Kranke Mütter nicht zu Bittstellerinnen machen

Veröffentlicht am 21.06.2011 13:37 von redaktion

Pressemitteilung

MGW-Einrichtungsträger fordern schnelle Änderungen bei Bewilligungsverfahren:

Kranke Mütter nicht zu Bittstellerinnen machen. (v.l.n.r.) Ingo Behnel, Leiter der Abteilung Familie im Bundesfamilienministerium, Marlene Rupprecht, MdB, Kuratoriumsvorsitzende des MGW und Wolfgang Zöller, MdB, Patientenbeauftragter der Bundesregierung auf der Konferenz der Einrichtungsträger des Müttergenesungswerkes. Foto: Müttergenesungswerk/Bildschön

Kranke Mütter nicht zu Bittstellerinnen machen. (v.l.n.r.) Ingo Behnel, Leiter der Abteilung Familie im Bundesfamilienministerium, Marlene Rupprecht, MdB, Kuratoriumsvorsitzende des MGW und Wolfgang Zöller, MdB, Patientenbeauftragter der Bundesregierung auf der Konferenz der Einrichtungsträger des Müttergenesungswerkes. Foto: Müttergenesungswerk/Bildschön

Berlin, 21. Juni 2011. Auf der diesjährigen Konferenz der Träger der 82 anerkannten Mütter- und Mutter-Kind-Kliniken des Müttergenesungswerkes forderten die TeilnehmerInnen schnelle Änderungen bei Bewilligungsverfahren für Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen. Krankenkassen sollten aufhören, vermeintliche Kostenersparnisse zu Lasten der Gesundheit ihrer versicherten Mütter auszutragen. Immer mehr Kliniken gerieten in wirtschaftliche Schieflagen, weil Krankenkassen den Rechtsanspruch der Mütter auf ärztlich verordnete stationäre Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen blockierten.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung Wolfgang Zöller, MdB, betonte in seiner Rede vor den KonferenzteilnehmerInnen: „Zu viele Krankenkassen haben offenbar noch nicht begriffen, dass Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen medizinisch wirksame Maßnahmen sind und handeln nicht im Sinne des Gesetzes. Jede zu Unrecht abgelehnte kranke Mutter wird zur Bittstellerin – das darf nicht sein! Um seinen Rechtsanspruch darf man nicht kämpfen müssen. Umgehend müssen Krankenkassen und Medizinischer Dienst Änderungen im Sinne der Mütter umsetzen.“

Ingo Behnel, Leiter der Abteilung Familie im Bundesfamilienministerium, überbrachte die persönlichen Grüße von Bundesfamilienministerin Schröder und unterstrich in seinem Grußwort: „Ziel der Pflichtleistungsregelung für gesetzliche Krankenkassen war, dass mehr Mütter zu diesen nachhaltig wirkenden Kurmaßnahmen kommen können. Dieses Ziel ist mit dem Stand heute nicht erreicht! Die negative Belegungsentwicklung gefährdet viele Einrichtungen. Die Kurmaßnahmen stärken die Mütter entscheidend und damit die Familien.“

Kuratoriumsvorsitzende Marlene Rupprecht, MdB, hob hervor: „Das Müttergenesungswerk ist ein starker Verbund mit mehr als 60-jähriger Erfahrung in der gesundheitlichen Stärkung von Müttern. Wir vertreten die Gesundheitsbedürfnisse der Mütter. Die Zeit drängt, denn die aktuelle Situation ist untragbar: Der Rechtsanspruch der Mütter muss endlich greifen!“

Erst vor einigen Tagen hatte der Prüfbericht des Bundesrechnungshofes den Krankenkassen massive Mängel und vielfache Umgehung gesetzlicher Bestimmungen bei der Bearbeitung von Anträgen auf Mütter- und Mutter-Kind-Kuren nachgewiesen. Einer der wichtigsten Vorwürfe ist die Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes für Versicherte in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Es bestehe bei Krankenkassen und Medizinischem Dienst sofortiger Handlungsbedarf.

Zum Verbund des Müttergenesungswerkes gehören 82 anerkannte Mütter- und Mutter-Kind-Kliniken und rund 1.400 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände. Weitere Informationen zu Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen unter: www.muettergenesungswerk.de oder Kurtelefon: 030 330029-29

Kontakt: Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk

Bergstraße 63, 10115 Berlin
Katrin Goßens, Tel.: 030 330029-14

presse@muettergenesungswerk.de, www.muettergenesungswerk.de

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