Mobbing: Hohes Risiko für die Pflege

Veröffentlicht am 17.12.2012 14:44 von redaktion

Kongress Pflege 2013 am 25. und 26. Januar in Berlin | Betroffene können Arbeitgeber verklagen | Konfliktmanagement als Führungsaufgabe

Heidelberg|Berlin. Die Pflege gilt als besonders anfällig, was Mobbing betrifft. „Für Menschen, die beruflich viel mit Beziehungen und Emotionen zu tun haben, ist das Risiko für Mobbing relativ groß“, betont Peter Bechtel, Vorsitzender des Bundesverbands Pflegemanagement und Pflegedirektor das Universitäts-Herzzentrum Freiburg Bad Krozingen. Darum wird sich der Kongress Pflege 2013 – Leitkongress für das mittlere Management in der Pflege – am 25. und 26. Januar neben vielen weiteren Führungs- und pflegepolitischen Themen mit dem Problem beschäftigen. Eine Untersuchung von 2011, in der die Sozialwissenschaftlerin Dr. Jeannette Drygalla rund 1.000 Pflegekräfte an sechs deutschen Universitätsklinika befragte, bestätigt die Dringlichkeit: Ein Viertel der Pflegenden hat sich schon einmal als Opfer von Mobbing gefühlt. Etwa die Hälfte der Befragten hat am Arbeitsplatz schon mindestens einmal beobachtet, wie jemand dauerhaft gedemütigt wurde, und knapp 10 Prozent gaben zu, selber schon mal gemobbt zu haben.

„Dort, wo Konflikte nur oberflächlich geglättet werden, entsteht Mobbing besonders häufig“, berichtet Drygalla, die zurzeit eine Vertretungsprofessur an der Fachhochschule Jena im Fachbereich Sozialwesen innehat. Als weitere Ursache macht sie einen undemokratischen Führungsstil aus. Peter Bechtel verweist auch auf die Arbeitsbedingungen: „Bei geringeren Verweildauern, höheren Fallzahlen und mehr Multimorbidität sinkt die Bereitschaft, jemanden im Team mitzutragen.“ Wichtig sei es deshalb, so die Wissenschaftlerin Drygalla, nicht nur mit dem Betroffenen, sondern mit dem gesamten Team zu arbeiten und sich die Strukturen anzuschauen.

Der Kongress mit den Schwerpunkten Pflegepolitik, Pflegemanagement und Pflegerecht beleuchtet auch juristische Aspekte: Die rechtliche Situation habe sich in den letzten Jahren zugunsten der Mobbing-Opfer verbessert, berichtet Prof. Thomas Weiß, Mitglied im Kongressbeirat. Der auf Pflege- und Krankenhausrecht spezialisierte Rechtsanwalt aus Kiel führt weiter aus: „Betroffene können Arbeitgeber, die Mobbing nicht unterbinden, sowie mobbende Arbeitskollegen und Vorgesetzte auf Schadensersatz oder auch Schmerzensgeld verklagen.“

Auf dem Kongress Pflege 2013, ausgerichtet von Springer Medizin und dem Pflegemagazin Heilberufe, werden rund 1.000 Entscheider aus der Pflege erwartet. Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, sowie Annette Widmann-Mauz (MdB), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, eröffnen den Kongress. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung vergibt der Bundesverband Pflegemanagement zum zweiten Mal den Pflegemanagement-Award für Nachwuchsführungskräfte. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie hier.

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Pressekontakt: Uschi Kidane | Springer Medizin | tel. +49 6221 487-8166

Kongressorganisation und Anmeldung: Andrea Tauchert | Springer Medizin | tel. +49 30 82787-5510

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