Netzwerk Epilepsie und Arbeit geehrt mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille der DVfR

Veröffentlicht am 12.11.2014 10:02 von DVfR

Für besondere Verdienste zur Sicherung der beruflichen Teilhabe von epilepsiekranken Menschen wurde das Netzwerk Epilepsie und Arbeit (NEA) der Inneren Mission München mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation ausgezeichnet. Damit würdigt die DVfR die herausragenden Leistungen des NEA bei der fundierten fachlichen Beratung und umfassenden Unterstützung von epilepsiekranken Arbeitnehmern, ihren Arbeitgebern sowie Fachkräften rund um das Thema Epilepsie am Arbeitsplatz.

Jochheim Medallie Die DVfR verlieh ihre höchste Auszeichnung, die „Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille“, im Rahmen des DVfR-Kongresses am 24.10.2014 in Berlin an das Netzwerk Epilepsie und Arbeit der Inneren Mission München. Damit ehrt sie das herausragende Engagement dieses diakonischen Trägers und vieler Einzelpersonen, die an der erfolgreichen Entwicklung dieses bundesweiten Netzwerks beteiligt waren und sind.

Mit dem Aufbau des Netzwerks Epilepsie und Arbeit ist es gelungen, die erforderlichen Kompetenzen vieler Fachleute aus unterschiedlichen Institutionen, einschließlich der Selbsthilfe, mit den betrieblichen Belangen zusammenzuführen und diese multidisziplinäre Expertise für die fachlich fundierte Beratung und Unterstützung epilepsiekranker Arbeitnehmer und ihrer Arbeitgeber im gesamten Bundesgebiet verfügbar zu machen. Die regionalen Ansprechpartner des Netzwerks sind im Internet über epilepsie-arbeit.de zu finden und können im Bedarfsfall in betriebliche Beratungssettings vor Ort eingebunden werden. So konnte in den meisten Fällen die berufliche Teilhabe epilepsiekranker Menschen erhalten oder wieder hergestellt werden.

Derzeit besteht das Netzwerk aus 24 regionalen interdisziplinären Fachteams, an denen über 300 Experten beteiligt sind. Dazu zählen Neurologen, Betriebsärzte, Epilepsiezentren und Beratungsstellen, berufliche Rehabilitationseinrichtungen, Integrationsfachdienste, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Rehabilitationsträger, Integrationsämter sowie Selbsthilfeverbände.

In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Michael Seidel hervor, dass der Erfolg des Beratungsnetzwerks NEA, ganz im Sinne von Prof. Kurt-Alphons Jochheim († 2013), dem Namensgeber der DVfR-Medaille und Pionier der modernen Rehabilitation in Deutschland, auf seiner interdisziplinären Ausrichtung, strukturierten Zusammenarbeit, individuellen Leistungserbringung und Mitbeteiligung der Selbsthilfe basiert. In diesem Sinne ist NEA ein vorbildliches Beispiel für erfolgreiche Rehabilitation. Prof. Seidel wünschte dem Team des Netzwerks Epilepsie und Arbeit weiterhin viel Erfolg. Er sprach die Hoffnung aus, dass es künftig – nach Abschluss der Aufbauphase im Rahmen eines vom BMAS geförderten Projekts – die erfolgreiche Arbeit mit Unterstützung anderer Förderer fortsetzen kann.

Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der DVfR, überreichte die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille mit Urkunde an Peter Brodisch, den Leiter des NEA-Teams bei der Inneren Mission München. Er wertete die engagierte Arbeit des NEA als einen zentralen Beitrag zur Inklusion epilepsiekranker Menschen auf dem Arbeitsmarkt.

Im Namen des NEA-Teams dankte Peter Brodisch für die hohe Auszeichnung. In seinen Dankesworten machte Brodisch den Teamcharakter von NEA für das Publikum erlebbar, indem er für jeden der zur Verleihung der Medaille angereisten Förderer und Experten des NEA anerkennende Worte für die geleistete Arbeit und Unterstützung fand. Weitere Netzwerkmitglieder wurden spontan unter den Kongressteilnehmern noch ausgemacht und einbezogen. Peter Brodisch präsentierte damit sehr anschaulich, dass erfolgreiche Netzwerksarbeit immer von engagierten Menschen gestaltet wird.

Laudatio

Urkunde

Das Foto zeigt Peter Brodisch (Mitte) und die bei der Ehrung anwesenden Mitglieder des Netzwerks Epilepsie und Arbeit:

 

(von linksVerleihung Jochheim Medaille an NEA) Prof. Dr. Michael Seidel, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Ärztlicher Direktor, Bethel.regional, v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel; Alexander Wecker, Disability Manager (CDMP), Abteilung Rehabilitation und Entschädigung, Kommunale Unfallversicherung Bayern, München; Arne Lüsebrink (hinten), Sozialpädagoge (Dipl.) und Gesundheitswissenschaftler (MSc), Sozialberatung im Epilepsiezentrum Hamburg am Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf; Sybille Fritz, Teamleiterin am Integrationsfachdienst Frankfurt (Oder); Gerhard Kreis (hinten), Dipl. Ing. (Univ.), technischer Berater (Integrationsamt Oberbayern am Zentrum Bayern Familie und Soziales); Rupprecht Thorbecke, Medizinsoziologe Epilepsiezentrum Bethel; Dr. med. Stephan Arnold (hinten), Epileptologe am Neurozentrum München und der Schön-Klinik Vogtareuth; Norbert van Kampen, Epilepsiezentrum Berlin-Brandenburg, Berlin; Dipl. Päd. (Univ.) Peter Brodisch, Leiter Netzwerk Epilepsie und Arbeit/Epilepsieberatung München; Werner Fack, Diakonisches Werk Bayern; Thomas Porschen, Landesverband der Selbsthilfe NRW und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – Schwerbehindertenvertretung/Disability Manager (CDMP); Dr. med. Matthias Schmidt-Ohlemann, Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation

Weitere Informationen über die Aktivitäten vom Netzwerk Epilepsie & Arbeit finden Sie unter: www.epilepsie-arbeit.de

Über die Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille finden Sie weitere Informationen unter: www.dvfr.de

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