Mediziner wollen blinden Menschen helfen, gesunden Schlaf zu finden

Veröffentlicht am 04.05.2017 08:48 von admin

Wenn die innere Uhr regelmäßig aus dem Takt gerät

 

Bild: Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät, kann das für Schlafstörungen sorgen. Dr. Wilfried Böhning will Betroffenen helfen. Foto: Heiko Appelbaum

Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät, kann das für Schlafstörungen sorgen. Dr. Wilfried Böhning will Betroffenen helfen. Foto: Heiko Appelbaum

Der Wechsel zwischen Tageslicht und Dunkelheit bestimmt maßgeblich die innere Uhr des Menschen. In unserer modernen Gesellschaft wird der Schlaf-Wach-Rhythmus zunehmend durch äußere Faktoren beeinflusst. Dazu gehört künstliche Beleuchtung, die im Winter Tageslicht simuliert.

Aber wie erleben vollblinde Menschen ohne Lichtwahrnehmung den Schlaf-Wach-Rhythmus? Der Großteil von ihnen kann nicht zwischen hell und dunkel unterscheiden, womit das „Stellen der inneren Uhr“, schlafmedizinisch als „Synchronisation“ bezeichnet, ausgeschlossen ist.

Vollblinde Menschen leiden dementsprechend häufig unter dem „Nicht-24-Stunden-Schlaf-Wach-Syndrom“ (kurz: „Non-24“).

„Aber auch bei nicht-sehbehinderte Menschen kann diese Schlafstörung vorkommen – wenn auch sehr selten“, sagt Dr. Wilfried Böhning. Er ist Schlafmediziner und leitet als Chefarzt das Schlafmedizinische Zentrum in der Karl-Hansen-Klinik sowie das Ambulante Zentrum für Schlafstörungen (AZfS). Beide Einrichtungen befinden sich in Bad Lippspringe.

Böhning wurde jüngst in das Experten-Gremium aufgenommen, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, Non-24-Patienten gezielt zu helfen.

„Wir sprechen bei Non-24 von einer massiven Schlafstörung mit erheblicher Auswirkung auf die gesamte Gesundheit der Betroffenen“, sagt Dr. Wilfried Böhning, „denn die Synchronisation der inneren Uhr steht in direktem Zusammenhang mit allen vom Tag-/Nachtrhythmus abhängigen Systemen wie der Hormon-, Atem- und Herzkreislaufregulation, kurz mit den Funktionsabläufen in nahezu allen Zellen im gesamten Organismus“. Böhning sieht es als große Herausforderung für Mediziner an, bei Betroffenen die richtige Diagnose zu stellen. „Glücklicherweise erkennen immer mehr Allgemeinmediziner Schlafstörungen bei ihren Patienten und überweisen diese dann zu Schlafmedizinern, die wiederum für eine optimale Therapie sorgen können.

Die Arbeitsgruppe „Non-24“ hat jetzt ein Rahmenpapier entwickelt. Dieses gibt eine kurze zusammenfassende Darstellung über die Charakteristika des „Nicht-24-Stunden-Schlaf-Wach-Syndroms“ sowie eine erste Übersicht über diagnostische und therapeutische Maßnahmen, welche geeignet erscheinen, die Versorgung von vollblinden, erwachsenen Non-24 Patienten in Deutschland zu optimieren. Ein Experten-Netzwerk wird zukünftig vollblinden Non-24 Patienten eine Behandlung zur Verfügung stellen, die dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung entspricht.

„Das ist ein erster großer Schritt in Richtung einer langfristigen Hilfe für die Betroffenen“, sagt Böhning.

Kurzfristig werden bundesweit Schlafsprechstunden speziell für Blinde angeboten – auch in Bad Lippspringe im Schlafmedizinischen Zentrum.

 

Schlafbezogene Symptome beim „Nicht-24-Stunden-Schlaf-Wach-Syndrom“:

Periodisches Auftreten von

  • extremer Schläfrigkeit während des Tages
  • unbeabsichtigtes Schlummern („napping“) während des Tages
  • schlechte Schlafqualität bei Nacht
  • nächtliche Schlaflosigkeit
  • Durchschlafen, ohne sich am nächsten Tag erholt zu fühlen

 

www.medizinisches-zentrum.de

 

Kontakt für Rückfragen:

Heiko Appelbaum
-Pressesprecher-
Medizinisches Zentrum für Gesundheit GmbH
MZG-Westfalen
Peter-Hartmann-Allee 1
33175 Bad Lippspringe
Tel.: 05252/95-1038
E-Mail: h.appelbaum@medizinisches-zentrum.de
www.medizinisches-zentrum.de

 

 

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