Fachverband Sucht e.V.: Demografische Entwicklung erfordert kurzfristige Aufstockung des Reha-Budgets ab dem Jahr 2013

Veröffentlicht am 18.06.2012 10:00 von Redaktion RehaNews24.de

Pressestatement zum 25. Heidelberger Kongress „Meilensteine der Suchtbehandlung – 25 Jahre Heidelberger Kongress“ des Fachverbandes Sucht e.V.


Die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen gehört zu den medizinischen Rehabilitationsleistungen in Deutschland. In über 80 % der Fälle ist die Rentenversicherung bei Entwöhnungsbehandlungen der zuständige Leistungsträger. Angesichts des demografie-bedingten steigenden Rehabilitationsbedarfs in unserer Gesellschaft fordert Ralf Schneider, Vorstandsvorsitzender des Vorstands des Fachverbandes Sucht e.V., eine kurzfristige Aufstockung des Reha-Budgets bereits ab dem Jahr 2013.

Angesichts der Alterung der Bevölkerung, der Erhöhung der Lebensarbeitszeit und der zunehmenden Anzahl psychischer Erkrankungen sind erhebliche Kraftanstrengungen erforderlich, um die Mobilisierung und Gesunderhaltung von älteren und von Krankheit bedrohten Arbeitnehmern1 zu erreichen. Durch mehr Rehabilitationsleistungen bleiben – so Berechnungen der Prognos AG – allein im Jahr 2025 rund 250.000 Menschen dem Arbeitsmarkt zusätzlich erhalten. Mittlerweile ist das Reha-Budget der Rentenversicherung allerdings ausgeschöpft. Seit dem Jahr 1997 sind die Ausgaben für Rehabilitationsleistungen in diesem Bereich gesetzlich gedeckelt und werden nur entsprechend der voraussichtlichen Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer angepasst. Entscheidende Faktoren wie der demografische Wandel bleiben hierbei völlig unberücksichtigt. Allein in den letzten fünf Jahren stiegen die Anträge auf medizinische Rehabilitationsleistungen um durchschnittlich 4,5 % jährlich. Das Rehabilitationsbudget reicht von daher nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Nach Berechnungen der Rentenversicherung steigt der Rehabilitationsbedarf allein aufgrund der demografischen Entwicklung und der längeren Lebensarbeitszeit von 2012 bis 2017 um 5 % oder rund 300 Mio. €. „Die aktuell von der Bundesregierung vorgesehene Aufstockung des Reha-Budgets der Rentenversicherung ab dem Jahr 2017 um 100 Mio. € wird dem steigenden Rehabilitationsbedarf in unserer Gesellschaft keinesfalls gerecht“, so Dr. Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverband Suchtes e.V. Von daher ist es dringend erforderlich, ein Zeichen zuverlässiger Sozialpolitik durch die sofortige Anhebung des Reha-Budgets ab dem Jahr 2013 zu setzen.

Den enormen volkswirtschaftlichen Nutzen der medizinischen Rehabilitation und die Erfolge der Entwöhnungsbehandlung belegen aktuelle Studien. Beispielsweise leben über 50 % der alkohol- und medikamentenabhängigen Patienten ein Jahr nach der stationären Entwöhnungsbehandlung abstinent. Aber auch ambulante und ganztägig ambulante (teilstationäre) Rehabilitationen erweisen sich als wirksam. Zwei Jahre nach Ende der Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen sind noch ca. 90 % der Rehabilitanden im Erwerbsleben verblieben, von diesen weisen 59 % sogar eine  lückenlose Beitragszahlen auf. Von daher sollte das Motto lauten: „Nicht an der Reha, sondern mit der Reha sparen!“.

Näheres ist den beigefügten Hintergrundinformationen zum Pressestatement (Hier zum Download als PDF) zu entnehmen.

Ansprechpartner:

Ralf Schneider
Vorstandsvorsitzender

Walramstraße 3
53175 Bonn
Tel.: 0228/26 15 55
Mobil: 0160/96396520
Email: r.schneider@salus-friedrichsdorf.de
Internet: http://www.sucht.de

Ansprechpartner:

Dr. Volker Weissinger
Geschäftsführer

FACHVERBAND SUCHT e.V.
Walramstraße 3
53175 Bonn
Tel.: 02 28/26 15 55
Mobil: 0171/7517922, Fax: 02 28/21 58
Email: v.weissinger@sucht.de
Internet: http://www.sucht.de

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