Gesundheitsministerin Heike Werner zum Seminartag des VPKT e.V.

Veröffentlicht am 18.10.2018 09:29 von Redaktion RehaNews24

Rund 110 Teilnehmer von Krankenhäusern, Rehakliniken, Fachverbänden  und Kostenträgerwurden beim diesjährigen Seminartag des VPKT e.V. am 24.09.2018 von der 1. Vorstandsvorsitzendes des Verbandes der Privatkliniken in Thüringen, Frau Dr. Kerstin Haase begrüßt. Unter ihnen waren neben den kaufmännischen Verantwortlichen auch zahlreiche Chefärzte und Pflegedienstleitungen. Das Thema rund um die Personalvorgaben und die Fachkräftegewinnung bei Ärzten und Krankenpflegern erzeugte eine hohe Erwartungshaltung bei den Teilnehmern, die eine ausgesprochen spannende Diskussionen und informativ hochkarätige Vorträge geboten bekamen.

Als Hauptrednerin sprach Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (DIE LINKE). Sie betonte in ihren rund 25-minütigen Vortrag klar die Bedeutung der medizinischen Rehabilitationseinrichtungen, die in den politischen Gremien erkannt und verstanden werden. Zugleich sprach Sie sich dafür aus, die Ausbildung von Pflegekräften zu unterstützen, Weiterbildungen zu ermöglichen und somit für Thüringen ein attraktiver Arbeitsstandort zu sein. „Es gibt heute bereits einen deutlichen Fachkräftebedarf, das ist nicht zur verschweigen.“

Die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Frau Heike Werner, äußerte sich zudem auch zu zahlreichen und aktuell hoch bedeutsamen Themen der Kliniklandschaft. U.a. zum Stand aktueller Gesetzgebungsverfahren, der Bedeutung der Thüringer Rehakliniken mit ihrer langen Tradition in Thüringen, als auch zum Stand Umsetzung der Struktur- und Qualitätsanforderungen des Thüringer Landeskrankenhausplanes oder des Budget zur Finanzierung der Krankenhausinvestitionen. „Wir konnten im Haushalt für 2018 10 Mio. Euro zusätzlich für die Investitionen in Krankenhäusern bereit stellen.“

Der Vorstoß einiger Kliniken, die geriatrische Versorgung in Krankenhäusern und Rehakliniken in Thüringen auszuweiten, wurde ebenso begrüßt wie die Tatsache, dass die Kliniken in den Ballungsgebieten und im ländlichen Raum ein bedeutender Wirtschaftsstandort und Arbeitgeber sind. Sie scheute nicht, auch die schwierigen Themen anzusprechen: „Wir haben einen Fachkräftebedarf, das ist nicht zu verschweigen.“ Sie kündigte an, die Ausbildungsbedingungen zu verbessern und im Ausland für den Standort Thüringen zu werben.

Die weiteren Referenten nutzen die Chance, zum Thema mit umfassenden Hintergrundinformationen und reichlich Stoff für Diskussionen zu sorgen. Frau Dr. Ellen Lundershausen, Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, betonte vor allem die Notwendigkeit der Ausweitung von Medizinstudienplätzen in Thüringen. Ihren Ausführungen war auch deutlich zu entnehmen, dass die Strukturen in den Kliniken effizient gestaltet werden sollten und sich an den geänderten Bedürfnissen der Generation Y orientieren müssten, um auch in Zukunft eine ausreichende ärztliche Versorgung sicherzustellen.

Petra Hallenberger, Referatsleiterin der DRV Mitteldeutschland im Referat Reha-Einrichtungen konnte in Ihrem Vortrag über die Zielstellung der Arbeit der einzelnen drv-weiten Projektgruppen berichten. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die qualitativen Anforderungen an die Reha – Einrichtungen, insbesondere der einrichtungsübergreifende Strukturierte Qualitätsdialog und die Auswahlkriterien zur Belegung. „Entscheidend bleibt das Wunsch- und Wahlrecht der Versicherten. Dies stehe über allen anderen Kriterien zur Einrichtungswahl“, betonte sie in der sich anschließenden Diskussionsrunde.

Katrin Fromm, Pflegedienstleiterin des Helios Klinikum Erfurt und Lydia Pasemann, Geschäftsführer des VPKT e.V. und gleichzeitig Assistentin der Geschäftsführung der Moritz Klinik Bad Klosterlausnitz sprachen in ihren jeweiligen Vortrag sehr praxisbezogen und anschaulich über die derzeit vorherrschenden Bedingungen des Pflegedienstes in Krankenhäusern und stationären Rehabilitationseinrichtungen. Frau Fromm konnte dabei aufzeigen, mit welchen Bemühungen bei Helios um Auszubildende in der Krankenpflege geworben wird. Zudem zeigte sie auf, welche berufliche Weiterqualifizierung möglich ist und mit welchem personellen und zeitlichen Aufwand Helios als Arbeitgeber hierbei wirkt. In der anschließenden Diskussion ging es u.a. darum, den Engpass von Pflegekräften zu überwinden. „Pflege ist weiblich, Pflege ist Teilzeit. Viele steigen frühzeitig vor Renteneintritt aus oder treten kürzer.“ Fakt ist, dass mehr ausgebildet werden muss. Eine Abwerbung ausländischer Fachkräfte sehe sie insbesondere aus ethischen Gründen schwierig. „Wer pflegt die Kranken und Alten im Herkunftsland?“

Einig waren sich die Referenten, dass es ein guter Vorschlag sei, angehende Medizinstudenten ein 6-monatiges Pflegepraktikum absolvieren zu lassen. Ohnehin sollte es Ziel sein, die Zusammenarbeit und Kommunikation des ärztlichen und pflegerischen Dienstes zu verbessern.

Lydia Pasemann nutzte die Gelegenheit, um die auf brisante Situation des Pflegedienstes in Rehakliniken hinweisen. „Was bleibt übrig, wenn nach den derzeitigen Entwürfen zum Pflegepersonalstärkungsgesetz die Reha Kliniken bei der Finanzierung des Pflegedienstes vergessen werden?! Nichts.“ Dabei zeigte sie Merkmale der aktivierenden Reha-Pflege auf und machte deutlich, dass die Kliniken in punkto Bekanntheitsgrade und Arbeitgeberattraktivität Nachholbedarf haben. Zugleich mahnte sie an, eine marktgerechte Vergütung in Anlehnung an die Krankenhäuser zu zahlen. Damit geraten die Rehabilitationskliniken enorm unter Druck. Eine Finanzierungsmöglichkeit für steigende Personalkosten haben sie de facto nicht. Die Grundlohnrate nach § 71 SGB V verhindert eine Preissteigerung über deren Höhe hinaus. Dringend bedarf es der politischen Entscheidung, die Grundlohnrate in der medizinischen Reha auszuhebeln. Die Veranstaltung wurde von Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des BDPK e.V. moderiert, der sein Metier verstand. Mit zielgerichteten Fragen an Referenten und einzelne Teilnehmer wurde eine fachliche hochspannende Diskussion erzeugt.

 

Kontakt:
Lydia Pasemann
Geschäftsführung
Verband der Privatkliniken in Thüringen e. V. (VPKT e.V.)
c./o. Moritz Klinik Bad Klosterlausnitz
Hermann-Sachse-Str. 46
07639 Bad Klosterlausnitz
Tel.    036601.49 454

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