Medizinische Reha-Leistungen: Verbesserte Informationen für Migranten

Veröffentlicht am 21.03.2017 13:26 von admin

Erscheinungsdatum: 20.03.2017

Verbesserte Informationen für Migranten zur Rehabilitation der Rentenversicherung

Medizinische Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung werden von ausländischen Versicherten deutlich seltener in Anspruch genommen als von Deutschen. Die Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen ist bei Versicherten mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit um rund die Hälfte niedriger als bei deutschen Versicherten. Rund 1,5 Prozent der Versicherten mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit nahmen 2015 medizinische Rehabilitationsleistungen in Anspruch, bei Deutschen waren es in dem Jahr rund drei Prozent. Von rund 4,4 Millionen ausländischen Versicherten haben rund 62.900 Versicherte von dem Angebot der Rentenversicherung Gebrauch gemacht, von 32 Millionen deutschen Versicherten waren es rund 950.000. Beispielsweise nahmen 2015 1,7 Prozent Türken, 2,1 Prozent Italiener, 1,3 Prozent Spanier und ein Prozent Polen die Leistungen in Anspruch.

Sprachbarrieren und Informationsdefizite sind häufig Gründe, warum Zuwanderer die Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung seltener als Deutsche nutzen. Migranten wissen teilweise zu wenig darüber, wie ihnen im Fall einer gesundheitlichen Einschränkung geholfen werden kann. Auch religiöse oder kulturelle Barrieren oder ein unterschiedliches Krankheitsverständnis spielen eine Rolle. Dazu ist „Reha“ aus den Ursprungsländern häufig nicht bekannt. „Gelingt es, Migranten stärker für die Rehabilitationsleistungen zu sensibilisieren, bringt dies den Betroffenen eine stabilere Gesundheit und trägt damit dazu bei, dass sie länger im Erwerbsleben bleiben und damit auch im Alter besser versorgt sind“, so Brigitte Gross, Direktorin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Die Deutsche Rentenversicherung hat vielfältige Aktivitäten gestartet, um auf diese Entwicklung zu reagieren. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Rentenversicherung beispielsweise zusammen mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum e. V. und der Medizinischen Hochschule in Hannover die mehrsprachige Aufklärungskampagne „MiMi – Mit Migranten Für Migranten“ gestartet. Ziel ist die verstärkte muttersprachliche Information von Migranten über die Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung. Im Rahmen des Projekts werden etwa Migranten, die über gute Deutschkenntnisse verfügen, zu interkulturellen Gesundheitslotsen ausgebildet. Nach dieser Ausbildung führen sie Informationsveranstaltungen in den jeweiligen Lebensräumen und in der Muttersprache der Migranten durch. Darüber hinaus bietet die Rentenversicherung auch mehrsprachiges Informationsmaterial für Migranten an. Auch stellen sich die Rehabilitationseinrichtungen verstärkt auf die Bedürfnisse von Rehabilitanden ein, etwa durch mehrsprachige Ärzte oder therapeutisches Personal.

Die Thematik ist ein Schwerpunkt des diesjährigen Reha-Wissenschaftlichen Kolloquiums. Dieser Kongress findet vom 20. – 22.03.2017 in Frankfurt am Main statt.

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