Mit MoVo-LISA zum körperlich aktiven Lebensstil

Veröffentlicht am 12.01.2017 10:23 von Hamm-Kliniken

Innovatives Nachsorgeprojekt in den Hamm-Kliniken/Klinik Park-Therme

Körperliche Aktivität kann während und nach einer Krebstherapie dazu beitragen, Komplikationen und Nebenwirkungen abzumildern oder auch zu vermeiden. Auch bei Patienten, die vor ihrer Erkrankung eher inaktiv waren, kann sich eine Änderung des Lebensstils positiv auswirken. Die körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung reduziert die Gefahr eines Rückfalls und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung.

Deshalb ist es gerade bei onkologischen Erkrankungen von großer Wichtigkeit, die Patienten während ihres Reha-Aufenthaltes für sportliche Aktivitäten zu begeistern und sie gezielt in einen aktiven Lebensziel auch nach der Reha zu lenken.

Grundmotivation in die Realität umsetzen

Ein Konzept der Universität Freiburg, umgesetzt in den Hamm-Kliniken.

Seit November 2016 bietet die Klinik Park-Therme als erste der vier Hamm-Kliniken das Nachsorge-Programm „MoVo-LISA“ im Rahmen einer verhaltensbezogenen Bewegungstherapie an. Die etwas fremdartig klingende Bezeichnung des Programms setzt sich aus mehreren Begriffen zusammen. MoVo steht für Motivation und Volition. LISA ist die Abkürzung für Lebensstil-Integrierte Sportliche Aktivität. Ziel des Programms ist, dass die Teilnehmer nach dem Reha-Aufenthalt den Sport als festen Bestandteil in ihren Alltag integrieren und dadurch tatsächlich etwas an ihrem Lebensstil verändern. Geeignet sind vor allem diejenigen Patienten, die während ihres Reha-Aufenthalts Spaß an sportlichen Aktivitäten zeigen und auch motiviert sind, sich in Zukunft mehr zu bewegen, allerdings Schwierigkeiten haben, ihre guten Vorsätze im Alltag umzusetzen. Auch Wiederholer, die es nach der ersten

Reha-Maßnahme nicht geschafft haben, weiterhin Sport zu treiben, sind typische Kandidaten für das MoVo-Lisa Programm.

Die meisten Patienten verfügen bereits über eine sportliche Grundmotivation. „Das weiß doch jeder, dass Bewegung gut ist.“ Schwierig wird es erst, wenn die guten Absichten und die theoretische Motivation auch in die Praxis umgesetzt werden sollen. Daher ist die Volition, also die bewusste und willentliche Umsetzung von Zielen die größte Herausforderung. Um den Prozess der Selbststeuerung zu nutzen, müssen verschiedene äußere und innere Barrieren durch Willenskraft überwunden werden.

Entwicklungskonzept der Universität Freiburg

Die Abteilungsleiterin Therapie der Klinik Park-Therme Teresa Wehrle unterstützt und motiviert Patienten auf ihrem Weg zu einem körperlich aktiven Lebensstil.

Das Programm wird nach einem festgelegten Leitfaden durchgeführt. Das Konzept dazu wurde von Prof. Dr. Reinhard Fuchs von der Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Wiebke Göhner und Dr. Caroline Mahler entwickelt. In der Klinik Park-Therme übernahm Teresa Wehrle (Abteilungsleitung Therapie) die Federführung des innovativen Projekts und wurde vom Qualitätsmanagement bei der Implementierung unterstützt.

Zu Beginn des Programms werden die Teilnehmer in einer Gruppensitzung gebeten, ihre Ziele zu formulieren. Der eine wünscht sich eine Gewichtsreduktion, eine andere erhofft sich Schmerzlinderung oder die Steigerung der Beweglichkeit. Stehen die Ziele fest, sollen konkrete, planbare und wirksame Bewegungsideen dabei helfen, diese auch zu verwirklichen. Mit dem 3pw Check (Passend, Praktikabel, Präzise, Wirksam) haben die Teilnehmer die Möglichkeit der Selbstkontrolle: „Sind meine Ideen tatsächlich dazu geeignet, um mein Ziel zu erreichen?“

In einem Bewegungsbuch werden alle Bewegungsideen schriftlich festgehalten und zu einem verbindlichen Bewegungsplan zusammengefasst. Der Teilnehmer schreibt auf, Was er sich vorgenommen hat (z.B. Nordic Walking), Wann und Wo er die Sportart durchführen will (z.B. freitagnachmittags um 13.00 Uhr im Stadtpark) und schließlich, Mit Wem er den Sport betreiben wird (z.B. mit dem Ehepartner oder allein). Fragen und Unsicherheiten können in einem Einzelgespräch mit dem Moderator des Programms geklärt werden.

