Gelähmte können dank Roboter-Technik in Bad Tennstedt wieder gehen

Veröffentlicht am 19.12.2016 11:39 von Redaktion RehaNews24

MEDIAN Klinik Bad Tennstedt ist eines von rund zehn Querschnittsgelähmten-Zentren die innovative Exoskelett-Technologie einsetzen / Positive Erfahrungen nach acht Monaten in der klinischen Erprobung

Vom Hersteller speziell geschulte Therapeuten der MEDIAN Klinik Bad Tennstedt kümmern sich um die individuelle Anpassung des ReWalk-Exoskeletts bei einem Patienten.

Die Szene erinnert an Science-Fiction: An der MEDIAN Klink Bad Tennstedt lernen Querschnittgelähmte mit Hilfe eines so genannten Exoskeletts wieder gehen. Das akkubetriebene System besteht aus einem leichten, am Körper tragbaren Roboteranzug mit Motoren an den Hüft- und Kniegelenken. Während das außen liegende „Exo“-Skelett den Patienten stützt, ahmen die Motoren die natürlichen Laufbewegungen nach und lassen den Patienten wieder eigenständig gehen.

Intensives Training erforderlich
„Die Ergebnisse sind beeindruckend“, schwärmt Chefärztin Dr. Helgrit Marz-Loose. Die Fachärztin für Neurologie war bereits vor fünf Jahren, als die ersten Prototypen auf den Markt kamen, von der Technik fasziniert. Im April dieses Jahres initiierte sie dann für die Klinik Bad Tennstedt, die ein anerkanntes Querschnittgelähmten-Zentrum der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie e.V. ist, eine Kooperation mit „ReWalk“, einem der führenden Hersteller der jungen Branche. Heute ist die MEDIAN Klinik Bad Tennstedt eines von rund zehn Trainingszentren bundesweit, die die neue Technologie einsetzen und damit einer der Vorreiter. „Die Technik macht vieles möglich“, so Dr. Helgrit Marz-Loose, „aber man darf keine Wunder erwarten. Sie eignet sich auch für Patienten mit einer kompletten Lähmung der Beine, der Oberkörper muss aber relativ stabil und die Arme dürfen nicht beeinträchtigt sein. Zum anderen brauchen die Patienten ein intensives und anstrengendes Training, das nicht jeder schafft.“

Spezielle therapeutische Ausbildung
An der MEDIAN Klink Bad Tennstedt wurden darum die Therapeuten, die sich um die individuelle Anpassung der Geräte und das Training mit den Patienten kümmern vom Hersteller eigens ausgebildet. Besonders effektiv war dabei, die Technik auch an sich selbst zu testen und Einstellungen am eigenen Körper zu spüren, um den Betroffenen später Schritt für Schritt besser helfen zu können. „Wir erzielen auch bei Betroffenen Erfolge, die schon seit Jahren querschnittgelähmt sind. Auch Patienten in den besten Jahren können profitieren. “, so Chefärztin Dr. Marz-Loose weiter, „Wir haben 24 Behandlungsplätze für Querschnittsgelähmte Patienten und bisher sieben Patienten, die mit dem System trainieren oder trainiert haben. Unser erster Patient ist jetzt erfolgreich entlassen worden.“ Vier bis sechs Wochen dauert es von der Einweisung in die Bedienung des Roboter-Skeletts, das individuelle Anpassen an den Körper bis zum selbstständigen Gehen. Dann kann der Patient mit einer Fernsteuerung, vergleichbar einer Armbanduhr, die wichtigsten Einstellungen und die Feinjustierung selbst vornehmen.

Hilfe für Körper und Geist
Eine rechtzeitige Rehabilitation ist vor allem deshalb wichtig, weil durch die Querschnittslähmung auch andere Funktionen des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden: Die Muskeln bauen ab, die Knochendichte sinkt, die Verdauung wird verlangsamt und der Kreislauf wird instabiler. Die Bewegung mit dem Exoskelett hilft auch dabei diesen Einschränkungen entgegenzuwirken. Zwei Drittel der Patienten berichten sogar über eine deutliche Reduzierung von Spastiken durch die aufrechte Bewegung. Darüber hinaus bringt das System auch psychische Vorteile: Dank des aufrechten Gangs sind wieder Begegnungen „auf Augenhöhe“ möglich, die Mobilität lässt die Betroffenen wieder mehr am Leben teilhaben und sie berichten sogar von einem besseren Schlafverhalten. Das Ziel, die Technik später selbst einmal im Alltag einzusetzen, ist derzeit allerdings noch nicht für alle Patienten erreichbar. Denn nicht alle Kostenträger übernehmen die Anschaffung des rund 100.000 Euro teuren Geräts. Und privat erschwinglich wird die neue Technik für die wenigsten sein. Bei der MEDIAN Klinik Bad Tennstedt steht ein eigenes Exoskelett für 2017 im Übrigen auf der Anschaffungsliste weit oben.

Über die MEDIAN Klinik Bad Tennstedt
Die MEDIAN Klinik Bad Tennstedt gehört zu den derzeit 27 bundesweit anerkannten Behandlungszentren für Querschnittgelähmte. Die Klinik verfügt über ein breites Spektrum an Therapieeinrichtungen und Trainingsgeräten nach den neuesten Standards. Mit einem vorzugsweise aktiven Therapiekonzept werden die Betroffenen auf den Weg zur größtmöglichen Selbständigkeit begleitet. Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte sind in den Arbeitskreisen der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie (DMGP) aktiv. Sie verfügen über den neuesten Wissensstand und stehen kontinuierlich im fachlichen Austausch zwischen den Zentren.

Kontakt und Nachfragen:

MEDIAN Klinik Bad Tennstedt
Badeweg 2
99955 Bad Tennstedt

Kaufmännischer Leiter
Andreas Hopp
Telefon: +49 (0)36041 35-511
E-Mail: andreas.hopp@median-kliniken.de

Chefärztin Neurologie
Dr. med. Helgrit Marz-Loose
Telefon: +49 (0)36041 35-604
E-Mail: helgrit.marz-loose@median-kliniken.de

Internet: www.median-kliniken.de

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