Essen hält Leib und Seele zusammen: Schluckstufenkost in der HELIOS Klinik Hattingen

Veröffentlicht am 10.03.2017 07:44 von volker.martin

Essen hält Leib und Seele zusammen. Dieses Sprichwort gilt sowohl für gesunde Menschen, als auch für Menschen, die an einer schweren Erkrankung leiden. Eine gesunde Kost fördert nicht nur die Genesung, sondern ist in einer schwierigen Lebenssituation auch Balsam für die Seele. Patienten mit neurologischen Beeinträchtigungen leiden häufig unter Schluckstörungen und müssen die Nahrungsaufnahme im Rahmen einer Reha-Maßnahme Schritt für Schritt wieder erlernen. Für sie bietet das Therapeuten- und Ernährungsteam der HELIOS Klinik Hattingen eine besondere Therapie, bei der die Freude am Essen nicht zu kurz kommt.

Schlucken ist ein komplexer Vorgang, an dem neben Kiefer, Zähnen und Hirnnerven rund 25 Muskelgruppen beteiligt sind. Tritt an einer Stelle eine Störung auf – beispielsweise durch eine Muskel- oder Nervenschädigung ausgelöst durch einen Schlaganfall, eine Gehirnblutung oder eine andere neurologische Beeinträchtigung – kann der gesamte Schluckablauf empfindlich gestört werden. Die Nahrung kann wieder aus dem Mund fallen oder sie bleibt den Betroffenen sprichwörtlich im Halse stecken.

„Derartige Schluckstörungen können  gesundheitliche Komplikationen wie Lungenentzündungen verursachen, sowie Mangel- und Unterernährung mit schwerwiegenden Folgeerscheinungen für  die Betroffenen nach sich ziehen“, sagt Annette Ophoff, Leiterin der sprachtherapeutischen Abteilung in der HELIOS Klinik Hattingen. Dem Patienten drohen nicht nur gesundheitliche Schäden, sondern der gesamte Genesungsprozess nach einer neurologischen Erkrankung kann dadurch gestört werden. Annette Ophoff und ihr Team der Sprachtherapeuten haben in Hattingen in Zusammenarbeit mit der Speisenversorgung eine ganzheitliche Therapie für ihre Patienten zusammengestellt. Dazu zählen die Diagnose und Behandlung der zugrunde liegenden Funktionsstörungen, eine bewusste Regulierung des Schluckaktes, etwa durch eine veränderte Kopfhaltung beim Essen oder den Einsatz spezieller Schlucktechniken, sowie die Verwendung von Hilfsmitteln wie spezielle Ess- und Trinkhilfen und eine angepasste Nahrungskonsistenz.

Unterstützt werden die Sprachtherapeuten der HELIOS Klinik Hattingen durch das Team von Küchenleiter Jürgen Brasgalla. „Unser Ziel ist es, den Patienten mit Schluckstörungen eine schmackhafte Kost anzubieten, bei der auch das Auge mitisst.“ Selbst eine passierte Kost wird dabei auf dem Teller so platziert, dass die einzelnen Komponenten wie Fleisch, Gemüse und Sättigungsbeilage appetitlich unterschieden und geschmacklich wahrgenommen werden. „Wir unterscheiden zwischen vier Schluckstufen“, sagt Annette Ophoff, „Sie reichen von der Erprobungsstufe, über die passierte und teilpassierte Kost bis hin zur weichen Kost und richten sich nach den jeweiligen Fähigkeiten und den Therapiefortschritten unserer Patienten.“

Der Speiseplan für Patienten mit Schluckstörungen lässt keine Wünsche offen. Vielfalt und ein täglich wechselndes Angebot helfen, die Freude am Essen wiederzugewinnen. Neben einem asiatischen Geflügelflan stehen beispielsweise ein badischer Kalbsflan, ein mediterraner Geflügelflan oder ein arabischer Rinderflan auf dem Programm. Eine gesunde Ernährung muss dabei nicht zu kurz kommen. In regelmäßigen Seminaren erläutern Annette Ophoff und Jürgen Brasgalla Patienten und Angehörigen, wie man beispielsweise eine mediterrane Kost zubereitet und mit einfachen Mitteln in eine Schluckstufenkost umwandelt. „Wir versuchen die Angehörigen immer in unser Therapiekonzept mit einzubinden“, sagt Annette Ophoff, denn nicht jeder Patient kann unmittelbar nach dem Klinikaufenthalt Vollkost zu sich nehmen. Jürgen Brasgalla: „Wir zeigen Angehörigen, wie sie Betroffenen zu Hause mit einfachen Mitteln eine gesunde und schmackhafte Mahlzeit zubereiten können.“ Daneben vermittelt das Ernährungsteam allgemeine Tipps, die auch für gesunde Menschen hilfreich sind: Dem Essen die ungeteilte Aufmerksamkeit widmen und sich nicht durch Fernsehen oder Gespräche ablenken lassen, mit kleinen Bissen das Schlucken und die Verdauung erleichtern und hin und wieder eine Pause einlegen. Wichtig ist zudem eine gründliche Mundhygiene nach der Mahlzeit. „Auch darin werden Angehörige durch unsere Therapeuten und Mitarbeiter des Pflegedienstes eingewiesen“, sagt Annette Ophoff.

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HELIOS ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr  als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die HELIOS Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien.

In Deutschland hat HELIOS 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 78 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 18 Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. HELIOS versorgt in Deutschland jährlich mehr als 5,2 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über 35.000 Betten, beschäftigt mehr als 72.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. HELIOS ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Quirónsalud betreibt 43 Kliniken, 39 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Gruppe ist in allen wirtschaftlich wichtigen Ballungsräumen Spaniens vertreten. Quirónsalud beschäftigt 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

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