Neues Forschungsnetz für psychische Erkrankungen: ein Schritt in die richtige Richtung

Veröffentlicht am 17.02.2014 18:36 von redaktion

Presseinformation Nr. 4 | 17.02.2014

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat heute die Erforschung psychischer Erkrankungen substanziell gestärkt. Ab Sommer 2014 fließen bis 2018 insgesamt 35 Millionen Euro in ein neues Forschungsnetz aus neun Verbundprojekten, die von sieben universitären Standorten in Deutschland koordiniert werden. Die DGPPN begrüßt diese Entscheidung. Um neue Präventionsstrategien und Therapieverfahren für psychisch erkrankte Menschen entwickeln zu können und für die Praxis nutzbar zu machen, müssen Ursachen und Verlauf dieser Erkrankungen noch besser erforscht werden. Die Forschungsförderung ist deshalb nachhaltig anzulegen und auch in Zukunft weiter auszubauen.

Psychische Erkrankungen können jeden treffen, sie gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern. Sie sind oftmals äußerst belastend und schränken die Betroffenen so stark in ihrem Lebensalltag ein, dass diese an ihrem Arbeitsplatz deutlich beeinträchtigt sind oder kurz- bis langfristig die Arbeit nicht ausüben können. Auch ihre Angehörigen leiden unter der Situation. 

Dank der Fortschritte in der Forschung lassen sich heute fast alle psychischen Erkrankungen so behandeln, dass es zu deutlichen Besserungen oder Gesundung kommt und eine Teilhabe am Alltag wieder möglich wird. Doch nicht alle Patienten werden dabei symptomfrei: 20 Prozent der Menschen, die an einer Depression leiden, haben dauerhaft Symptome. Menschen mit schweren Psychosen leiden zu über 50 Prozent an überdauernden Einschränkungen im privaten und beruflichen Leben.

„Psychisch erkrankte Menschen sind darauf angewiesen, dass wir ihre Erkrankungen noch besser verstehen. Es ist unbedingt erforderlich, dass wir für sie neue Therapieverfahren und Wirkstoffe erforschen. Die DGPPN begrüßt deshalb die Entscheidung des BMBF, ein neues Forschungsnetz für psychische Erkrankungen aufzubauen“, so DGPPN-Vorstandsmitglied Professor Andreas Meyer-Lindenberg, der heute das Forschungsnetz zusammen mit Ministerin Professor Johanna Wanka und der Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes Dr. Doris Pfeiffer der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Aus Sicht der Fachgesellschaft müssen die Bestrebungen allerdings auch in der Zukunft fortgesetzt werden. „Die zunehmende Bedeutung psychischer Erkrankungen erfordert die Bündelung der verfügbaren Kräfte in Gesundheitsforschungszentren, wie sie die Bundesregierung für die somatischen „Volkskrankheiten“ längst ins Leben gerufen hat. Die Forschungsförderung des Bundes sollte deshalb in eine nachhaltige strukturelle Förderung in einem Deutschen Zentrum für psychische und psychosomatische Erkrankungen (DZP) münden“, so DGPPN-Präsident Professor Wolfgang Maier. 

HINTERGRUND
Das 2012 vom BMBF ausgeschriebene „Forschungsnetz zu psychischen Erkrankungen“ hat die Entwicklung von diagnostischen, therapeutischen und präventiven Konzepten auf Basis von aktuellem Wissen über die Krankheitsentstehung und deren Mechanismen zum Inhalt. Neue oder bislang nicht ausreichend validierte Ansätze sollen auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden und deren Erprobung in der Praxis für eine hohe Versorgungsrelevanz sorgen. Insgesamt 30 Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland werden dabei zusammenarbeiten. Folgende Schwerpunkte und universitäre Standorte wurden festgelegt:  

  • Schizophrenie, Prof. Andreas Meyer-Lindenberg, ZI Mannheim
  • Depression, Prof. Rainer Rupprecht, Universität Regensburg
  • Bipolare Störungen, Prof. Michael Bauer, TU Dresden
  • Angsterkrankungen, Prof. Hans-Ulrich Wittchen, TU Dresden
  • Suchterkrankungen, Prof. Andreas Heinz, Charité, HU Berlin
  • ADHS, Prof. Tobias Banaschewski, ZI Mannheim
  • Autismusstörungen, PD Dr. Inge Kamp-Becker, Universität Marburg
  • Psychotische Störungen, Prof. Frank Schneider, RWTH Aachen
  • Krankheitsübergreifende Therapien, PD Dr. Frank Padberg, LMU München

 

KONTAKT
Für den Vorstand
Prof. Dr. med. Andreas Meyer-Lindenberg
Ressort Forschung und biologische Therapie
Direktor des Zentralinstituts für seelische Gesundheit Mannheim
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie 
J5, 68159 Mannheim
E-Mail: a.meyer-lindenberg[at]zi-mannheim.de

DGPPN-Pressestelle
Reinhardtstraße 27 B, 10117 Berlin 
Tel.: 030.2404 772-11 
E-Mail: pressestelle@dgppn.de


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