Expertenrunde zum „Betrieblichen Eingliederungsmanagement“ tagt im Berufsförderungswerk München

Veröffentlicht am 16.11.2015 12:17 von redaktion

Beratung, Vorsorge und Wiedereingliederung in den Beruf waren das Thema einer Expertenrunde, die sich am 10. November im Berufsförderungswerk München (BFW) in Kirchseeon getroffen hat. Über 20 Vertreter von Firmen, Behörden und Beratungsagenturen informierten sich über die praktischen Möglichkeiten des gesetzlich vorgeschriebenen „Betrieblichen Eingliederungsmanagements“ (BEM). Im Zentrum der jährlichen BFW-Expertenrunde standen diesmal die Erfahrungen und Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung.

Stefan Maier, DRV Bayern Süd

Stefan Maier, DRV Bayern Süd

Kirchseeon – Ein BEM stehe Beschäftigten nach 6 Wochen krankheitsbedingter Fehlzeit zu und könne ganz unterschiedlich aussehen, erklärte Stefan Maier, der das Betriebliche Eingliederungsmanagement für die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd mit aufgebaut hat. Von einfachen technischen Hilfen wie z.B. einem höhenverstellbaren Tisch über vorübergehende Arbeitserleichterungen bis hin zur Heimarbeit habe er schon verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Ziel sei es jeweils, die Arbeitskraft in Einvernehmen mit dem Arbeitnehmer zu erhalten. „Dafür ist es wichtig, eine Vertrauensbasis zu schaffen“, schilderte Maier seine Erfahrungen. „BEM ist immer freiwillig, darum sollte man nicht nur förmlich einladen, sondern auch die ‚Mundpropaganda‘ muss stimmen. Und sie stimmt, wenn das Ergebnis passt.“

Marion Kiem, DRV Bayern Süd

Marion Kiem, DRV Bayern Süd

Damit Krankheit nicht zum Regelfall werde, biete die Rentenversicherung auch Präventionsleistungen an, erklärte Marion Kiem von der DRV Bayern Süd. Hier würden Mitarbeiter in vier Phasen zu einem gesünderen und erfüllteren Lebensstil angeleitet: Zunächst bekommen die Teilnehmer in einem Klinikaufenthalt Grundlagen und Handreichungen vermittelt, die sie in einer anschließenden „ambulanten“ Trainingsphase konkret umsetzen sollen. Danach ist in der dritten Phase Eigeninitiative gefragt: Der neue Lebensstil muss als Gewohnheit in den eigenen Alltag integriert werden. Zu guter Letzt sollen die Teilnehmer danach in einer „Refresher“-Einheit ihre Erfahrungen reflektieren und dauerhaft festigen. Um diese Angebote in den Unternehmen bekannt zu machen, biete die DRV Bayern Süd einen bundesweit kostenlosen Firmenservice an, der eine Lotsenfunktion in der vielfältigen Angebotslandschaft erfülle.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Bericht über das „BEM-Netz“, ein deutsch-österreichisches Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, „kreative“ BEM-Maßnahmen zu entwickeln und für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nutzbar zu machen.

Beratung und Informationen rund um das Thema „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ bietet das „Case-Management“ des Berufsförderungswerks München, das Sie unter der Telefonnummer 08091 / 51 33 10 oder der E-Mail-Adresse cm@bfw-muenchen.de erreichen.

Hintergrund: Das Berufsförderungswerk München (BFW) in Kirchseeon ist ein Zentrum für berufliche Rehabilitation, das heißt, wer z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, wird hier mit medizinischer und psychologischer Begleitung umgeschult. Bezahlt wird diese verkürzte zweijährige Ausbildung je nach Fall entweder von der Rentenversicherung, den Berufsgenossenschaften, der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern. Das Gelände des Berufsförderungswerks in Kirchseeon umfasst ein Wohnheim für 450 Teilnehmer(innen) an beruflichen Bildungsmaßnahmen sowie modernste Ausbildungswerkstätten für IT-, Elektrotechnik-, Maschinenbau-, Kaufmännische/Verwaltungs-, Bau-, Sozial- und Gesundheitsberufe. Integriert ist außerdem ein „Ausbildungshotel“, in dem angehende Hotelkaufleute erste Erfahrungen in ihrem Beruf sammeln können.

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