Großer Schritt für Kleine: Flexirente gibt Kindern Recht auf Rehabilitation

Veröffentlicht am 16.03.2017 15:36 von trurnit Pressewerk GmbH

Neues Gesetz stärkt stationäre Gesundheitsmaßnahmen für kleine Patienten – noch immer stellen zu wenige Eltern einen Reha-Antrag

BAD FÜSSING/KÖLPINSEE. Viele Kinder, denen eine Kinderrehabilitation helfen kann, werden künftig vom neuen Flexirentengesetz profitieren. Denn: Jetzt steht ihnen und allen anderen chronisch kranken Kindern diese Maßnahme auch rechtlich zu. Dr. med. York Dhein, der Vorstandsvorsitzende Johannesbad Unternehmensgruppe, wertet das als Meilenstein für viele Betroffene. Im „Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben“, kurz Flexirentengesetz, ist der Anspruch auf Kinderreha jetzt verankert. „Sie ist nun eine Pflichtleistung der Deutschen Rentenversicherungsträger. Das war eine ganz wichtige Entscheidung für die Gesundheit der Kinder“, sagt Dr. York Dhein. Anspruch auf eine Reha haben betroffene Kinder jetzt auch alle zwei Jahre und nicht wie bisher im vierjährigen Turnus.

Lange haben Verbände für diesen Durchbruch gearbeitet. Die häufigsten Indikationen für eine Kinderreha, auch in der Johannesbad Fachklinik Ostseestrand auf Usedom, sind Erkrankungen der Atemwege und der Haut sowie Adipositas und psychische Krankheiten wie beispielsweise AD(H)S. „Gerade bei diesen Krankheiten sind regelmäßige Reha-Aufenthalte entscheidend für eine langfristig anhaltende Besserung“, erklärt Dr. York Dhein. Anschließend sind die Kinder und Jugendlichen seltener auf starke Medikamente angewiesen. Das Ziel der Behandlung ist die spätere Erwerbsfähigkeit der Betroffenen. Dazu gehören nun mit dem Flexirentengesetz auch die Schul- und Ausbildungsfähigkeit. Bislang vorhandene Indikationsbeschränkungen wurden aufgehoben. „Das ist ein großer Fortschritt“, lobt der Vorstandsvorsitzende der Johannesbad Gruppe.

Mehr chronisch Kranke – weniger Anträge

Immer mehr Kinder leiden an chronischen Krankheiten – 3,2 Millionen waren es 2013 laut Robert-Koch-Institut und damit 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Die Zahl der Anträge für Kinderrehabilitation hingegen geht kontinuierlich zurück. Waren es im Jahr 2008 nach Angaben der Deutschen Ärztezeitung noch 37.568 Anträge, sanken sie bis 2013 um 29 Prozent. Ein möglicher Grund: Die Antragstellung ist für viele Eltern schwierig. Auch Kinder- und Hausärzte wagen sich oft nicht daran. Dr. York Dhein sagt: „Mit dem neuen Gesetz zur Flexirente zeigt sich deutlich: Die Rentenversicherungen haben ein Interesse an der Kinderreha.“ In 75 Prozent aller beantragten Kinderreha-Maßnahmen übernimmt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) die Kosten. Bis zum 31.07.2018 wird die DRV eine detaillierte Richtlinie zur Kinder- und Jugendrehabilitation vorlegen, die sich an den Ansprüchen im Flexirentengesetz orientiert.

Klarer Weg in die Reha

Der Weg zu einer Kinderreha ist klar vorgegeben – und von Eltern einfach zu beantragen: Dem Antrag ist ein Bericht des Arztes mit den medizinischen Befunden beizulegen; anschließend entscheidet die Antragsstelle je nach Art und Schweregrad der gesundheitlichen Einschränkungen, ob das Kind ambulant oder stationär behandelt wird. Stationäre Heilverfahren wie auf Usedom in der Johannesbad Fachklinik Ostseestrand dauern für Kinder mit Atemwegserkrankungen durchschnittlich drei Wochen, für Adipositas-Patienten sind es bis zu sechs Wochen.

Bis zum zehnten Geburtstag der jungen Reha-Patienten übernimmt der Kostenträger – Rentenversicherung oder Krankenkasse – auch die Reisekosten für Begleitpersonen. Älteren Kindern steht eine Begleitung nur dann zu, wenn schwerwiegende Gründe dafür sprechen. Dies sind: Entwicklungsverzögerungen, körperliche Beeinträchtigung (wie beispielsweise Rollstuhl), fehlende Gruppenfähigkeit, mangelndes Sozialverhalten. Kliniken für Kinderrehabilitation wie die Johannesbad Fachklinik Ostseestrand auf Usedom verfügen über Schulen, in denen die Kinder während ihres Aufenthaltes unterrichtet werden. Sollte der Kostenträger einen Antrag auf eine Kinderrehabilitation ablehnen, sollten Eltern mit dem Arzt oder auch der Wunschklinik den Widerspruch innerhalb der Frist von vier Wochen formulieren.

Vier Schritte zur Kinderreha:

  1. Holen Sie die Reha-Empfehlung vom Kinder- und Jugendarzt, Kinder- und Jugendpsychiater oder Hausarzt ein.
  2. Stellen Sie den Antrag an den Kostenträger. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) und die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sind gleichrangig für die Erbringung stationärer Leistungen zur Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen zuständig. Formulare finden Sie unter: www.ostseestrandklinik.de.
    Legen Sie dem Antrag auf die Kinder- und Jugendrehabilitation einen ärztlichen Bericht inklusive medizinischer Befunde bei und senden Sie alles per Post an den Kostenträger.
  3. Melden Sie sich nach Antragsbewilligung an der Klinik an und klären Sie den Termin für den Reha-Aufenthalt. Der Kostenträger empfiehlt der Familie – abhängig von der Grunderkrankung Ihres Kindes – eine passende Reha-Einrichtung, Eltern können aber auch eine Wunschklinik bei Antragsstellung angeben.

Bei der Anmeldung können Eltern Fragen hinsichtlich Anreise, Gepäck, Unterbringung, Schulunterricht direkt mit der gewählten Reha-Klinik klären.

 

Pressekontakt

Simon Pink

Johannesbad Holding AG & Co. KG

Leitung Marketing & Unternehmenskommunikation

Johannesstraße 2

94072 Bad Füssing

Tel. +49 8531 23-2875

simon.pink@johannesbad.de

www.johannesbad.de

 

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