ISL entwickelt Fortbildungsplan für Ärzteschaft

Veröffentlicht am 07.02.2011 08:54 von redaktion

Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL) hat einen modellhaft angelegten Fortbildungsplan „zur Sensibilisierung von ÄrztInnen für einen barrierefreien Praxisalltag“ erstellt. Hintergrund ist die Tatsache, dass mangelnde Barrierefreiheit den Zugang zu Arztpraxen vielfach erschwert. „Damit ist aber nicht nur die bauliche Barrierefreiheit gemeint“, betont Eileen Moritz, Referentin der ISL. „Viele Menschen mit Behinderungen berichten uns von der unsicheren oder gar ablehnenden Haltung mancher ÄrztInnen ihnen gegenüber. Solche kommunikativen Barrieren zeigen sich beispielsweise im Umgang von ÄrztInnen mit blinden und gehörlosen Frauen und Männern oder im Kontakt mit Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen.“ Ferner gibt es nach Ansicht der ISL Barrieren bei einem einseitig heilungsorientierten Selbstverständnis der Ärzteschaft. Bei Behinderung oder chronischer Krankheit geht es nicht um Heilung, sondern vielmehr um eine kontinuierliche Begleitung: „Ähnlich der entwickelten Standards zur Akut- und zu Palliativ-Medizin bedarf es Standards für eine bedarfsgerechte und begleitende Medizin für behinderte und chronisch kranke Menschen“, so Moritz. „Wir benötigen eine Medizin, die Behinderung nicht negiert, sondern die daraus resultierende Lebenssituation verbessert – und wir benötigen auch die Ärztinnen und Ärzte, die diese Anforderungen umsetzen.“

Vor diesem Hintergrund hat sich die ISL e.V. im Jahr 2010 in Form eines Modellprojekts, das vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell gefördert wurde, der Sensibilisierung von ÄrztInnen gewidmet. Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten gezeigt, dass entsprechende Fortbildungsveranstaltungen von ÄrztInnen kaum besucht werden, da sie befürchten, moralisch unter Druck gesetzt und in ihren eigenen Problemlagen nicht respektiert zu werden. Deshalb wurden andere Veranstaltungsformen und didaktische Methoden entwickelt, um ÄrztInnen direkter anzusprechen und für die Thematik zu sensibilisieren. Im Jahr 2011 sollen mit Landesärztekammern Fortbildungsmaßnahmen nach dem vorliegenden Curriculum durchgeführt werden.

Bundesgeschäftsstelle

Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V. – ISL

Krantorweg 1

13503 Berlin

Telefon: +49 30 4057 1409

Telefax: +49 30 4057 3685

E-Mail: info(at)isl-ev.de

Internet: http://www.isl-ev.de/

Vereinssitz

Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V. – ISL

Kölnische Str.99

34119 Kassel

Print Friendly, PDF & Email

redaktion

----------------------
müller:kommunikation
Stefan Müller
Am Bertholdshof 87
44143 Dortmund
Tel.: 0231/2238234-0
Fax: 0231/2238234-0
Mail: info@muellerkom.de
www.muellerkom.de

Hits: 0






Diese Website zeichnet einige statistische Daten über ihre Benutzer und deren Herkunft anonymisiert auf, um Ihnen einen besseren Service anbieten zu können. Das geschieht unter Berücksichtigung der Datenschutzgrundverordnung DSGVO /European General Data Protection Regulation. Wenn Sie dem nicht zustimmen wollen, klicken Sie bitte hier auf: Ich lehne ab . Das System speichert dann Ihre Entscheidung als Cookie für ein Jahr auf Ihrem Rechner. Ich stimme zu, Ich lehne ab.
827