Herz-Kreislauf-Experten mahnen zu mehr Nutzung von Rehabilitations-Angeboten

Veröffentlicht am 29.05.2015 11:01 von Redaktion RehaNews24.de

Presseinformation

Aufklärung der Patienten und Kostenübernahme sind Schwachstellen

 

Berlin.  In Deutschland sind Herz-Kreislauferkrankungen die führende Todesursache, jedoch zeigt sich erfreulicherweise ein Rückgang in den letzten Jahrzehnten. So hat sich die Sterblichkeit des akuten Herzinfarktes von 92.801 im Jahr 1980 auf 52.113 im Jahr 2011 reduziert. Diese Zahlen wirken zunächst hoffnungsvoll, sind jedoch leider als vorübergehend zu interpretieren, da Risikofaktoren wie Diabetes mellitus und Übergewicht stetig zunehmen. In Deutschland sind mittlerweile fast die Hälfte der Männer und ca. ein Drittel der Frauen zu dick und die Zahl der aktuell sechs Millionen Zuckerkranken wird bis zum Jahr 2030 um über eine Millionen weiter ansteigen. Somit ist mittelfristig zu erwarten, dass auch die Herzinfarktrate wieder ansteigen wird. Hier will die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) gegensteuern. Zu ihrer 42. Jahrestagung treffen sich DGPR-Experten am 12. und 13. Juni 2015 in Berlin (www.dgpr-kongress.de).

 

Der Schwerpunkt der Tagung liegt in diesem Jahr auf der kardiologischen Rehabilitation. Für einen langfristigen Behandlungserfolg von Herzkrankheiten sind Rehabilitationsmaßnahmen ein wesentlicher Bestandteil. Tatsächlich bekommt aber nur ein geringer Prozentsatz der Betroffenen eine Rehabilitationsbehandlung. So lag die Zahl der Rehabilitanden nach einem Krankenhausaufenthalt bei akuter Herzerkrankung in drei Untersuchungen aus Deutschland in einem Bereich von 51-70% und zuletzt, in einer sehr aktuellen Studie aus Sachsen-Anhalt, bei nur 29%. „Diese geringen Zahlen sind zum Teil durch die fehlende Aufklärung der Patienten durch die Ärzte und Sozialarbeiter im Krankenhaus zu erklären, aber leider auch durch die Ablehnung der Kostenträger, trotz klarer Indikation“, weiß Prof. Dr. Axel Schlitt, Chefarzt der Abteilung für Kardiologie, Pneumologie und Diabetologie der Paracelsus-Harz-Klinik.

 

Die Rehabilitationswissenschaft hat in den letzten Jahren zeigen können, dass rehabilitative Maßnahmen bei schwerwiegenden Erkrankungen die Lebensqualität deutlich steigern und Symptome reduzieren. In diesem Punkt sind sich die verschiedenen Akteure einig. Da die Krankenkassen und Rentenversicherungen aber auch dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit unterliegen, werden Rehabilitationsmaßnahmen häufig nicht bewilligt. „In der kardiologischen Rehabilitation betrifft dies insbesondere Patienten nach einem im EKG nicht sichtbaren Herzinfarkt (NSTEMI), der mittlerweile häufiger auftritt. Das Gerücht, dass er eine bessere Prognose als der im EKG sichtbare Herzinfarkt (STEMI) habe, hält sich irrtümlich hartnäckig bei den Krankenkassen. Die letzten Jahre zeigten aber, dass genau das Gegenteil der Fall ist, denn wissenschaftlich ist zweifelsfrei belegt, dass Patienten nach NSTEMI eine schlechtere Lebensprognose haben und besonders von einer Rehabilitationsmaßnahme profitieren“, erklärt DGPR-Präsidentin Manju Guha.

 

Die meisten Patienten mit Herzerkrankungen kommen akut ins Krankenhaus. Der Informationsstand der Patienten bzgl. Ihrer Erkrankungen und des weiteren Vorgehens im Sinne präventiver und rehabilitativer Maßnahmen ist in der Regel leider gering. Erschwerend kommt hinzu, dass die Liegedauer im Akutkrankenhaus in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen hat und die Patienten mit der Fülle der Informationen, die an sie herangetragen werden, überfordert sind. Demzufolge obliegt es den im Krankenhaus Tätigen, wie den Ärzten und dem Sozialdienst, die Patienten über das weitere Vorgehen zu informieren und insbesondere über eine Rehabilitation, über die ambulanten Herzgruppen und das DMP der Krankenkassen etc. aufzuklären. „Die schlechte Informationslage der Patienten lässt sie in Unkenntnis der für ihren Lebensstil essentiellen Empfehlungen, die sie in der Rehabilitation ausführlich erhalten würden“, warnt Axel Schlitt.

 

Die DGPR empfiehlt daher dem Aspekt der im Vergleich zur Krankenhausbehandlung niedrigen Kosten im Gesundheitswesen der Rehabilitation mehr Aufmerksamkeit zu schenken und bei seinen Herzpatienten an diesen wichtigen Behandlungsbaustein zu denken. Des Weiteren sollten Ärzte ihre herzkranken Patienten über eine Nachsorge innerhalb der ambulanten Herzgruppen aufklären, die es flächendeckend bundesweit gibt (ca. 6000 in Deutschland). Angeleitet durch speziell geschulte Übungsgruppenleiter und unter ärztlicher Führung bewegen sich die Herzkranken hier an ihre individuelle Situation angepasst und verbessern ihre Befindlichkeit langfristig.

 

 

 

Pressekontakt:

Conventus Congressmanagement

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Romy Held

Tel.: 03641/3116280

romy.held@conventus.de

www.dgpr-kongress.de

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