an: „Nach der Entscheidung von Hannelore Kraft, NRW aus einer Minderheitsregierung heraus führen zu wollen, ist das Tor zu einer inklusiven Bildungspolitik weit aufgestoßen worden. Die Gelegenheit, gemeinsam mit den Grünen, für ein Umdenken zu sorgen und die frühzeitige Integration von jungen Menschen mit Behinderungen mit Nachdruck umzusetzen, darf nicht ungenutzt verstreichen.“

Der BDH Bundesverband Rehabilitation unterstützt als Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen und als soziales Netzwerk ausdrücklich die Arbeit der Beauftragten der Belange behinderter Menschen im Bund, in den Ländern und in kommunalen und betrieblichen Einrichtungen. Eine erfolgreiche Bildungspolitik muss sich daran messen lassen, ob es gelingt, Menschen mit Behinderungen in einer barrierefreien Umwelt uneingeschränkte und faire Erfolgschancen im Leben zu bieten. Eine gute Ausbildung junger Menschen übernimmt hier eine besondere Rolle: Selbständigkeit, Autonomie und die freie Entfaltung der Persönlichkeit hängen in erster Linie von der Fähigkeit ab, eine eigene Existenzgrundlage und berufliche Perspektive zu besitzen. Die bisherigen Gespräche von SPD und Grünen haben gezeigt, dass das Verständnis für gemeinsames Lernen und solidarisches Miteinander durchaus vorhanden ist.

Es gilt nun, physische Barrieren an Schulen und Hochschulen systematisch zu beseitigen. Hier ist ein Umdenken in vielen Bereichen festzustellen. Allerdings müssen Lehrangebote für Menschen mit Behinderungen, z.B. mit angeborenen oder erworbenen Hirnschäden, geschaffen werden. Gemeinsamkeit und Vielfalt an den Schulen fördern das Lernen und spalten unsere Gesellschaft nicht länger. Der BDH Bundesverband Rehabilitation fordert zur Umsetzung der Inklusion eine neue Kultur der Solidarität und der Antidiskriminierung in allen Bereichen unserer Gesellschaft.

„Betrachtet man die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, so wird deutlich, dass in Deutschland in den kommenden Jahren die Arbeitskräfte, vor allem gut ausgebildete Arbeitnehmer, knapp werden. Eine erfolgreiche, barrierefreie Integration von Menschen mit Behinderung, ist ein Gebot der Menschlichkeit, liegt aber auch im Interesse unseres Wirtschaftsstandorts. Weiterbildungsangebote und Bildungsberatungsstellen, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zugeschnitten sind, sind unbedingt zu fördern. Hannelore Kraft sollte daher in NRW die Kompetenzen der Beauftragten für die Belange behinderter Menschen und den Verbänden nutzen, eine erfolgreiche inklusive Bildungspolitik zum Wohle aller voranzutreiben“, so Ilse Müller.

Die deutsche Bildungspolitik hat den Richtlinien der UN-Konvention Folge zu leisten und sollte die Forderungen im Bereich der Integration und Inklusion endlich mit der nötigen Ernsthaftigkeit umsetzen.

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH ist die größte deutsche Fachorganisation auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Weiterhin bietet der BDH rechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an. Die stationäre neurologische Rehabilitation nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

Kontakt:

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tel 0228-96984-0

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