IKK e.V.: Präventionsgesetz muss diesmal gelingen

Veröffentlicht am 26.11.2014 13:36 von admin

Berlin. Innungskrankenkassen kritisieren einseitige Finanzierung sowie Rolle der BZgA

„Der vierte Anlauf zu einem Präventionsgesetz muss endlich gelingen! Die Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung ist zu wichtig, als dass sie erneut zwischen Bundes- und Landesebene zerrieben wird.“ So kommentieren die Innungskrankenkassen den Entwurf des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention. Heute ist er Gegenstand einer Anhörung des Bundesgesundheitsministeriums.

Besonders lobenswert ist nach Einschätzung von Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V., dass erstmalig auch Pflegebedürftige im stationären Bereich zielgerichtet Präventionsmaßnahmen erhalten sollen. „Damit hat der Gesetzgeber eine Forderung der Innungskrankenkassen aufgegriffen“, stellt Hans-Jürgen Müller fest.

Kritisch betrachten die Innungskrankenkassen die einseitige Finanzverantwortung der Kranken- und Pflegekassen. „Die Vermeidung von Krankheiten durch Prävention und die Förderung der Gesundheit sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Alle Akteure müssen deshalb auch finanziell dafür herangezogen werden“, erklärt Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V. Die Innungskrankenkassen kritisieren vor allem die Finanzierung von Maßnahmen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Die BZgA ist eine nachgeordnete Behörde des Bundesgesundheitsministeriums. Dafür müssen Mittel des Bundeshaushalts zur Verfügung gestellt werden und nicht das Geld von Versicherten und Arbeitgebern“, fordern die Vorstandsvorsitzenden.

Positiv werten die Innungskrankenkassen, dass mehr Geld für Prävention in außerbetrieblichen Lebenswelten und für die betriebliche Gesundheitsförderung bereitgestellt wird. Abgelehnt wird jedoch die künstliche Trennung von Maßnahmen in Lebenswelten und im betrieblichen Umfeld. „Jede Krankenkasse hat andere Prioritäten. Als handwerksbezogene Krankenkassen sind wir die geborenen Partner von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Sachen betrieblicher Gesundheitsförderung“, sagt Jürgen Hohnl, Geschäftsführer des IKK e.V. Die Innungskrankenkassen schlagen deshalb vor, dass die Budgets von Präventionsvorhaben in den Lebenswelten, wie Schule oder Kita, und für die betriebliche Gesundheitsförderung zusammengelegt werden. „Die Schwerpunktsetzung sollte dabei den Krankenkassen überlassen werden“, so Jürgen Hohnl.

Nicht zielführend ist für die Innungskrankenkassen die Einrichtung von kassenartenübergreifenden regionalen Koordinierungsstellen für Beratung und Unterstützung in Fragen der betrieblichen Gesundheitsförderung. „Regionale Koordinierungsstellen sind schon heute möglich. Die Innungskrankenkassen sind bereits jetzt in verschiedenen Netzwerken aktiv. Das Ziel, den Zugang zur betrieblichen Gesundheitsförderung zu verbessern, wird durch den Aufbau von bürokratischen Doppelstrukturen nur konterkariert“, so die Vorsitzenden des Vorstandes.

Die Innungskrankenkassen sind überzeugt, dass mit kongruenter Umsetzungs- und Finanzierungsverantwortung aller Akteure, darunter auch Bund und Länder, eine einheitliche Präventionsstrategie in Deutschland erfolgreich umgesetzt werden kann.

Über den IKK e.V.:

Der IKK e.V. ist die Interessenvertretung von Innungskrankenkassen auf Bundesebene. Der Verein wurde 2008 gegründet mit dem Ziel, die Interessen seiner Mitglieder und deren mehr als fünf Millionen Versicherten gegenüber allen wesentlichen Beteiligten des Gesundheitswesens zu vertreten. Dem IKK e.V. gehören die IKK Brandenburg und Berlin, die IKK classic, die IKK gesund plus, die IKK Nord sowie die IKK Südwest an.

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