Die Letzte Sitzung während der Reha wird erneut in Form eines Gruppengesprächs durchgeführt und befasst sich mit Barrieren und Hindernissen, welche die guten Vorsätze des Bewegungsplans zunichtemachen können. Die Teilnehmer sollen ihre persönlichen Hindernisse wie Zeitmangel oder Bequemlichkeit identifizieren und konkrete Lösungen zur Überwindung dieser Barrieren finden. Dabei können Ideen der anderen Patienten und die Unterstützung des Moderators gewiss helfen und inspirieren.

Es gibt nicht den perfekten Bewegungsplan für Jedermann!

Wichtig ist das Bewusstsein, dass es nicht den perfekten Bewegungsplan für Jedermann gibt. Was für den einen praktikabel und realisierbar wirkt, kann für den nächsten eine gesundheitlich oder zeitlich nicht zu stemmende Herausforderung darstellen. Daher geht es bei MoVo-Lisa darum, dass jeder Teilnehmer sich individuell Ziele steckt und Ideen sammelt. Schließlich muss sich auch jeder eingestehen, welche Barrieren ihn persönlich bisher daran gehindert haben, Sport zu treiben oder welche inneren oder äußeren Umstände ihn auch jetzt daran hindern könnten, den Bewegungsplan konsequent durchzuziehen.

Mit dem Ende des Reha-Aufenthaltes beginnt die Phase der Selbstbeobachtung. Sechs Wochen lang können die Teilnehmer anhand ihres Bewegungsbuches dokumentieren, ob sie ihre Bewegungsideen umsetzen und zu wie viel Prozent sie ihren Plan einhalten. Gegebenenfalls können noch nachträgliche Änderungen oder Erweiterungen im Plan vorgenommen werden. Nach diesen sechs Wochen sendet die Klinik Park-Therme allen Absolventen einen rückfrankierten Feedbackbogen zu, der auf freiwilliger Basis ausgefüllt werden kann. Auch uns liegt es am Herzen zu erfahren, ob unsere Patienten durch das Programm dauerhafte Erfolge erzielen können.

Schon jetzt können wir positive Resonanzen unserer Teilnehmer verzeichnen – hier einige Zitate:

„Ich hatte während meiner Reha Spaß am Sport. Jetzt weiß ich aber, wie ich auch zu Hause weiter machen kann.“

„Das Programm hat mir den berühmten ‚Nackenschlag‘ verpasst. Ich weiß nun, wie ich meine persönlichen Hindernisse umgehen kann.“

„Ich habe gelernt, mehr an mich selbst zu denken und Sport fest in meinen Alltag einzubinden – weil es mir gut tut.“

„Ich hatte vor der Reha schon den guten Vorsatz mich sportlich zu betätigen. Jetzt habe ich einen Antrieb bekommen, es auch wirklich umzusetzen.“

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Die Hamm-Kliniken-Gruppe ist eine Fachklinikengruppe für onkologische Rehabilitation und Anschlussrehabilitation (AHB). Die vier Kliniken mit deutschlandweiten Standorten, verfügen über etwa 700 Betten und 550 Mitarbeiter. Bereits 1973 gründete Fritz Hamm mit der Klinik Bellevue die erste Hamm-Klinik. Es folgten im Jahre 1977 die Klinik Nahetal in Bad Kreuznach und im Jahre 1988 die Klinik Park-Therme in Badenweiler. Als jüngste Hamm-Klinik wurde 1995 die Klinik Nordfriesland in St. Peter-Ording eröffnet.

Das Ziel aller Hamm-Kliniken ist es, die onkologische Rehabilitation und Anschlussrehabilitation (AHB) auf höchstem Niveau und richtungsweisend zu gestalten. Unser Anspruch ist es, Qualität nicht nur zu gewährleisten, sondern auch kontinuierlich zu verbessern. Alle Hamm-Kliniken nehmen erfolgreich an mehreren Zertifizierungsverfahren teil. Derzeit sind wir nach IQMP, DIN ISO 9001:2008 und MAAS-BGW zertifiziert. Durch den erfolgreich installierten Kreislauf der kontinuierlichen Verbesserungen entwickeln sich alle vier Kliniken von einem hohen Qualitätsniveau aus ständig weiter.
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