Mehr Hilfe bei beruflichen Problemen: MBOR-Ausbau in Rehakliniken geplant

Veröffentlicht am 28.06.2011 11:21 von Manteuffel

Bundesweite Untersuchungen belegen: Jeder dritte erwerbsfähige Patient, der in eine Rehaklinik kommt, hat mit besonderen beruflichen Problemen zu kämpfen. Daher sollen Therapie- und Trainingsangebote für die Rückkehr an den Arbeitsplatz ausgebaut werden. Ein Stufenplan der Deutschen Rentenversicherung stellt ein flächendeckendes Angebot für die „Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation“ (MBOR)  vor. 

„Geplant ist eine konzeptionelle Neuorientierung von Diagnostik und Therapie in der medizinischen Rehabilitation“, machte die Deutsche Rentenversicherung Bund auf dem Rehawissenschaftlichen Kolloquium vor etwa 1500 Fachbesuchern deutlich. Die Teilhabe am Arbeitsleben wird zum Leitziel. Ein Drei-Stufen-Konzept zur „Medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation“ (MBOR) für somatische Erkrankungen sieht eine gestaffelte Versorgung vor:

  • Stufe A: Alle Rehakliniken sollen ein Basisangebot berufsbezogener Leistungen bereithalten. Das sind zum Beispiel eine berufs­bezo­gene Dia­gnostik (von Frage­bögen bis zu Leistungsuntersuchungen), Sozialmedizinische Seminare, Sozial­beratung und nie­derschwellige Gruppenangebote, etwa zur Stress­bewältigung.
  • Stufe B: In ausgewählten Re­hakliniken kommt ein Angebot an psychoedukativen Gruppen (z.B. Konfliktmanagement), Trainings an nachgestellten Arbeitsplätzen und Belastungs­erprobungen hinzu.
  • Stufe C: Spezifische Maß­nahmen in Schwerpunktkliniken wenden sich an Patienten mit besonders hohem Be­darf, etwa wenn sich Probleme überlagern oder ein neuer Arbeitsplatz oder Beruf gefunden werden muss. Spätestens hier ist angezeigt, dass sich die Behandler der Klini­ken auch mit Betriebsärzten, Berufsförderungswerken und je nachdem weiteren Beteiligten über den Rehaprozess abstimmen – das Ein­verständnis der Patienten vorausgesetzt.

Modellphase an sieben Rehakliniken
Was es schon in etlichen Häusern und regionalen Kooperatio­nen gibt,  soll damit zu einem stimmigen Gesamtangebot ausgebaut werden. An sieben orthopädischen Rehazentren mit berufsbezogenen Angeboten untersucht ein Wissenschaftlerteam derzeit, welche Maßnahmen sich für den bundesweiten Einsatz eignen und welche Rahmenbedingungen in den Kliniken dafür erforderlich sind.

Weitere Informationen:
www.medizinisch-berufliche-orientierung.de 
www.forschung.deutsche-rentenversicherung.de >. Rehawissenschaftliches Kolloqium >Präsentationen/Tagungsband

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