Herausforderung für fachgerechte geriatrische Versorgung

Veröffentlicht am 20.05.2015 11:05 von Uwe H. Sattler

 

Pressemitteilung 05-2015 (20.05.2015)

 

Neue Analyse zur Bevölkerungsentwicklung bestätigt demografischen Wandel / Bundesverband Geriatrie: Gesundheitspolitischer Rahmen muss an Veränderungen angepasst werden

 

Vor dem Hintergrund neuer Studien zur Bevölkerungsentwicklung hat der Bundesverband Geriatrie e.V. auf einen deutlich zunehmenden Bedarf an fachgerechter geriatrischer Versorgung verwiesen. „Die jetzt vorgelegte Analyse des Statistischen Bundesamtes prognostiziert ein starkes Wachstum in der Bevölkerungsgruppe über 65 Jahre sowie der hochbetagten Menschen“, so Ansgar Veer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands. „Damit steigen auch die quantitativen und qualitativen Anforderungen an eine fachgerechte gesundheitliche Versorgung älterer Patienten.“ Ansgar Veer ergänzte, dass bereits seit Jahren eine stetige Zunahme der Patientenzahlen in den Mitgliedseinrichtungen des Verbands zu verzeichnen sei.

 

Laut der Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland bis 2060 wird die Zahl der Menschen im Alter ab 65 Jahren in 45 Jahren 22 bis 23 Millionen betragen. Während derzeit jede fünfte Person dieser Altersgruppe angehört (2013: 21%) wird es 2060 jeder dritte sein (2060: etwa 33%). Die demografische Alterung schlage sich besonders deutlich in den Zahlen der Hochbetagten nieder. Während 2013 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland lebten, werde ihre Anzahl 2060 mit insgesamt 9 Millionen etwa doppelt so hoch sein wie heute. Der Anteil der Hochaltrigen an der Gesamtbevölkerung wird in diesem Zeitraum von 5% auf etwa 13% zunehmen.

 

„Angesichts der neuen Zahlen ist insbesondere der Gesetzgeber gefordert, diese Entwicklung in den derzeit ausgearbeiteten und diskutierten politischen Vorhaben ebenso zu berücksichtigen wie bei der Umsetzung aktuellen Gesetzesvorhaben wie z. B. der Krankenhausreform“, betonte Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer des Bundesverbands Geriatrie. Dabei sei fachgerechte geriatrische Versorgung nicht nur ein gesundheitlicher, sondern zugleich ein wesentlicher Faktor zur Entlastung der Haushalte. „So geht unter anderen die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von einer Verdoppelung der Pflegekosten für ältere Menschen bis 2050 aus. Auf diese Entwicklung müssen Politik und Kostenträger reagieren“, bekräftigte Dirk van den Heuvel. Gerade bei der Verhinderung einer Pflegebedürftigkeit spiele eine qualitativ hochwertige  Altersmedizin eine wichtige Rolle. „Wir haben als Verband mit unseren wissenschaftlichen Analysen wiederholt belegt, dass die Kostenentwicklung im Pflegereich durch eine gute fachspezifische Versorgung hochbetagter Patienten wirksam gedämpft werden kann. Dies erfordert jedoch einen konsequenten Ausbau der geriatrischen Versorgungslandschaft und insbesondere eine schnelle Lösung der aktuellen Finanzierungsprobleme der geriatrischen Rehabilitation.“

 

 

Bundesverband Geriatrie e.V.

Vorstandsvorsitzender: Dipl.-Kfm. Ansgar Veer

Geschäftsführer: RA Dirk van den Heuvel

Reinickendorfer Straße 61

13347 Berlin

Tel.: 030 / 339 88 76 – 10

Fax: 030 / 339 88 76 – 20

E-Mail: geschaeftsstelle@bv-geriatrie.de

http://www.bv-geriatrie.de

 

 

Der Bundesverband Geriatrie ist ein Verband von Klinikträgern die rund 320 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen betreiben und über ca. 22.000 Betten/Rehaplätze verfügen. So sind unter anderem fast alle größeren Klinikverbünde und -Konzerne mit ihren geriatrischen Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes.

Geriatrie, oder auch Altersmedizin, befasst sich mit den speziellen Erkrankungen oder Unfallfolgen älterer Menschen. Das Besondere an dieser Patientengruppe ist, dass ältere Menschen zumeist mehrfach krank (multimorbid) sind. Die geriatrischen Kliniken bieten, hierauf abgestimmt, multidimensionale geriatrische Therapien. Dabei wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich auf psychische, funktionelle, soziale und ökonomische Belange erstreckt. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der älteren Menschen zu erhalten, bzw. soweit wie möglich wieder herzustellen.

Neben der Interessenwahrnehmung als politischer Verband sieht der Bundesverband Geriatrie e.V. seine besondere Aufgabe in der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Versorgung.

Dazu wurde frühzeitig ein Daten- und Vergleichssystem mit Namen GEMIDAS aufgebaut und zu Gemidas Pro weiterentwickelt sowie die Erfahrungen für die Entwicklung eines eigenen Qualitätssiegels Geriatrie, welches von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle vergeben wird, genutzt. Finanziell trägt sich der Verband über die Beiträge seiner Mitglieder. Der Bundesverband ist daher auch aus finanzieller Sicht eine unabhängige Organisation.

 

Uwe Sattler_________________
-Pressereferent –
Bundesverband Geriatrie e.V.
Reinickendorfer Str. 61
13347 Berlin
Tel.:      030 / 339 88 76 13
Fax:      030 / 339 88 76 20
Email:    uweh.sattler@bv-geriatrie.de
Internet: www.bv-geriatrie.de

 

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