GEORG-Kongress: OnkoReha interdisziplinär & multiprofessionell 2017

Veröffentlicht am 25.01.2017 10:56 von admin

Wien .  Am 20. Jänner fand der zweite GEORG-Kongress unter dem Motto „OnkoReha interdisziplinär & multiprofessionell 2017“ statt. Die Gesellschaft zur Erforschung onkologischer rehabilitativer Grundlagen (GEORG) ist ein gemeinnütziger, länderübergreifend wirkender Verein mit der Zielsetzung, die Themen onkologische Rehabilitation sowie Nebenwirkungsmanagement und supportive Therapien in Wissenschaft, klinischer Praxis und Lehre zu forcieren – und dies im interdisziplinären und multiprofessionellen Setting.

GEORG-Vorstand: v.l. Univ.-Prof.Dr. Richard Crevenna, MSc, MBA (Univ.-Klinik für PM&R, MUW),Prim.Dr. Marco Hassler (Der Sonnberghof, Bad Sauerbrunn), Prim.Dr. Bruno Mähr (Therapiezentrum Rosalienhof, Bad Tatzmannsdorf), Dr. Mohammad Keilani, MSc, (Univ.-Klinik für PM&R, MUW), Prim.Univ.Prof.Dr. Thomas Licht (Onkologische Rehabilitation, St. Veit im Pongau) Quelle:OBS

GEORG-Vorstand: v.l. Univ.-Prof.Dr. Richard Crevenna, MSc, MBA (Univ.-Klinik für PM&R, MUW),Prim.Dr. Marco Hassler (Der Sonnberghof, Bad Sauerbrunn), Prim.Dr. Bruno Mähr (Therapiezentrum Rosalienhof, Bad Tatzmannsdorf), Dr. Mohammad Keilani, MSc, (Univ.-Klinik für PM&R, MUW), Prim.Univ.Prof.Dr. Thomas Licht (Onkologische Rehabilitation, St. Veit im Pongau) Quelle:OBS

Vereinspräsident Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna begrüßte 150 Teilnehmer zur zweiten Ausgabe des Kongresses am 20. Jänner im Billrothhaus der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Dabei wurden praktische Aspekte und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema „Onkologische Rehabilitation“ durch renommierte Meinungsbildner und spezialisierte Kolleginnen und Kollegen präsentiert. „Die Maßnahme Onkologische Rehabilitation ist effektiv und sie ermöglicht eine Verbesserung des funktionellen Status, der Lebensqualität und der Partizipation. Die stationäre Rehabilitation ist in Österreich bereits etabliert, die ambulante Rehabilitation im Aufbau. Wesentliche Zukunftsthemen sind Adherence sowie Arbeitsfähigkeit und „return to work‟. Die onkologische Rehabilitation setzt direkt bei individuellen Defiziten und Ressourcen unserer Patientinnen und Patienten an“, so Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna (Leiter der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Med Uni Wien).

Qualität von Reha und Therapie gestiegen

Gelebte Interdisziplinarität und Multiprofessionalität sind wichtige Themen und standen im Vordergrund der Veranstaltung, die Teil des Fortbildungsprogrammes der Ärztekammer ist. Ziel ist es, einen interessanten fachlichen und wissenschaftlichen Beitrag zur Diskussion beizusteuern. Der Programmbogen wurde dabei von Vorträgen, einer spannenden Podiumsdiskussion zum Thema „Rehabilitation & return to work“ bis hin zur Präsentation erster Ergebnisse einer (von GEORG initiierten) multizentrischen Studie zur Erfassung des subjektiven Benefits einer stationären onkologische Rehabilitation aus der Sicht der Patientinnen und Patienten gespannten. „Angesichts immer besser werdender Therapieoptionen und der immer längeren Lebensdauer von Patienten mit auch fortgeschrittenen Tumoren spielt eine Rehabilitation nach Eingriffen, unerwarteten Komplikationen oder auch nach bestimmten Therapieformen eine immer größere Rolle, die in das Gesamtkonzept der Patientenversorgung immer mehr wertvollen Eingang findet“, so Univ. Professor Dr. Dr.h.c. Christoph Zielinski (Univ.-Klinik für Innere Medizin I, Med Uni Wien).

