Hohe Kosten durch Demenz und Depressionen

Veröffentlicht am 12.08.2010 08:34 von redaktion

Pressemitteilung Nr.280 vom 11.08.2010

WIESBADEN – Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) betrugen die Krankheitskosten durch psychische und Verhaltensstörungen im Jahr 2008 knapp 28,7 Milliarden Euro. Für gut die Hälfte dieser Kosten waren nur zwei Diagnosen verantwortlich: 9,4 Milliarden Euro wurden für Demenzerkrankungen und 5,2 Milliarden Euro für Depressionen ausgegeben. Das ist eines der neuen Ergebnisse der Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamtes.

Ein Zeitvergleich zeigt, dass die Kosten durch psychische Erkrankungen von 2002 bis 2008 besonders stark gestiegen sind: Mit 5,3 Milliarden Euro war das Plus hier höher als bei allen anderen Krankheitsarten. Allein bei Demenz und Depressionen erhöhten sich die Kosten in diesem Zeitraum um zusammen 3,5 Milliarden Euro beziehungsweise 32%. Insgesamt sind die Krankheitskosten seit 2002 um 35,5 Milliarden angestiegen (+ 16%) und lagen im Jahr 2008 bei 254,3 Milliarden Euro. Psychische und Verhaltensstörungen waren dabei die Krankheitsgruppe mit den dritthöchsten Kosten: Noch höhere Kosten wurden 2008 lediglich durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen (37 Milliarden Euro) und Krankheiten des Verdauungssystems (34,8 Milliarden Euro) verursacht.

Anhand der Krankheitskostenrechnung schätzt das Statistische Bundesamt seit 2002 alle zwei Jahre die ökonomischen Folgen von Krankheiten für die deutsche Volkswirtschaft. In die Berechnung fließen – neben medizinischen Heilbehandlungen – auch sämtliche Gesundheitsausgaben für Prävention, Rehabilitation und Pflege ein. Weitere Ergebnisse – zum Beispiel zur Verteilung der Kosten nach Alter und Geschlecht – stehen kostenlos online unter www.gbe-bund.de oder in der Datenbank GENESIS-Online „Krankheitskostenrechnung“ zur Verfügung.

Krankheitskosten 2002 und 2008 nach Krankheiten
Krankheiten 1) 2002 2008 2002 2008
Millionen Euro Anteil in %
1) Gemäß der Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10).
Insgesamt 218 768 254 280 100 100
I. bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten 3 749 4 462 1,7 1,8
II. Neubildungen 13 837 18 078 6,3 7,1
III. Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe 1 122 1 340 0,5 0,5
IV. Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten 11 949 13 709 5,5 5,4
V. psychische und Verhaltensstörungen 23 318 28 654 10,7 11,3
Demenz (F00-F03) 7 143 9 364 3,3 3,7
Depressionen (F32-F34) 3 923 5 233 1,8 2,1
VI. Krankheiten des Nervensystems 10 583 12 512 4,8 4,9
VII. Krankheiten des Auges und der Augenanhangsgebilde 6 835 6 841 3,1 2,7
VIII. Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes 2 381 2 560 1,1 1,0
IX. Krankheiten des Kreislaufsystems 33 587 36 973 15,4 14,5
X. Krankheiten des Atmungssystems 11 402 13 189 5,2 5,2
XI. Krankheiten des Verdauungssystems 31 372 34 814 14,3 13,7
XII. Krankheiten der Haut und der Unterhaut 3 597 3 957 1,6 1,6
XIII. Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems 24 440 28 545 11,2 11,2
XIV. Krankheiten des Urogenitalsystems 8 788 8 981 4,0 3,5
XV. Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett 3 555 3 044 1,6 1,2
XVI. Zustände, mit Ursprung in der Perinatalperiode 813 1 116 0,4 0,4
XVII. angeborene Fehlbildungen, Deformitäten 1 311 1 658 0,6 0,7
XVIII. Symptome und klinische abnorme Befunde 10 908 13 134 5,0 5,2
XIX. Verletzungen und Vergiftungen 10 246 12 581 4,7 4,9
XXI. Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen 4 976 8 131 2,3 3,2

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