Lachyoga in der ambulanten neurologischen Rehabilitation

Veröffentlicht am 21.09.2011 11:35 von Anja Bilsing

Lachyoga

in der ambulanten neurologischen Rehabilitation

Lachen ist gesund, das ist eine  Volksweisheit. Beim Lachen kommt der Kreislauf in Schwung, die Atmung wird vertieft, regelmäßig betrieben senkt es den  Blutdruck, viele Muskeln werden aktiviert, das Belohnungssystem wird aktiviert, Glückshormone und Endorphine ausgeschüttet.

Lachyoga wurde 1995 vom indischen Arzt Dr. Madan Kataria entwickelt. Es besteht aus den eigentlichen Lachübungen kombiniert mit Atemübungen, die aus dem Yoga entlehnt sind sowie einer Entspannungsübung und einer Lachmeditation.

Ein Grund zum Lachen ist nicht erforderlich – das Lachen wird als Übung durchgeführt. Wenn man keinen Grund findet tut man eben so als ob. Die positiven Wirkungen auf den Körper sind die gleichen wie beim echten Lachen. Die Erfahrung zeigt aber, dass schon nach wenigen Minuten sich ein echtes herzliches fröhliches Lachen einstellt.

Lachyoga hat sich mittlerweile in über 70 Länder der Erde ausgebreitet und wird in tausenden Lachclubs durchgeführt. Es ist extrem kostengünstig, die Ausbildungskosten belaufen sich auf ca. 250 Euro für eine Wochenendkurs. Mit dieser Ausbildung ist jemand mit einer medizinischen Vorbildung, wie Arzt, Krankenschwester, Physiotherapeut usw. in der Lage, entsprechende Übungen mit Patienten durchzuführen und eine Lachyogagruppe zu leiten.

Es gibt nur wenige Kontraindikationen.

Warum Lachyoga in der neurologischen Rehabilitation ?

Mit Lachyoga können die Patienten von den vielen positiven Effekten des Lachens profitieren  gerade auch  in einer schweren Lebenssituation in der vielen nicht zum Lachen ist.

Lachen aktiviert die mimische Muskulatur. Nach einem Schlaganfall kann eine Fazialisparese bestehen, beim M. Parkinson besteht oft eine Hypomimie. Ganz nebenbei wird also an Krankheitssymptomen geübt.

Lachen vertieft die Atmung.

Lachyoga ist eine gute Prophylaxe gegen Pneumonien bei immobilen Patienten, die zum Beispiel im Rollstuhl sitzen.Es wird 3-4x soviel Sauerstoff über die Lunge aufgenommen. Das macht munter. Tagesmüdigkeit spielt eine große Rolle bei vielen neurologischen Erkrankungen. Henri Rubinstein, ein Pariser Neurologe, der unter anderem durch sein Buch „ Die Heilkraft des Lachens“ bekannt ist, beschreibt das Lachen als „ Jogging vor Ort“ und als „heilgymnastische Atemübung“.

Durch den Druck-Saugpumpen- Effekt der Inspiration wird der venöse Rückfluss zum Herzen und  der Lymphabfluss gesteigert. Es kommt auch zur einer „ Massage“ der inneren Bauchorgane, die einer Obstipation entgegen wirken kann.

Lachen stärkt das Immunsystem.

Lachen baut Stress ab, eine neurologische meist chronische Erkrankung ist an sich schon mit Stress verbunden.

Lachen kann  die Grundstimmung verbessern. Viele Erkrankungen gehen mit Depressionen einher, z.B. M. Parkinson, Hirninfarkte, Multiple Sklerose.

Lachen kann zu einer anderen Sicht auf die Situation führen. Es führt zu einem „Grübelstopp“ und zu einem Perspektivenwechsel. Ressourcen können mobilisiert werden. All dies sind hilfreiche  Dinge in schwierigen Situationen.

Lachyoga kann auch im Sitzen durchgeführt werden. Auch Patienten, deren Mobilität deutlich eingeschränkt ist, die unter Gleichgewichtsstörungen leiden, können vom Lachyoga profitieren.

Demenz ist kein Hinderungsgrund. Auch Patienten mit kognitiven Einschränkungen bis hin zur Demenz – so unsere Erfahrung – nehmen vom Lachyoga positive Emotionen mit.

Bereits in der Parkinson-Fachklinik auf Helgoland habe ich zusammen mit meinem damaligen Oberarzt, Herrn Günter Stiewe, das Lachyoga in die Therapie eingeführt. Auch das Pflegepersonal erhielt eine entsprechende Schulung. Über die damaligen durchweg positiven Erfahrungen konnte ich auf dem 1. Deutschen Lachyoga-Kongress 2010 in Bad Meinberg berichten.

In der ambulanten neurologischen  Rehabilitation am Reha-Zentrum Hunsrück in Kastellaun haben wir jetzt seit ca. einem Jahr ebenfalls sehr gute Erfahrungen mit Lachyoga gemacht.

Bei Interesse können Sie mich kontaktieren unter  bilsing@gesundheitszentrum-hunrueck.de . Weitere Infos unter www.lachen-macht-laune.de

Dr. Anja Bilsing

Fachärztin für Neurologie/Rehabilitationswesen

Ltd. Ärztin der Ambulanten Neurologischen Rehabilitation

Reha-Zentrum Hunsrück

Laubacher Str. 44

56288 Kastellaun

Print Friendly, PDF & Email

Hits: 0






Diesen Beitrag kommentieren

Your email address will not be published. Required fields are marked as *

Ich stimme der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten nach der EU-DSGVO zu und akzeptiere die Datenschutzbedingungen.

*

Diese Website zeichnet einige statistische Daten über ihre Benutzer und deren Herkunft anonymisiert auf, um Ihnen einen besseren Service anbieten zu können. Das geschieht unter Berücksichtigung der Datenschutzgrundverordnung DSGVO /European General Data Protection Regulation. Wenn Sie dem nicht zustimmen wollen, klicken Sie bitte hier auf: Ich lehne ab . Das System speichert dann Ihre Entscheidung als Cookie für ein Jahr auf Ihrem Rechner. Ich stimme zu, Ich lehne ab.
854