Patientenfokus: return to work

Dieses Jahr standen besonders Betroffene und auf deren individuelle Bedürfnisse im Fokus. Vor diesem Hintergrund bildete die Rückkehr ins Berufsleben („return to work“, Stichwort „Arbeitsmedizin“), insbesondere bei jungen Menschen mit Krebs, einen Schwerpunkt. Auch Erwachsene, die als Kinder und Jugendliche eine Krebserkrankung hatten, wurden stärker in den Mittelpunkt gerückt. Zudem wurden die Entwicklungen in und mit einzelnen Reha-Zentren beleuchtet. Dazu gibt es einige nennenswerte Beiträge: Am onkologischen Reha-Zentrum in St. Veit im Pongau etwa werden Therapieerfolge mittels eines Online-Systems erfasst. Gezielte Vorträge zu den einzelnen Interventionen wie Sport- und Trainingstherapie werden das Programm ergänzen.
„Krebspatienten wurden vor 20 Jahren noch angehalten, sich zu schonen und auf übermäßige körperliche Bewegung zu verzichten. In den vergangenen Jahren hat hier ein regelrechter Paradigmenwechsel stattgefunden. Betroffene sollen sich – allerdings fachärztlich beraten und supervidiert – bewegen, gerade auch bei schweren Erkrankungen. Die Patienten verbessern durch körperliches Training ihr allgemeines Wohlbefinden, ihre Leistungsfähigkeit und minimieren ihre Schmerzen. Viele Krebspatienten sollten bereits ab der Diagnose – nach Rücksprache mit dem onkologisch tätigen Facharzt – mit von uns supervidiertem körperlichen Training beginnen. Ein gekräftigter Organismus scheint Krebsbehandlungen in vielen Fällen besser als ein geschwächter zu vertragen. In einigen Fällen scheint es laut der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage sogar den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen zu können“, rät Univ. Prof. Dr. Michael Gnant (Univ.-Klinik für Chirurgie, Med Uni Wien).

Vorstellung der GEORG-Studienergebnisse

In der ersten Session „Aus der Sicht wesentlicher Meinungsbildner“ unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna und Univ.-Prof. Dr. Christoph Wiltschke (Univ.-Klinik für Innere Medizin I, Med Uni Wien) diskutierten Top-Experten wie Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Christoph, Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant und Univ.-Prof. Dr. Heinz Kölbl. Die zweite Session stand unter dem Motto „Aufbauen auf einer gesunden Basis – ein Update“, danach folgte die Einheit „Rehabilitation & Return to work“ mit anschließender Podiumsdiskussion. Höhepunkt waren hier die ersten Studienergebnisse der multizentrischen Studie von GEORG, vorgestellt von Prim Dr. Bruno Mähr (Therapiezentrum Rosalienhof, Bad Tatzmannsdorf). Danach folgte die „Sexuelle Funktionsfähigkeit“-Session, den Abschluss bildete das Thema „Psychoonkologie und psychische Funktionsfähigkeit“. Hier wurde der Vortragsbogen von der Plastischen Chirurgie für die Seele von Krebspatienten, der Psychoonkologie und dem Körperbild bis hin zur Psychoonkologie und Biofeedback und der Psychoonkologie als Berufung gespannt.
„In der Gynäkologischen Onkologie stellt die Rehabilitation eine wichtige Säule im gesamten Behandlungskonzept dar. Da einige der bösartigen Erkrankungen der Frau auf einen falschen Lebensstil zurückzuführen sind, fokussiert sich die Rehabilitation auf dieses Thema. Ebenfalls wichtig ist, und das zeigen internationale Studien die Aufnahme einer Ausdauersportart in den Lebensalltag“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Kölbl (Univ.-Klinik für Frauenheilkunde, Med Uni).

Ziele: Hybrid-Reha und Effizienzanalyse

Entsprechend den Funktionsdefiziten (physisch, mental, psychosozial) werden individuelle Rehabilitationsziele definiert. Die Säulen der onkologischen Rehabilitation sind die Physikalische Medizin und Rehabilitation, hier v. a. aktivierende Maßnahmen wie medizinische Trainings- und Sporttherapie oder entspannende und schmerzlindernde Maßnahmen wie Muskelrelaxationstechniken – weiters die Diätologie bzw. Ernährungstherapie und die Psychoonkologie. Als vierte Säule ist die Information der Patienten, die u. a. die Nachhaltigkeit der Maßnahme sichern soll, zu nennen. Von der Einreichung eines Reha-Antrages, durchlaufen die Patienten in der Rehabilitation eine ärztliche und therapeutische Aufnahme-, Zwischen- und End-Evaluierung und dazwischen ein intensives dreiwöchiges Programm aus den oben genannten Bausteinen. „Als Ziele für die Zukunft stehen neben dem Aufbau ambulanter, wohnortnaher Möglichkeiten (Stichwort Hybrid-Reha etc.) zur onkologischen Rehabilitation, vor allem auch die Beforschung der Effektivität und Effizienz der Reha-Bausteine – einzeln und in Kombination – sowie die Entwicklung von Programmen, die die Nachhaltigkeit der Maßnahmen sowie die Eigenverantwortung der Patienten in Bezug auf die Bandbreite der Gesamtbevölkerung (u. a. auch Einkommens-, Diversity- und Senioritäts-Aspekte etc.) dauerhaft sichern können im Vordergrund. Ganz wesentliche aktuelle Aspekte sind jedenfalls Wiedereingliederung, Arbeitsfähigkeit und Return to work“, erklärt Crevenna abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. David Zalud
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1090 Wien
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