Hilfe zur Selbsthilfe: Projekt „Selbsthilfefreundliche Reha-Klinik“ ist gestartet.

Veröffentlicht am 17.02.2014 11:35 von Alexander Schunicht

Selbsthilfegruppen in der Knappschafts-Klinik Bad-Driburg.

Selbsthilfegruppen in der Knappschafts-Klinik Bad-Driburg.

Bad Driburg. Die Knappschafts-Klinik engagiert sich im Netzwerk “Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen” des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und nimmt am neu initiierten Projekt „Selbsthilfefreundliche Reha-Klinik“ teil.

Im deutschen Gesundheitssystem sind Selbsthilfeorganisationen ein fester Bestandteil und stärken die Selbsthilfekompetenz und unterstützen den Genesungsprozess von Erkrankten im Alltag.
Als Schwerpunktklinik für kardiologische und angiologische Rehabilitation arbeitet die Knappschafts-Klinik Bad Driburg seit Jahren mit überregionalen und regionalen Selbsthilfegruppen und -verbänden wie z.B. der Deutschen Herzstiftung e.V., der Selbsthilfegruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankte in Ostwestfalen-Lippe e.V. oder mit der Herzgruppe der Bewegung Sport Gesundheit Bad Driburg e.V. (BSG) zusammen. Gemeinsame Aktivitäten sind regelmäßige Austauschtreffen mit den Akteuren der Selbsthilfe, die Durchführung gemeinsamer Veranstaltung, die Zurverfügungstellung von Trainingsräumen oder die Vermittlung von Kontakten Selbsthilfe- und Beratungsmöglichkeiten am Heimatort.
Die Teilnahme am Projekt “Selbsthilfefreundliche Reha-Klinik” mit dem Ziel einer strukturierten und systematischen Zusammenarbeit zwischen der Knappschafts-Klinik und den Selbsthilfegruppen erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Projektträger und Wohlfahrtsverband “Der Paritätische NRW”.  Gefördert wird das Projekt von den Verbänden der Krankenkassen.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung wurde die stärkere Zusammenarbeit mit verschiedenen Selbsthilfegruppen offiziell besiegelt. Eingeladen waren die Ansprechpartner von den Selbsthilfegruppen im Kreis Höxter mit denen die Klinik bereits in Kooperation steht, sowie Selbsthilfegruppen, die an einer Kooperation interessiert sind. 16 Vertreter von Selbsthilfegruppen waren der Einladung gefolgt.
Iris Busse von der Agentur für Selbsthilfefreundlichkeit NRW und Ute Mertens von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Paderborn / Büro Höxter stellten das Projekt vor und erläuterten die konkrete Einbindung der Selbsthilfegruppen. Das Ziel ist der Aufbau einer Kooperation, die sich auf die gesamte Klinik bezieht, alle indikationsrelevanten Selbsthilfegruppen berücksichtigt, strukturiert und systematisch und orientiert an Qualitätskriterien erfolgt.

Anschließend erfolgte die Einrichtung eines gemeinsamen Qualitätszirkels, um mit der Projektumsetzung zu beginnen.
„Die erfolgreiche Kooperation zwischen den Akteuren der Selbsthilfe und Gesundheitseinrichtungen wie der Knappschafts-Klinik ist für beide Seiten nutzbringend.“ informierte Ute Mertens als Projektleiterin und ergänzte, dass für die Behandlung und Bewältigung von Krankheiten die Erfahrungen und Kompetenzen der Selbsthilfe immer bedeutsamer werden.

„Das Ziel ist die stärkere Einbindung der Selbsthilfe in die professionelle Gesundheitsversorgung und damit die Verbesserung der selbsthilfebezogenen Patientenorientierung in der stationären und ambulanten Behandlung einschließlich der Nachsorgeaktivitäten (wie z.B. Herzsport).“ stellte Mentorin und Projektbegleiterin Iris Busse fest.

Die Selbsthilfebeauftrage der Knappschafts-Klinik, Antje Drewes, berichtete, dass Selbsthilfegruppen oftmals Patienten und Angehörige während und nach dem stationären Aufenthalt Halt geben durch Hilfestellungen bei der Alltagsbewältigung und emotionaler Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung. Das Erfahrungswissen von Gleichbetroffenen wird weitergegeben.

„Damit wird die Selbsthilfekompetenz unserer Patienten gestärkt und Hilfe zur Selbsthilfe gegeben.“ fasste Chefärztin und Kardiologin Dr. Gabriele Augsten die Vorteile für den Patienten zusammen.
Nach erfolgreichem Abschluss des Projektes hat die Knappschafts-Klinik die Möglichkeit sich für das Zertifikat “Selbsthilfefreundliche Rehaklinik” zu bewerben und vom Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit verliehen zu bekommen. Alle zwei Jahre erfolgt eine Re-Zertifizierung. Voraussetzung ist die Umsetzung der definierten Qualitätskriterien mit Aufbau verlässlicher und nachhaltiger Kooperationsbeziehungen zwischen der Klinik und den Partnern der Selbsthilfe. Die Projektbeteiligten gehen von einer erfolgreichen Umsetzung bis Ende des Jahres aus.

Exkurs:
Als Qualitätskriterien für eine „selbsthilfefreundliche Reha-Klinik“ sind definiert:

Die Rehabilitationseinrichtung informiert Patienten bzw. Angehörige an zentralen Stellen in ihren Räumen und in ihren Medien über den Stellenwert der Selbsthilfe in der Rehabilitation und über ihre Zusammenarbeit mit indikationsbezogenen Selbsthilfegruppen/-organisationen.

Der Patient bzw. dessen Angehörige werden während der Rehabilitation regelhaft und persönlich auf die Möglichkeit zur Teilnahme an einer für sie geeigneten Selbsthilfegruppe hingewiesen.

Die Rehabilitationseinrichtung benennt für die Selbsthilfe einen Ansprechpartner und macht diese Person bei Patienten und Mitarbeiter bekannt.

Mitarbeiter der Rehabilitationseinrichtung sind zum Thema Selbsthilfe allgemein und hinsichtlich der häufigsten in der Einrichtung vorkommenden Erkrankungen qualifiziert.

Rehabilitationseinrichtung und Selbsthilfe treffen konkrete Vereinbarungen zur Zusammenarbeit und zum regelmäßigen Austausch.

Infos im Internet:

www.selbsthilfefreundlichkeit.de
www.knappschafts-klinik-driburg.de

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Alexander Schunicht

Alexander Schunicht, Verwaltungsleiter

Knappschafts-Klinik
Georg-Nave-Str. 28, 33014 Bad Driburg
Tel.:05253 / 83 - 440, Fax:05253 / 83 - 210

email:vl.kkbd@t-online.de
web:www.knappschafts-klinik-driburg.de

> Anschlussrehabilitation (AHB/AR)
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Behandlungsschwerpunkte:
Kardiologie und Innere Medizin

Belegungspartner der Deutschen Rentenversicherung,
gesetzlicher und privater Krankenversicherungen

Eine Rehabilitationsklinik der
Deutschen Rentenversicherung
Knappschaft-Bahn-See

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